Ötisheim feiert doppelte Erstklassigkeit

Die TSV-Faustballerinnen gewinnen die Aufstiegsrelegation in Gärtringen und treten im kommenden Jahr in der 1. Bundesliga Süd an

Von Silas Schüller Erstellt: 23. Juli 2019, 00:00 Uhr
Ötisheim feiert doppelte Erstklassigkeit Ab in die 1. Bundesliga! Selina Bierbaum (hinten, v. li.), Irina Kuhn, Nadine Schnaugst, Stefanie Späth, Larissa Vetter (vorne, v. li.), Birthe Lilienthal und Marie Rothmaier setzen sich in Gärtringen gegen die Konkurrenz durch. Foto: privat

Das erste Frauenteam des TSV Ötisheim hat seine Erfolgsgeschichte in Gärtringen fortgesetzt. Mit zwei Siegen in der Aufstiegsrelegation setzte sich das Sextett um Spielertrainerin Irina Kuhn gegen Staffelstein und Gärtringen durch.

Gärtringen/Ötisheim. So souverän, wie die Meistermannschaft durch die Feldsaison der 2. Bundesliga West spazierte, lief es für die Ötisheimer Frauen jedoch nicht: Sowohl in der Begegnung gegen Staffelstein (3:2) als später gegen Gärtringen musste das Team von Irina Kuhn alle Kräfte mobilisieren, um der Konkurrenz Paroli bieten zu können. „Eigentlich hatten wir darauf spekuliert, dass Gärtringen im ersten Spiel des Tages gegen Staffelstein gewinnt und wir dann mit einem Sieg vorzeitig durchkommen“, berichtet die Spielertrainerin. Allerdings setzten sich nicht die Gastgeber, sondern die Franken durch – und gegen diese traten die Ötisheimerinnen im Anschluss an.

Weil die nominelle Stammkraft Kristina Schnaugst fehlte, rückte Kuhn auf die zweite Angriffsposition, dahinter tauschte Stefanie Späth ihren Abwehrposten mit der Mitte. Als Defensivduo liefen Larissa Vetter und Birthe Lilienthal auf, Letztere hatte noch nie für die Rothemden gespielt und erwies ihrer Bekannten Marie Rothmaier (Angriff) einen Gefallen. Nicht zuletzt wegen dieser Rochaden fehlte dem Erfolgsteam zunächst die Lockerheit und Routine: „Wir haben zwar den ersten Satz gegen Staffelstein (11:7) recht deutlich gewonnen, waren aber noch nicht ganz im Spiel. Das wurde in den nächsten beiden Sätzen gemerkt, da sind uns zu viele leichte Fehler unterlaufen“, kommentiert Kuhn den holprigen Beginn in die Relegation. Erst im vierten (11:6) beziehungsweise fünften (11:5) Durchgang, als man in Rückstand noch stärker unter Druck stand, sei das wahre Leistungsvermögen zum Vorschein. „Die langen Ballwechsel waren zermürbend für uns, teilweise hatten wir das Gefühl, dass die jeden Angriff von uns abwehren können“, erzählt die Kapitänin. Als die kräftezehrende Begegnung entschieden war, atmeten die Ötisheimerinnen erst einmal tief durch, bevor der zweite Härtetest gegen das Heimteam über die Bühne ging. „Das war ein ganz anderes Spiel, Gärtringen hat in der Offensive mit viel Risiko agiert und die Ballwechsel kurz gehalten“, sagt Kuhn.

Obwohl dieser Stil ihrem Team etwas besser lag, ging es weiterhin um jeden Punkt, die Partie stand lange auf der Kippe. Dass am Ende ein glatter 3:0-Erfolg heraussprang, täuscht über die engen Spielstände während des Matches hinweg, in allen drei Durchgängen (jeweils 11:9) war die Verlängerung zum Greifen nahe. Freilich hätte Ötisheim auch eine Niederlage mit 2:3-Sätzen zum Aufstieg gereicht, aber mit diesem Gedanken wollte sich niemand beschäftigen. „Auf diesem Niveau kann man sich keine großen Aussetzer erlauben, alle drei Mannschaften hätten es aufgrund ihrer Leistung verdient gehabt, nach oben zu gehen“, stellt die TSV-Spielertrainerin fest. Letztendlich sei die Erfahrung der eigenen Mädels entscheidend für den Erfolg gewesen, in den wichtigen Momenten habe das Team wieder als Einheit überzeugt.

Dazu zählen auch die Ersatzspielerinnen Selina Bierbaum und Nadine Schnaugst, die nicht zum Einsatz kamen. „Für Selina tut es mir leid, dass sie nicht zum Einsatz kam. Sie spielt normalerweise in der zweiten Mannschaft und war wegen unseres Personalnotstands Team nicht in ihrem Team dabei,“ gibt sich Kuhn selbstkritisch. Die angeschlagene Nadine Schnaugst sei indes nur als „Notnagel“ mitgefahren und kehre zur Hallensaison zurück. Bevor diese Mitte November startet, legen die Ötisheimerinnen eine Sommerpause ein – und legen dann im Herbst in der 1. Bundesliga Süd los.

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