„Jetzt hoffen wir auf Ispringen“

Der TSV Ötisheim setzt sich in der Abstiegs-Relegation mit 3:0 gegen Dobel durch und ist nun zum Zuschauen verdammt

Von Silas Schüller Erstellt: 13. Juni 2019, 00:00 Uhr
„Jetzt hoffen wir auf Ispringen“ Max Oehler (re.) und Vorbereiter Marco Keller bejubeln den zweiten Treffer. Fotos: Schüller

Die (vorerst) letzte Hürde ist gemeistert: Mit einem verdienten 3:0-Erfolg über die Sportfreunde Dobel hat der TSV Ötisheim die Relegation überstanden. Nun hofft die Nagel-Elf auf den Aufstieg des 1. FC Ispringen in die Landesliga.

Kämpfelbach-Ersingen. Allzu große Emotionen wollten bei den Ötisheimern nach dem Schlusspfiff nicht aufkommen. Natürlich waren die TSV-Kicker zufrieden mit ihrer Leistung und dem Resultat, hatte man doch die Sportfreunde Dobel klar in die Schranken gewiesen und in die B-Liga geschickt. Aber die Tatsache, dass die Entscheidung über die eigene Zukunft nicht im Hier und Jetzt gelöst werden konnte, schwirrte bei allen Blauhemden im Hinterkopf. „Das ist irgendwie komisch, im Normalfall folgt jetzt das Feiern, aber so müssen wir bis zum Sonntag abwarten und können gar nicht richtig erleichtert sein“, gewährt Karl-Heinz Nagel Einblicke in sein Innenleben.

Für den Ötisheimer Trainer, der ein „Auf und Ab“ seiner Männer während der 90 Minuten beobachtete, reist am Sonntag mit ambivalenten Gefühlen nach Spielberg, wo sich Alemannia Eggenstein und Ispringen um den letzten Landesliga-Startplatz streiten werden. Kurz nach dem Abpfiff in Ersingen hat sich die Mannschaft darauf verständigt, zusammen ihr letztes Schicksalspiel in Karlsbad anzuschauen. „Wir haben alles in unserer Macht stehende getan, jetzt hoffen wir auf die Ispringer“, gibt sich Nagel zuversichtlich.

Dass die TSVler überhaupt noch im Rennen um den A-Liga-Verbleib sind, haben die Ötisheimer ihrer gelungenen ersten Halbzeit gegen Dobel zu verdanken, in der sie durch Omar Dibba (7.) und Christian Hidalgo (39.) zweimal zuschlugen und hinten den Kasten sauber hielten. So mussten die Schwarzwälder nach der Pause offensiver agieren und ermöglichten dem Nagel-Team ihr geliebtes Konterspiel. Allerdings schlugen die Kicker vom Erlenbach lange Zeit kein Kapital aus der günstigen Spielsituation, weshalb die Partie bis zur Schlussphase offenblieb. Die Dobler ließen nichts unversucht, um zum Anschlusstreffer zu kommen, aber im Gegensatz zu den Großchancen vor dem Seitenwechsel reichte es später nur noch zu halbgaren Gelegenheiten.

Bei den Sportfreunden lief zum Unmut der mitgereisten Anhänger kaum etwas zusammen, nach einer Stunde rief ein Zuschauer „Not gegen Elend!“ über den Platz. Dabei bemühten sich die Mannschaften redlich, ihren Fans etwas bieten zu können. Und Ötisheim, das zunächst das dritte Tor verpasste, musste gar nicht mehr hundert Prozent abrufen, was sich denn auch bemerkbar machte. Bis zum 3:0 (89.) des TSV-Kapitäns Marco Keller sorgten keine spielerischen Elemente, sondern Fouls und Unsportlichkeiten für Reaktionen beim Publikum. Das Schiedsrichtertrio um Klaus Gall tat in dieser Phase gut daran, mit allen Parteien den Dialog zu suchen, auch wenn sich die Dobler teilweise falsch verstanden und behandelt fühlten.

Am Ende musste die Truppe aus dem Kurort freilich anerkennen, dass ihr Gegner an diesem Tag verdient gewonnen hat, auch wenn sie die Chancen hatte, das Spiel zu drehen. Geht es nach einem Zuschauer mittleren Alters, steigen beide Teams ab, „weil der eine wie der andere mit dieser Leistung nicht in die A-Klasse gehört“.

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