Graf „wechselt“ den Sieg ein

Die Enzberger Fußballdamen nehmen gegen den Verfolger Bruchhausen wohl die letzte Hürde vor der Meisterschaft

Von Silas Schüller Erstellt: 14. Mai 2019, 00:00 Uhr
Graf „wechselt“ den Sieg ein Geschafft! Nach dem Schlusspfiff brandet großer Jubel bei der Enzberger Bank um Trainer Sven Graf auf, die Meisterschaft ist in greifbare Nähe gerückt. Foto: Schüller

Der Traum vom Titel rückt immer für die Enzberger Fußballerinnen immer näher. Im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten Alemannia Bruchhausen erkämpften sich die Damen von Sven Graf einen 3:2-Heimsieg und stehen nun vor ihrer ersten Meisterschaft.

Mühlacker-Enzberg. Es ist nicht so, dass die Enzbergerinnen im Laufe der Saison nur mäßige Leistungen vollbracht hätten: Vor der ersten Saisonniederlage Ende April kam das Team von Sven Graf auf 11 Siege und zwei Unentschieden; eine wahrlich vorzeigbare Bilanz. Doch das Optimum ihrer Leistungsfähigkeit zeigten die Viktoria-Damen laut ihrem Trainer nur in zwei Partien: in Hin- und Rückspiel gegen den großen Meisterschaftskonkurrenten Alemannia Bruchhausen.

„Das waren die mit Abstand besten Auftritte von uns“, war sich der durchnässte Graf wenige Minuten nach dem Abpfiff sicher. Seine Spielerinnen überzeugten ihn einmal mehr, warum die Arbeit mit einer Kleinfeld-Mannschaft Spaß machen kann. Trotz eines frühen Nackenschlags – die Gäste gingen in der 5. Minute in Front – legten die Enzbergerinnen einen selbstbewussten und beherzten Auftritt auf den durchnässten Rasen, der etliche Grätschen und Rutschmanöver verkraften musste.

Wieder einmal machte das Wetter der Heimelf einen Strich durch die Rechnung, so erinnerte vieles an die 0:1-Pleite vor 14 Tagen, als man bei Dauerregen gegen Grünwettersbach keinen vernünftigen Angriff zustande brachte. Doch diesmal ging es um mehr, diesmal stand im Grunde genommen die Arbeit einer ganzen Saison auf dem Spiel. Freilich hätte der Tabellenführer auf dem Weg zum ersten Meistertitel auch eine zweite Niederlage verschmerzen können, aber daran wollte im Enzberg Lager niemand denken. Vor den Augen ihrer hartgesottenen Anhänger feuerte die Viktoria ein Offensivfeuerwerk ab, bei dem Charone Dos Santos, Karina Stefan, Janine Schöpf und Jessica Fragapane vor dem Seitenwechsel mehrmals den Ausgleich auf dem Fuß hatten. Allerdings fehlte es den stürmenden Gastgeberinnen noch an der nötigen Präzision, und wenn ein Schuss auf den Bruchhausener Kasten kam, stand Torfrau Laura Sopie Reichel im Weg.

„Ich hab den Mädels in der Kabine gesagt, dass sie geduldig weiterspielen sollen, weil irgendwann bestimmt einer reingeht“, gibt Graf Einblick in seine Halbzeitansprache, die ihre Wirkung nicht verfehlte: Nur wenige Augenblicke nach Wiederbeginn traf Ann-Marie Follwarczny per Volleyabnahme zum überfälligen 1:1. Im Glücksrausch verloren die Viktoria-Damen daraufhin etwas die Balance in ihrem Spiel, was sich aber vorerst nicht bemerkbar machte. Das lag unter anderem an dem zweiten Treffer von Jessica Fragapane (65.), die sich durch den gegnerischen Abwehrriegel tankte und ihr Team per Pike-Schuss in Führung brachte. Nun rechnete kaum jemand mehr mit Bruchhausen – und das nutzten die Gäste wenig später eiskalt aus. Bei einem scheinbar harmlosen Angriff fand die Kugel den Weg zu Carolin Callahan, die sich nicht zweimal bitten ließ und zum 2:2 einnetzte.

Somit war in der Schlussphase für eine Menge Spannung gesorgt, der Schlagabtausch steuerte auf seinen Höhepunkt zu. Im Minutentakt holten die Stürmerinnen der beiden Duellanten zum entscheidenden Schuss aus, ständig sahen sich die Abwehrreihen einer breiten Angriffsfront ausgesetzt. In der Mitte des Platzes klaffte ein großes Loch, die Partie beschränkte sich inzwischen auf Konter. Als letzten Joker zog Viktoria-Coach Graf Ani Daudi, die er von der Bank ins Sturmzentrum beorderte. Kaum hatte Daudi die ersten Schritte auf den Platz gesetzt, erreichte sie rund fünf Meter vor dem Tor eine mustergültige Vorarbeit von Karina Stefan – das 3:2 (77.) war perfekt.

Nun fehlt den Enzbergerinnen in den verbleibenden vier Spielen nur noch ein Sieg, um den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt zu machen.

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