Die ersten Brocken fliegen

Phönix Lomersheim feiert offiziellen Baubeginn seines Kunstrasens – Fußballer weichen einmal wöchentlich nach Mühlhausen aus

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 12. September 2013, 00:00 Uhr
Die ersten Brocken fliegen Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück (4.v.li.) hat offenkundig den größten Spaß am gemeinsamen Spatenstich mit Vertretern von Gemeinderat, Stadt, Verein, Sparkasse und Baufirmen. Foto: Eigner

Mit einem symbolischen Spatenstich hat gestern Abend der Bau des Kunstrasens bei Phönix Lomersheim offiziell begonnen. Bereits in zehn Wochen, so die Planung, soll das neue Fußballfeld fertig und bespielbar sein.

Mühlacker-Lomersheim. Beherzt stechen Oberbürgermeister Frank Schneider nebst Vertretern von Gemeinderat, Verein, Sparkasse und ausführenden Baufirmen ihre Spaten in die Erde und lassen die Brocken durch die Luft fliegen. Den meisten Spaß an der Aktion aber hat sichtlich der Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück, der bei seinem Arbeitgeber eine Spende über 50000 Euro für das Projekt lockergemacht hat. „Das größte Geschenk, das uns der Herrgott macht, sind gesunde Kinder“, begründet Hück die Unterstützung für den TSV Phönix, wo mehr als 200 Kinder und Jugendliche dem Fußballsport nachgehen. „Jahrelange Verhandlungen und Bemühungen, gefühlte Hunderte Vorbereitungsstunden“ seien nun am Ziel freut sich der Phönix-Vorsitzende Karlheinz Mannhardt. „Jetzt geht es also los“, sagt der Dritte Vorsitzende Ulrich Rümmelin und schnauft tüchtig durch. OB Schneider und Uwe Hück versprechen, bei der Eröffnung wiederzukommen und dann selbst Fußball zu spielen.

Eine Behelfsbrücke über das Wässerle wurde bereits in den vergangenen Tagen eingerichtet, damit auch schwere Bagger auf das Gelände fahren können. Im November bereits wird der neue Kunstrasen fertig sein. Bis dahin allerdings fehlt dem TSV Phönix ein Trainingsfeld.

Eine Übungseinheit pro Woche, erstmals gestern Abend, absolvieren die erste und die zweite Mannschaft des Bezirksligisten einstweilen auf dem Sportplatz des TSV Mühlhausen/Enz, der diesen dafür zur Verfügung stellt. Außerdem weichen die Fußballer auf dem eigenen Gelände aus. Das Hauptspielfeld wird in den kommenden zwei Monaten ebenso einiges mehr aushalten müssen als sonst wie das Jugendspielfeld jenseits des Hauptplatzes und die kleine Rasenfläche direkt vor dem Clubheim. Innerlich stellt sich Rümmelin bereits darauf ein, dass diese Flächen bis zur Winterpause einigermaßen ramponiert sein werden und im kommenden Frühjahr frisches Gras eingesät werden muss.

Froh ist man beim TSV Phönix, dass man sich nicht für jenes Kunstrasen-Fabrikat entschieden hat, auf dem die Bezirksliga-Elf am vergangenen Samstag in Rutesheim spielen musste. „Der ist dort extrem weich und lang. Die Rutesheimer spielen darauf mit normalen Stollen“, so Rümmelin. Dennoch hatten die Fußballer im Auswärtsspiel bei der SK Rutesheim II einige Probleme. „Einige Male sind Spieler einfach so ausgerutscht.“ Mit dem Kunstrasen, der in Lomersheim verlegt wird, gibt es derartige Probleme angeblich nicht. Darauf wird mit so genannten „Tausendfüßlern“ gespielt, Fußballschuhen, deren Sohlen mit zahlreichen kurzen Gumminocken besetzt sind.

Der Kunstrasen in Lomersheim wird 62 Meter von Seitenlinie zu Seitenlinie und 94 Meter von Torlinie zu Torlinie messen, wäre damit für Punktspiele in der Verbandsliga und darunter zugelassen. Barrieren an den Längsseiten, Ballfangzäune vier Meter hinter den Toren sind geplant, außerdem ein abschließbarer Rundumzaun, der verhindern soll, dass Fremde das Hightechspielfeld als Bolzplatz missbrauchen. Die Erde, die vom jetzigen Rasenplatz 30 Zentimeter tief abgetragen wird, wird zum Bau eines Damms auf der Ostseite verwendet. Gebaut wird außerdem ein Brunnen, um die Spielfelder künftig mit Grundwasser zu beregnen. Dieser kostet zwar rund 25000 Euro extra, würde sich jedoch rasch amortisieren, da der Verein die Spielfelder seither jährlich mehr als 3000 Euro ausgibt, um mit Leitungswasser zu beregnen. Und auch der Kunstrasen wird an sommerlichen Tagen etwas Wasser zur Kühlung benötigen.

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