Gulden schießt den TSV in die Relegation

Spiel des Tages: Die Ötisheimer entgegen durch einen Last-Minute-Sieg gegen Zaisersweiher dem direkten Abstieg

Von Silas Schüller Erstellt: 3. Juni 2019, 00:00 Uhr
Gulden schießt den TSV in die Relegation Da ist es passiert: Der Ötisheimer Verteidiger Raphael Gulden (Zweiter, v. li.) dreht nach seinem erfolgreichen Abschluss jubelnd ab, die Gäste aus Zaisersweiher sind geschlagen. Foto: Schüller

Das „kleine Wunder“ ist weiter möglich: Trotz eines frühen Gegentreffers hat der TSV Ötisheim die Partie gegen die SpVgg Zaisersweiher für sich entschieden und kann sich nun auf die Relegation einstellen. Raphael Gulden erlöste die Hausherren mit seinem Tor in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Erleichterung purNach dem 2:1-Siegtreffer hält es bei den Ötisheimern niemanden mehr auf den Sitzen.Erleichterung pur: Nach dem 2:1-Siegtreffer hält es bei den Ötisheimern niemanden mehr auf den Sitzen.

Ötisheim. Um 16.50 Uhr, die Nachspielzeit bricht demnächst an, stürmt Carsten Buhr in den gegnerischen Sechzehner. Die Ötisheimer haben Eckball, leichte Hektik bricht sich Bahn auf dem TSV-Sportplatz. In diesen Sekunden steht die Arbeit einer ganzen Rückrunde auf dem Spiel; nur ein weiteres Tor kann die Hausherren vor dem direkten Abtieg bewahren. Die Flanke fliegt in Richtung Fünfmeterraum – und wird mühelos von einem Gäste-Verteidiger geklärt. Schnell schaltet Zaisersweiher in den Vorwärtsgang, so schnell, dass Carsten Buhr nicht mehr rechtzeitig nach hinten sprinten kann. Der eingewechselte Timo Schwarzbäcker bekommt auf dem linken Flügel den Ball serviert, rennt einige Meter und hat am Strafraumeck die Wahl zwischen Abschluss und Querpass. Weil ihn ein herannahender Ötisheimer Verteidiger beim Überlegen stört, entscheidet sich der frische Angreifer für eine Mischung aus beiden Varianten, woraufhin das Leder einige Meter neben dem Pfosten ins Aus trudelt.

Bei den Gastgebern macht sich ein letztes Quäntchen Hoffnungen breit, der Abstieg ist noch nicht besiegelt. Mit Müh und Not prügeln die TSVler Ball um Ball in das Sturmzentrum, wo Kapitän Marco Keller versucht, sich gegen Serdar Caliskan und Faris Mekias durchzusetzen. Meistens bleiben seine Bemühungen bei einem Versuch, es ist nicht der Tag des Spielführers. In der ersten Halbzeit hatte Keller zwei vielversprechende Möglichkeiten ausgelassen, zuvor immerhin den Strafstoß, den Thorsten Barho zum 1:1 (28.) versenkte, rausgeholt. Auch Kellers Partner Omar Dibba kann nicht mehr eingreifen, der gläubige Muslim sitzt in der Crunchtime bereits ausgewechselt auf der Bank. An der Seitenlinie tigern die Ötisheimer Spieler und Betreuer hin und her, das zweite Tor duldet keinen Aufschub mehr. Karl-Heinz Nagel beordert alle seine Spieler in die gegnerische Hälfte, die Hausherren holen zum finalen Schlag aus.

Nach unzähligen Versuchen erwischt Raphael Gulden einen Ball in die Tiefe und hebelt den Defensiv-Verbund Zaisersweihers auf. Vor seinem Abschluss hat der gelernte Verteidiger einige Sekunden Zeit, sich das Eck auszusuchen. Fast ein bisschen zu spät entschließt sich Gulden, kein Eck auszusuchen: Er wählt die dritte Option „Tunnel“ und schiebt die Kugel durch die Hosenträger von Manuel Wagner. Ekstase im blauen Lager, es wird wild gejubelt, manche fallen vor Freude auf den warmen Rasen. Die verbleibenden Szenen gehören dann den Gästen, die sich gegen die Niederlage stemmen. Allerdings hat die Widmann-Elf ihr Pulver schon verschossen, außer dem frühen 1:0 von Christian Izsak (3.) will der SpVgg an diesem Sonntag nicht gelingen.

Für Kar-Heinz Nagel geht der Last-Minute-Erfolg in Ordnung: „Wir haben uns von dem Rückstand nicht entmutigen lassen und immer nach vorne geschaut. Natürlich hätte Zaisersweiher das Spiel schon vorher entscheiden können, aber dank unserem Willen sind wir am Ende zurückgekommen und haben uns den Sieg verdient.“ Ob den Ötisheimern, die auf den letzten Drücker die Rote Laterne zurück nach Enzberg schickten, das „kleine Wunder“ – sprich der vollendete Klassenerhalt – gelingt, wird sich in der Relegation zeigen, die am übernächsten Dienstag beziehungsweise Mittwoch (11./12. Juni) angesetzt ist. Eines steht bereits jetzt fest: Nagel bleibt über den Sommer Trainer am Erlenbach.

Tore: 0:1 Christian Izsak (3.), 1:1 Thorsten Barho (28.), Raphael Gulden (90.+4).

Ötisheim: Carsten Buhr – Daniel Hidalgo (90. Fabian Heugel), Dominik Grauf, Diogo Barreira Fernandes, Raphael Gulden, Max Oehler, Thorsten Barho (75. Manuel Armingeon), Philipp Ungerer, Christian Hidalgo (62. Daniel Jimenez Lano), Omar Dibba (78. Nico Wetzel), Marco Keller.

Zaisersweiher: Manuel Wagner – Serdar Caliskan, Faris Mekias, Martin Kowollik, (68. Timo Schwarzbäcker), Manuel Pflüger (64. Kevin Ritter), Dirk Oettinger (84. Dennis Christian), Robin Knothe, Patrick Hagmeier (41. Rony Kastner), Tim Reinisch, Tolga Öztürk, Christian Izsak.

Zuschauer: 80.

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