Faustball: Ötisheim steigt in die erste Liga auf

TSV-Frauen setzen sich in der Relegation souverän durch

Von Silas Schüller Erstellt: 25. Februar 2019, 00:01 Uhr
Faustball: Ötisheim steigt in die erste Liga auf Spielen bald in der 1. Bundesliga: Irina Vetter (oben, v. li.), Larissa Vetter, Kristina Schnaugst, Stefanie Späth (unten, v. li.), Marie Rothmaier, Nadine Schnaugst und Stephanie Frech. Foto: privat

Auf die Fabelsaison folgt die Krönung: Die Frauen des TSV Ötisheim haben die Aufstiegsrelegation in Vaihingen bravourös überstanden und dürfen sich auf ihre erste Hallenrundensaison in der 1. Bundesliga Süd freuen.

Vaihingen/Enz. Am Ende war es eine klare Angelegenheit für die Ötisheimerinnen, die sich vor eigenem Publikum – der TSV trat als Ausrichter in der Vaihinger 1-2-3-Halle auf – den Traum der 1. Bundesliga erfüllten. „Wir sind alle überglücklich, dass wir die Hallenrunde so beenden konnten“, frohlockte TSV-Spielertrainerin Irina Vetter nach der letzten Begegnung gegen Käfertal (3:0). Bereits vor dem dritten Spiel war den Gastgeberinnen Platz eins oder zwei sicher, sodass der Auftritt gegen ein überfordertes Käfertal keinen Wettkampfcharakter mehr hatte.

Dabei begann die Aufstiegsrelegation alles andere als entspannt für die TSVlerinnen: „Wir waren am Anfang gegen Gärtringen richtig nervös, und das hat sich vor allem im ersten Satz bemerkbar gemacht“, berichtet Angreiferin Marie Rothmaier. Zwar holten ihre Mitspielerinnen die ersten Punkte und führten schnell mit 5:1, doch danach schlichen sich ungewohnt viele Fehler bei den Rothemden ein. Die Gäste aus dem Heckengäu wussten diese Schwächephase zu nutzen und schnappten sich den ersten Satz in der Verlängerung mit 13:11. Plötzlich war die Ötisheimer Mannschaft mit einer Situation konfrontiert, die sie aus der abgelaufenen Saison in der 2. Bundesliga nicht kannte – sie stand einem ebenbürtigen Team gegenüber.

„Das war das erste Mal, dass wir uns richtig strecken mussten“, gab Rothmeier zu. In den beiden Rundenspielen (3:0/3:0), die Ötisheim gegen Gärtringen zuletzt absolvierte, sei man nicht so gefordert gewesen, was die 32-Jährige auf die besonderen Umstände der Partie zurückführt. „Die waren richtig motiviert und haben sehr stabil im ersten Satz gespielt. Wenn das so weitergegangen wäre, hätten wir Probleme bekommen“, erklärt die Ötisheimer Punktelieferantin. Gärtringen ließ im zweiten Durchgang aber etwas nach – und der TSV fand allmählich zu seinen gewohnten Abläufen. Mit zunehmender Spielzeit agierten die Frauen von Irina Vetter präziser, der Widerstand Gärtringens hatte bald keine Wirkung mehr. In gewohnter Manier spulten die Ötisheimerinnen ihr Programm ab, sicherten sich die nächsten drei Sätze (11:7/11:4/11:5) und waren nur noch einen Sieg vom Aufstieg entfernt.

Es warteten anschließend die Vertreter der 2. Bundesliga West, von denen aber weder Langen noch Käfertal den Teams aus der Süd-Division Paroli bieten konnten. „Mit diesem Leistungsunterschied habe ich eigentlich nicht gerechnet“, kommentiert Irina Vetter das Gefälle zwischen den Spielklassen, die nominell auf derselben Ebene stehen. Die Resultate sprechen eine deutliche Sprache: Sowohl Ötisheim als auch Gärtringen fuhren zwei glatte 3:0-Siege gegen beide West-Vertreter ein, von denen allenfalls Käfertal als ersatzgeschwächtes Team eine Erklärung für das schwache Abschneiden parat hatte.

An der unbändigen Freude im Ötisheimer Lager ändert das freilich nichts, schließlich sind die TSV-Frauen nun endlich am Ziel ihrer historischen Saison angekommen. „Als wir vor der Hallenrunde Marie und Stefanie [Schnaugst; Anmerkung der Redaktion] dazubekommen haben, wussten wir noch nicht, wie gut das Team harmonieren wird. Zum Glück sind wir sofort zusammengewachsen und konnten immer als gute Gemeinschaft auftreten“, weist Vetter auf die Anfänge der Erfolgsmannschaft hin. Schon nach wenigen Trainingseinheiten seien Freundschaften geschlossen worden, die das Team durch die Hallenrunde getragen hätten. „Vielleicht ist es jetzt einfach an der Zeit gewesen, dass wir mit den Neuen den Sprung in die 1. Bundesliga packen“, meint die Spielertrainerin, die am liebsten auch in der Feldsaison eine Klasse höher spielen würde.

Zuletzt sind die Ötisheimerinnen unter freiem Himmel in der Schwabenliga angetreten, mit der Zustimmung der Vereine in der 2. Bundesliga West sei es allerdings möglich, ohne sportliches Zutun eine Spielklasse zu wechseln. „Die bisherigen Gespräche sind positiv verlaufen; ich versuche den beteiligten Teams deutlich zu machen, dass es die Liga nur aufwertet, wenn wir da mitspielen“, verrät Vetter, die mit ihren TSVlerinnen Kristina Schnaugst, Nadine Schnaugst, Stefanie Späth, Marie Rothmeier, Larissa Vetter und Stefanie Frech nicht nur in der Halle Spitzenleistungen zeigen möchte.

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