Eine Nummer kleiner

Die Großglattbacher widmen ihr Sportfest dem eigenen Nachwuchs, der mit anderen Klubs in Spielgemeinschaften am Ball ist

Von Volker Henkel und Silas Schüller Erstellt: 25. Juni 2019, 00:00 Uhr
Eine Nummer kleiner Laura Remmele und Zoe Kretschmer (türkis, v. li.) vom TSV Großglattbach zeigen im Spiel gegen die SGM Fellbach mit ihrer Mannschaft Team- und Kampfgeist. Foto: Fotomoment, privat

Beim zweitägigen Sportfest des TSV Großglattbach sind die vereinseigenen Jugendteams als Teil ihrer Spielgemeinschaften bei Einlagespielen oder Blitzturnieren angetreten. Am Thema Personalmangel kam dabei niemand vorbei.

Mühlacker-Grossglattbach. Mit dem Rückzug von Beate Kuhnle stand der Verein im Frühjahr vor einer großen Herausforderung. Ohne die Fußball-Jugendleiterin stand unter anderem das Sportfest auf unsicheren Beinen, was sich denn auch in der Vorbereitung bemerkbar machte.

„Wir haben in diesem Jahr ein schmaleres Programm gefahren“, erklärt Volker Langenstein, der das vakante Amt vorerst kommissarisch übernahm. Statt den gewohnten Turnieren aus den Vorjahren setzte man heuer auf Einlagespiele der eigenen Nachwuchs-Mannschaften. „Bei den A-Junioren wollten wir mit unserer Spielgemeinschaft, dem 1. FC Birkenfeld und Kieselbronn/Ölbronn-Dürrn/Enzberg ein Mini-Turnier machen, aber leider hat Kieselbronn kurzfristig abgesagt“, berichtet Langenstein, der sich die Leitung des Sportfestes mit Michael Grimmeisen teilte. Dieser erlebte als Betreuer der A-Jugend am Samstag eine 3:6-Niederlage gegen Birkenfeld, ehe die eigenen E-Junioren den TSV Phönix Lomersheim mit 4:3 bezwangen. „Weil in der zweiten Halbzeit ein Gewitter heranzog, haben wir schon zwei Minuten vorher abgepfiffen, ansonsten mussten wir wegen des Wetters keinen Programmpunkt ändern“, zeigt sich Grimmeisen zufrieden. Freilich sei das anschließende Vereins- und Elfmeterschießen gewissermaßen „ins Wasser gefallen“, aber davon hätten sich die Teilnehmer nicht den Spaß verderben lassen: „Es sind nicht nur Regenschirme, sondern auch Badelatschen zum Einsatz gekommen.“ Als treffsicherste Mannschaft erwiesen sich die Alten Herren des TSV, die ihre jungen Kollegen der C- und D-Jugend sowie die Tischtennis-Abteilung auf die Plätze verwiesen.

Am Sonntag stand zunächst das Blitzturnier der C-Juniorinnen an. Dabei schlugen sich die Gastgeberinnen, die von Lisa Glashauser trainiert werden, trotz ihrer Auftaktpleite gegen Sulzbach/Oppenweiler achtbar aus der Affäre. „Wenn man bedenkt, dass es diese Jugend erst seit zwei Jahren gibt, muss man dem Team gratulieren“, betont Volker Langenstein. In der zweiten Partie von Großglattbach (gegen Fellbach), die sechs Tore zu bieten hatte, sahen die Zuschauer laut dem Organisator eine spannende Begegnung, die dem Spielverlauf angemessen ohne Sieger (3:3) zu Ende ging. Dass es nach dem Remis „nur“ zum dritten Platz reichte, fichte Großglattbach indes nicht an. „Wir jubeln über jedes Tor, das wir schießen“, stellt Langenstein klar. In diesem Fall freute sich das Heimteam über die Treffer von Vreni Schmid, Christine Schmid und Zoe Kretschmer. Ebenso attraktiv sei später der Auftritt der männlichen C-Jugend verlaufen, die dem Nachbarn aus Lomersheim Paroli bot und ein 1:1-Unentschieden erkämpfte. Als Leistungsstaffel-Aufsteiger konnten die Kicker dabei schon einmal Erfahrungen für die kommende Runde sammeln, in der sie unter anderem auf den Nachbarn aus dem Enztal treffen. Eine Premiere erlebten derweil die Großglattbacher Bambini, die Uwe Prohaska erst vor Kurzem in eine Mannschaft formiert hatte. Beim ersten richtigen Auftritt verloren die jüngsten TSV-Fußballer gegen Aurich, doch das Ergebnis spielte eine untergeordnete Rolle. „Dieser Neuanfang ist für den Verein sehr wichtig; nicht zuletzt deshalb, weil wir keine eigene F- und E-Jugend haben“, sagt Langenstein. Der 45-Jährige hofft, durch das Sportfest, das mit dem Auftritt der D-Jugend (1:3 gegen Wurmberg) seinen Abschluss fand, Werbung für ein Engagement auf der Platte gemacht zu haben.

Auch wenn die meisten Nachwuchsteams inzwischen nur noch durch Spielgemeinschaften mit Iptingen, Nussdorf, Roßwag oder Mönsheim wettbewerbsfähig sind, glaubt der Ur-Glabbicher an die Anziehungskraft des Mannschaftssports. Allerdings müsse man auch die Tatsache akzeptieren, dass „aus so einem kleinen Ort nicht viel mehr als zehn Junge pro Jahrgang zu erwarten sind, die sich dann auf die Feuerwehr, Kirche und uns verteilen“. Unabhängig davon haben sich die Veranstalter vorgenommen, 2020 wieder ein größeres Programm anzubieten – am besten mit einem neuen Jugendleiter.

Die Chancen, den Posten demnächst besetzten zu können, stehen nicht schlecht: „Wir haben beim Sportfest mit einem Kandidaten gesprochen, der sich das Amt vorstellen kann. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Lücke recht bald schließen können.“

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