„Enzberg gehört in die A-Klasse“

Die Viktoria muss sich mit dem lange befürchteten Abstieg abfinden – Ötisheim droht ebenfalls der Gang in die B-Liga

Von Silas Schüller Erstellt: 4. Juni 2019, 00:00 Uhr
„Enzberg gehört in die A-Klasse“ Am Boden, aber nicht am Ende: Die Enzberger, hier Alexander John, wollen nach einer Saison zum Vergessen schnell den Wiederaufstieg in Angriff nehmen. Foto: Schüller

Alles versucht, und alles verloren: Viktoria Enzberg hat sich am Sonntag aus der Kreisklasse A1 verabschiedet. Magere 26 Punkte reichten letztlich nicht aus, um die starke Konkurrenz auf Abstand zu halten. Nun steht ein Neustart in der B-Liga an – vielleicht mit Ötisheim.

Mühlacker. Viel schlimmer hätte es für die Enzberger Fußballer am Sonntag nicht kommen können. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage beim FSV Eisingen warten die Viktoria-Spieler minutenlang auf das Ergebnis der Partie Ötisheim gegen Zaisersweiher. Über eine Kontaktperson, die mit einem Anhänger von Zasch in Verbindung steht, wird bekannt, dass es kurz vor Schluss 1:1 steht. Dieses Ergebnis würde der Viktoria zumindest für den Relegationsplatz reichen. „Wenig später kam dann die Info, Ötisheim habe in der Nachspielzeit ein Tor gemacht“, berichtet Torhüter Bastian Voges. In diesem Moment sei allen klargeworden, dass man es nicht über den Strich geschafft habe.

Dabei ließ die Ausgangslage eigentlich nicht auf einen Enzberger Abstieg schließen. Die Rivalen 08 Mühlacker (gegen Nußbaum) und TSV Ötisheim hatten zu Hause mindestens genauso schwere Aufgaben zu meistern wie die Viktoria, die zwischen den beiden Teams auf Platz 15 rangierte. „Über ein bisschen Schützenhilfe hätten wir uns schon gefreut, auch wenn man damit natürlich nicht rechnen kann“, sagt Voges mit Blick auf Nußbaumer beziehungsweise Zaisersweiher Akteure, die sich auswärts jeweils 1:2 geschlagen geben mussten. Der eigene Gegner, Eisingen, legte dagegen mehr Entschlossenheit an den Tag und war sich auch in der Schlussphase nicht zu schade, beim Spielstand von 1:1 munter nach vorne zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie völlig offen, wobei die Gäste laut Voges zuvor einige Hochkaräter liegenließen und sich über das Endergebnis von 1:2 nicht beschweren dürfen. „Das Spiel war eine Art Spiegelbild der Saison; wir erarbeiten uns richtig gute Möglichkeiten, können davon aber viel zu wenige verwerten“, ärgert sich der Schlussmann. Was helfe die viertbeste Defensive der Liga, wenn man in 30 Begegnungen nur 24-mal treffe? Auch wenn heuer oftmals das Pech an den eigenen Schuhen klebte, lüge die Tabelle am Saisonende nie. Nun steht dem 30-Jährigen und seinen Kameraden ein Neustart bevor, der A-Klasse-Kreis hat sich in Eisingen geschlossen. „Wir sind dort 2009 durch einen 6:0-Sieg aufgestiegen, und jetzt geht es nach der Niederlage leider zurück in die B-Klasse“, stellt Voges etwas wehmütig fest. Glücklicherweise bleibe die Mannschaft in großen Teilen zusammen, und auch Trainer Sascha John wird seine Arbeit im Sportpark an der Kanalstraße fortsetzen. „Bei allem Respekt für die anderen Vereine, für uns kann es ab August nur darum gehen, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Enzberg gehört in die A-Klasse“, benennt das Viktoria-Eigengewächs das nächste große Ziel der Enzberger.

Ob sich die Ötisheimer Mannschaft zu ihrem Nachbarn in die B-Liga gesellt, hängt indes von mehreren Relegationsspielen ab. Wie Staffelleiter Jürgen Gutbub erklärt, muss der TSV auf den 1. FC Ispringen (Aufstiegsrelegation) oder den SV Huchenfeld (Abstiegsrelegation) hoffen. Die beiden Teams aus dem Kreis Pforzheim kämpfen am Samstag respektive Montag um einen Platz im „Finalspiel zur Landesliga“. Dafür müssen sie sich gegen zwei Vertreter der Nachbarbezirke Karlsruhe und Bruchsal durchsetzen. „Nur wenn Ispringen oder Huchenfeld die 4er-Relegation gewinnt, ist die Begegnung zwischen den A-Liga-Vorletzten Dobel und Ötisheim von Bedeutung“, stellt Gutbub klar. Weil das Endspiel um den Landesliga-Teilnehmer erst am 16. Juni stattfindet, treten Dobel und Ötisheim in der kommenden Woche „unter Vorbehalt“ gegeneinander an. Eines steht aber fest: Wer dieses Duell verliert, ist definitiv abgestiegen.

So weit möchten es Marco Keller nicht kommen lassen. Der TSV-Kapitän ist nach dem nervenaufreibenden 2:1-Sieg über Zaisersweiher (das MT hat berichtet) frohen Mutes, die Kurstädter in die Schranken weisen zu können. „Wer es schafft, sich unter diesen Umständen in der Nachspielzeit noch einmal aufzuraffen und ein Tor zu erzielen, der kann es mit einer ähnlichen Leistung sicher packen“, betont der Ötisheimer selbstbewusst. Man werde genauso motiviert in die Partie gehen wie am vergangenen Sonntag, als nur ein Heimsieg zählte. „Am Ende ist es eine reine Willenssache“, so Keller, „derjenige, der mehr rennt und kämpft, gewinnt das Spiel.“

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