Als Nummer eins in die neue Wettkampfsaison

Karina Mantai führt nun die deutsche Junioren-Rangliste an

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 4. Juli 2017, 00:00 Uhr
Als Nummer eins in die neue Wettkampfsaison Karina Mantais Ziel in der kommenden Wettkampfsaison ist die erneute Teilnahme an den Europameisterschaften und Weltmeisterschaften der Junioren (U20). Foto: Bizzi

Ein paar freie Tage verbringt Karina Mantai derzeit zu Hause in Illingen, genießt sie jedoch nur bedingt. Nach einer Handgelenks-OP und einem Bänderriss kann die Degenfechterin zu ihrem Leidwesen keinen Sport machen. Dennoch wird sie nun als Nummer eins in der deutschen U20-Rangliste notiert.

Illingen. Als Nummer drei hat Karina Mantai die abgelaufene Saison beendet, als Führende beginnt sie die neue Wettkampfzeit. Vanessa Riedmüller und Sophia Weitbrecht, beide vom Heidenheimer SB, die seither an der Spitze standen, scheiden altershalber aus dem Junioren-Ranking aus. „Das ist ein richtig gutes Gefühl, die Nummer eins zu sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich es so weit schaffen könnte“, sagt Karina Mantai, die gerade ein paar Tage zu Hause in Illingen verbracht hat, heute aber wieder nach Tauberbischofsheim reist, um mit ihren Schulkameradinnen den Abiball zu feiern. Erst in der vergangenen Woche hat sie mit der mündlichen Prüfung in Spanisch die letzte Hürde zur allgemeinen Hochschulreife genommen. Abischnitt: 2,1.

Zwangspause bis September nach einer Handgelenks-OP

„Eigentlich hatte ich mir 2,0 vorgenommen, dazu fehlten drei Punkte“, ärgert sich Karina Mantai ein wenig, obwohl die Spanischprüfung nach eigener Aussage besser lief als gedacht. Drei Punkte, die sie gewiss locker eingeheimst hätte, wenn im vergangenen Halbjahr nicht auch noch die Teilnahmen an den Europameisterschaften und den Weltmeisterschaften der U20 hinzugekommen wären. Und drei Punkte, die sie vermutlich auch eingeheimst hätte, wenn sie wie ursprünglich gedacht in Sport anstatt Spanisch in die Prüfung gegangen wäre. Doch das verhinderten zwei Verletzungen.

Die eine Verletzung: ein hundsgewöhnlicher Bänderriss im Sprunggelenk, wie ihn fast jeder Sportler irgendwann in der Laufbahn mal ereilt. Die andere Verletzung aber war und ist ein wenig komplizierter. Seit Monaten plagte sich Karina Mantai immer wieder mit Schmerzen im Handgelenk, das beim Fechten anschwoll. Die Ursache war, wie sich schließlich herausstellte, eine angeborene Überbeweglichkeit des Daumengelenks, wodurch der Daumenknochen nicht sauber im Gelenk saß. Dies wurde nun operativ behoben, ein Stück ihres Hüftknochens dazu entnommen und als stabilisierender Keil im Handgelenk eingesetzt, zur Verstärkung außerdem eine Sehne in zwei Stränge aufgeteilt und neu verlegt.

„Dieser Eingriff wäre irgendwann auf jeden Fall nötig geworden. Normalerweise wären die Probleme vielleicht in zehn Jahren aufgetreten, durch das Fechten kam das eben jetzt schon“, erklärt Mantai, die die Operation vorerst nur an der rechten Hand hat machen lassen. Links wird mit großer Sicherheit eines Tages folgen.

Training und Studium künftig in Oberösterreich

Noch steckt das rechte Handgelenk in einem Gipsverband, doch schon jetzt kann es die 19-Jährige kaum erwarten, wieder einen Degen in die Hand zu nehmen. Das wird sie auch in der kommenden Saison für den FC Tauberbischofsheim tun, trainieren wird sie jedoch in Linz in Oberösterreich. Dort zieht Karina Mantai mit ihrem Freund Hubert Königswieser zusammen, der ebenfalls erfolgreicher Degenfechter ist und für Österreich 2015 die U20-Weltmeisterschaft in Taschkent bestritt. In Wels, nur 15 Minuten Bahnfahrt von Linz entfernt, beginnt Mantai ein Maschinenbau-Studium.

Robert Rigo, dreimaliger WM-Teilnehmer in den 1990er Jahren, wird Karina Mantai bei der Fecht-Union Linz trainieren. Zunächst aber muss das operierte Handgelenk verheilen. „Wenn alles abheilt wie geplant, dann kann ich Anfang September wieder beginnen.“ Das wäre gerade rechtzeitig, um am 30. September beim ersten deutschen Ranglistenturnier in Bad Segeberg dabei zu sein. Und sollte es dazu nicht reichen, dann wäre das kein großes Problem: „Ich habe in der Rangliste genug Punktepolster nach hinten“, sagt Karina Mantai, deren erklärtes Ziel natürlich die erneute Teilnahme an den Junioren-Europameisterschaften Anfang März in Bratislava (Slowakei) und den Weltmeisterschaften im April in Verona (Italien) ist. Und das möglichst als deutsche Nummer eins.

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