FV oder FV – oder beide?

Lienzingen und Knittlingen kämpfen im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Kreisliga-Aufstieg – Trainer müssen Abgänge ersetzen

Von Lukas Huber Erstellt: 14. Februar 2019, 00:00 Uhr
FV oder FV – oder beide? FV oder FV – oder beide?

Sie sind heiße Kandidaten für den Aufstieg aus der A-Klasse in die Kreisliga Pforzheim, doch beide mussten in der Winterpause den Weggang wichtiger Spieler verkraften: Die Rede ist vom FV Knittlingen und dem FV Lienzingen.

Knittlingen/Mühlacker. Es gibt bestimmt keinen Trainer oder Spieler, der nicht davon träumt, in seiner Laufbahn einmal am Ende einer kräftezehrenden Saison den Aufstieg in eine höhere Liga zu feiern – schon alleine deshalb, weil einem solchen Erfolg in der Regel über Monate viele Siege und Erfolgserlebnisse vorausgehen. Außerdem bedeutet eine höhere Spielklasse auch stärkere Gegner. Damit verbunden ist ein größeres Entwicklungspotenzial der fußballerischen Fähigkeiten.

Im Fall des FV Knittlingen, der seit Jahren und auch in der aktuellen Spielzeit in der Kreisklasse A1 Pforzheim oben mitspielt, sollte der Antrieb, den Sprung in die Kreisliga endlich zu schaffen, groß sein. Und auch beim Ligakonkurrenten FV Lienzingen, der in der Vorrunde sowohl in der Defensive als auch offensiv meistens stark aufgetreten ist, sind die Aufstiegsambitionen angesichts der Tabellensituation nicht zu übersehen. Knittlingen überwintert mit 35 Zählern auf dem zweiten Rang, die Kicker aus dem Mühlacker Stadtteil folgen einen Platz dahinter mit einem Punkt weniger.

In Euphorie ausbrechen will allerdings trotz der aktuell günstigen Lage im Klassement bei beiden Vereinen niemand. Beide liegen nur zwei beziehungsweise drei Zähler hinter dem Spitzenreiter 1. FC Nußbaum und sind damit Top-Anwärter auf den einzigen Aufstiegs-Relegationsplatz. Freiwillig verzichten auf den Triumph am Ende der Runde will aber sicherlich niemand. Immerhin ist es auch nicht ganz ausgeschlossen, dass – sofern einer der beiden den Meistertitel holen sollte – beide Mannschaften in der Saison 2019/2020 eine Klasse höher kicken.

„Wir gehen realistisch an die Sache ran, weil wir wissen, dass die Konkurrenz stark ist“, betont Alexander Genthner, der gemeinsam mit Alexander Zimmermann die Knittlinger Elf trainiert und von der Vereinsführung keinerlei Druck verspürt, den Traum wahr werden lassen zu müssen. Wer aufsteigen wolle, müsse immerhin auch in den engen Partien das nötige Glück haben, um sie am Ende zu gewinnen. „Unser Ziel ist es, so lange wie möglich oben mitzumischen, und wenn es dann für den Aufstieg reicht, dann haben wir nichts dagegen.“

Ähnlich sieht es Michael Horntrich, Coach des FV Lienzingen. „Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich sagen würde, dass ich den Aufstieg nicht will“, erklärt er. Auch wenn der möglicherweise für seine junge Mannschaft – im Sommer mit einem Altersdurchschnitt von rund 22 Jahren gestartet – etwas zu früh kommen würde. So sei auch die Einstellung der Klub-Führung, die im August das Ziel eines Platzes zwischen vier und acht ausgegeben hatte. Trotzdem: „Wenn am Ende der Sprung in die Kreisliga rausspringt, nehmen wir das gerne mit“, sagt Horntrich.

Was ihn auf dem Weg dahin hindert, sind zwei verletzungsbedingte Ausfälle, zwei Verluste von Spielern, die aus persönlichen Gründen aufgehört hätten und zwei Abgänge – allen voran Toptorjäger Daniel Reule, der mit elf Treffern stärkster Schütze der Mannschaft war. Erst im Sommer war der 35-jährige frühere Zweitliga-Spieler gekommen, um die junge Mannschaft zu führen und dabei zu helfen, sie weiterzuentwickeln. Nur ein halbes Jahr später folgte er einem Angebot des Oberligisten 1. CfR Pforzheim. „Natürlich ist man enttäuscht, wenn man einen Spieler mit der Qualität verliert“, bedauert der Trainer den Weggang. Er könne Reule aber auch in gewisser Weise verstehen, schließlich sei das Angebot seine letzte Chance gewesen, höherklassigen Fußball zu spielen. „Einbrechen werden wir deshalb nicht, nur müssen wir jetzt mehr Leidenschaft zeigen.“ Und das Ruder auf dem Platz müssten eben andere erfahrene Leute übernehmen – beispielsweise der 30 Jahre alte Stürmer Florian Barth oder der sechs Jahre ältere Mesut Demirdag.

Etwas besser sieht es bei den Knittlingern aus, die in Soner Topal (Türkischer SV Mühlacker) und Abdullah Kocaoglu (Nußbaum) nur zwei Verluste vor der Rückrunde hinnehmen müssen. Trotzdem: Gerade Letzterer habe zur Stammelf gehört, bedauert Alexander Genthner. „Er hat wichtige Tore gemacht und uns auf der Außenbahn viel Tempo gebracht.“ Dank des großen Kaders halten sich die Sorgen der Trainer aber in Grenzen: „Ich denke, wir können den Weggang kompensieren.“

Die Wintervorbereitung ist indes bei beiden Mannschaften angelaufen. Beide haben ein Testspiel absolviert. „Bisher haben wir mehr auf Fitnessübungen gesetzt“, berichtet Genthner. Je nach Wetter stünden dann ab der kommenden Woche Einheiten auf dem Platz mit Ball an. „Unsere Schwäche lag in der Hinrunde klar im Abschluss, viele Chancen wurden nicht verwertet.“ Daran werde bis zum Rückrundenstart am 10. März verstärkt gefeilt.

Michael Horntrich sieht bei seinem Team, das mit nur 15 Gegentoren die beste Defensive und mit 39 Treffern nach Nußbaum die zweitstärkste Offensive bildet, Verbesserungsbedarf im Spielaufbau und im Passspiel. Übungen, bei denen Letzteres geübt werde, seien bei ihm aber Bestandteil von nahezu jeder Einheit.

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