Alle halten den Ball flach

Lomersheim und Illingen wollen in der zweiten Saisonhälfte ihre gute Form bewahren – Iptingen geht verstärkt in die Rückrunde

Von Silas Schüller Erstellt: 5. März 2019, 00:00 Uhr
Alle halten den Ball flach Spucken vor der Rückrunde keine großen Töne: Die Iptinger mit Karl-Heinz Nagel (v. li) und Martin Weeber, Ilingens Spielertrainer Tobias Häfner und Phönix-Coach Simon Roller. Archivfotos: Schüller

Mit dem TSV Phönix Lomersheim und dem SV Illingen haben in der Kreisliga A3 Enz-Murr gleich zwei Teams aus dem MT-Gebiet Aufstiegschancen. Doch während man am Wässerle schon mit der Meisterschaft rechnet, muss der Nachbar noch mal richtig Gas geben.

Mühlacker. Ganz zufällig war der Zeitpunkt der Mitteilung, dass der SV Illingen mit seinen Trainern der ersten und zweiten Mannschaft verlängert, nicht gewählt worden. Am vergangenen Freitag, gut eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt in den Kreisligen A3 und B8, gab der Verein die Vertragsverlängerung mit Tobias Häfner und Philipp Schaefer bekannt.

„Die Entscheidung stand im Grunde genommen schon länger fest, jetzt wollten wir für die Spieler und auch für uns selbst Klarheit schaffen“, sagt Häfner, der mit seinen 31 Jahren noch gerne selbst auf dem Platz steht, sich aber in der Regel an der Seitenlinie aufhält. Nach einer soliden Hinrunde – Illingen steht mit 28 Punkten auf Rang fünf – möchte Häfner auch im neuen Jahr den Kontakt zum Relegationsplatz, der zwei Zähler entfernt ist, halten, vermeidet jedoch eine klare Zielsetzung: „Bei uns geht es vor allem darum, dass wir uns Stück für Stück weiterentwickeln und Spaß miteinander haben.“ Der soziale Rahmen stehe grundsätzlich über dem Erfolg, wenngleich er ein sehr ehrgeiziger Mensch sei und immer nach dem Optimum strebe. Mit Stefan Senftleben, der aus Roßwag/Mühlhausen kam, und Chris Keller, der inzwischen spielberechtigt ist, hat der Spielertrainer zwei weitere Optionen zur Verfügung, um mit der Mannschaft den Platz im oberen Mittelfeld zu verteidigen. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob die Aufstiegsrelegation doch noch ein Thema bei den Blau-Weißen wird.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Lomersheimer als Zweiter in die Relegation kommen, tendiert indes gegen null. Mit 16 Punkten Vorsprung thront die ungeschlagene Truppe von Simon Roller an der Spitze der Liga, und alles andere als eine frühzeitige Meisterschaft käme einer Sensation gleich. Dennoch ist am Wässerle noch nicht die ganz große Euphorie ausgebrochen, was unter anderem dem geerdeten Trainer Simon Roller zu verdanken ist. Dieser führt die Lomersheimer mit seiner unaufgeregten Art geradewegs in die Bezirksliga, wo das eingespielte Team wohl besser aufgehoben ist als in der Kreisliga. Laut Roller tun seine Kicker gut daran, jetzt nicht die Zügel schleifen zu lassen: „Wir haben das Ziel direkt vor Augen, nun steht uns aber noch eine knackige Rückrunde bevor. Die Gegner werden alle hochmotiviert sein, uns die erste Saisonniederlage zuzufügen, deshalb müssen wir sofort an die Leistungen aus der Hinrunde anknüpfen.“

Unterstützt werden die Lomersheimer bei diesem Vorhaben von Neuzugang Vojtech Trusina, während Kevin Schellin im Winter zurück zum TSV Wiernsheim wechselte. Weiter ausfallen wird vermutlich Sören Christophori, der bereits in der Hinrunde einige Partie verletzt verpasst hatte. Die restlichen Spieler befinden sich in einer Top-Form, was der 3:1-Testspielsieg gegen den badischen Landesligisten Niefern eindrucksvoll unterstrich. Nichtsdestotrotz hält Roller den Ball flach, schließlich „interessiert sich in zwei Wochen kein Mensch mehr dafür, wie die Vorbereitung gelaufen ist“. Zur letzten Generalprobe empfängt Phönix am kommenden Samstag die Landesliga-Reserve aus Löchgau, worauf sich der Lomersheimer Coach besonders freut: „Seit dem Trainingsauftakt ist alles gut gelaufen, jetzt haben wir vor dem Liga-Auftakt noch einmal einen starken Gegner zu Gast, den wir von früher kennen und der uns richtig fordern wird.

Im Gegensatz zu dem Spitzenreiter können die auf Rang elf platzierten Iptingern am Wochenende nicht mehr testen, für die Grünhemden geht es gegen Enzweihingen schon um die ersten Punkte im Kalenderjahr. Die Frage, ob die Mannschaft von Martin Weeber für den Kampf um den Klassenerhalt bereit ist, stellt sich dabei eigentlich nicht. Zuletzt schickte man mit dem FV Lienzingen (4:0) und dem SV Gebersheim (5:0) zwei Gegner nach Hause, die in ihren Ligen um den Aufstieg mitmischen. „Bei diesen Vorbereitungsspielen hat man gemerkt, dass wir den kompletten Kader zur Verfügung hatten“, betont Iptingens Torhüter Marco Euchenhofer.

Der 31-Jährige blickt nicht nur wegen der Verstärkungen – Max Weeber, Adrian Schrodt, Alexander Huber, Jens Schrodt und Sebastian Stoklossa bereichern die erste Mannschaft – optimistisch auf die restlichen Partien. „Im Herbst haben wir uns zu viele individuelle Fehler in der Abwehr erlaubt und deshalb einige Punkte verschenkt. Wenn wir uns in der Defensive aber verbessern, können wir mit den Teams über uns mithalten“, stellt Torwart Euchenhofer klar. Zunächst genieße allerdings der Blick nach unten Priorität: Sachsenheim liegt auf dem Abstiegsrelegationsplatz nur drei Zähler hinter den Iptingern, nachdem die Weeber-Elf im Dezember mit 2:3 gegen den direkten Konkurrenten den Kürzeren gezogen hat.

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