Radler müssen das Beste daraus machen

Die Enzberger Radballer kämpfen in der laufenden Saison an mehreren Fronten – Klassenerhalt in der Landesliga ist das große Ziel

Von Silas Schüller Erstellt: 27. März 2019, 00:00 Uhr
Radler müssen das Beste daraus machen Die Enzberger Fabian Burkhard (re.) und Rolf Kimmich (Mitte) müssen gegen Karlsruhe II viel Defensivarbeit leisten, am Ende verlieren die Partie trotzdem. Foto: Schüller

Das Landesliga-Team des RMSV Enzberg kämpft derzeit um den Klassenerhalt, obwohl man zu Beginn der Saison um die vorderen Plätze mitspielen wollte. Beim ersten regulären Heimspieltag sprang immerhin ein Sieg heraus.

Mühlacker-Enzberg. Durchhalteparolen sind in der großen Welt des Sports ein probates Mittel, um Mut zu schöpfen, obwohl es kaum mehr Hoffnung mehr gibt. Oft erwecken die Protagonisten, die sich der Presse stellen, dabei den Eindruck, als könnten sie selbst nicht mehr glauben, was ihnen über die Lippen kommt. Auch die Enzberger Radballer hätten in der laufenden Saison allen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, stehen sie doch entgegen allen Erwartungen im unteren Tabellendrittel der Landesliga und müssen gegen den Abstieg kämpfen.

Von lautem Wehklagen sind Rolf Kimmich und Fabian Burkhard aber weit entfernt: Das ungleiche Radballduo, das beim Heimspieltag die Enzberger Farben vertritt, hält sich nicht nur ungern in der Vergangenheit auf. Dennoch wissen beide: „Natürlich ist es kein Zufall, dass wir jetzt da unten stehen, aber jetzt müssen wir eben das Beste aus der Situation machen.“

Die RMSVler beziehen sich auf die Sperrung der Enzberg Turn- und Festhalle, die den Vereinen von September bis Februar nicht zur Verfügung stand. Während die Viktoria-Jugend und der hiesige Turnverein den Großteil ihrer Trainingsstunden und Kurse in die Hartfeldhalle oder in Mühlacker Hallen verlegen konnten, zogen die Radballer das schlechteste Los. Zwar konnte Kimmich, der als Vorsitzender, Trainer und Aushilfsspieler den Club wie kein anderer verkörpert, mit seinem Jugendteam in die Lomersheimer Turn- und Festhalle um, doch ansonsten gab es für die drei aktiven Radballteams keine Ersatzspielstätten vonseiten der Stadt. Das sei angesichts der Vielzahl an Vereinen und Gruppen, die in und um Mühlacker untergebracht werden müssten, durchaus verständlich, so Kimmich, gleichwohl habe er sich von der Stadt mehr Entgegenkommen gewünscht. Für den ersten Heimspieltag, der im Dezember angesetzt war, musste der 57-Jährige innerhalb kürzester Zeit einen anderen Austragungsort finden – um dann alle nötigen Gerätschaften dorthin zu schaffen. Mit dem 15 Kilometer entfernten Wimsheim hielten sich die Mühen dann einigermaßen in Grenzen, doch in finanzieller Hinsicht – die Vereinskasse ist auf die Erlöse aus der Bewirtung angewiesen – machte sich der Ortswechsel laut Kimmich durchaus bemerkbar. Mit den drei weiteren nach auswärts verlegten Heimspielen, die sich durch die weiteren Teams ergaben, musste der Verein demnach gewichtige Einbußen hinnehmen.

Um zumindest ein regelmäßiges, wenn auch nicht immer wöchentliches Training, auf die Beine zu stellen, fuhren die Enzberger Aktiven in dieser Phase häufiger nach Kieselbronn oder Ersingen, wo sie von den dortigen Radballclubs Zeiten eingeräumt bekamen. Dass diese Einheiten die gewohnten Einheiten bei weitem nicht ersetzen können, machte sich bei der ersten Mannschaft rasch bemerkbar. Allein gegen die – wie sich im Laufe der Runde herausstellen sollte – schwächsten Ligavertreter Kieselbronn, Nellingen II und Nellingen IV fuhr das Zweiergespann Fabian Burkhard/Christoph Stäbler Erfolge ein, ansonsten hagelte es neun Niederlagen und drei Unentschieden. „Wenn man in den vorangegangenen Jahren immer oben mitspielt und jetzt so eine Saison durchmacht, ist das schon eine ganz andere Geschichte“, stellt der 27-jährige Burkhard fest, der am Samstag auf seinen nominellen Mitspieler Stäbler verzichten muss. So ist es dem RMSV-Vorsitzenden Rolf Kimmich höchstselbst vorbehalten, in der eigenen Halle die Kohlen aus dem Feuer zu hohlen. In der ersten Begegnung gegen Kieselbronn läuft es allerdings noch nicht rund, mit 2:4 geht der Auftakt verloren. Das anschließende Spiel gegen den Achtplatzierten Forst I entpuppt sich als Krimi, an dessen Ende die Enzberger mit 4:3 vom Rad steigen. Dieser Erfolg gegen den einen Rang besser platzierten Kontrahenten sorgt bei den Gastgebern für Optimismus vor den weiteren Partien, doch körperlich sind die Enzberger inzwischen am Abbauen. Lässt sich das 3:5 gegen Karlsruhe II noch mit einigen vergebenen Abschlüssen erklären, so ist die 4:13-Pleite gegen Forst II ohne Zweifel dem konditionellen Zustand zuzuschreiben. „Die Forster sind ein richtig starker Gegner, da kann man schon verlieren. Am Ende ist uns dann die Kraft ausgegangen, sonst hätten wir sicher nicht so hoch verloren“, sagt Kimmich, der mit der Ausbeute von drei Punkten zufrieden ist. Für die Mission Klassenerhalt gibt er sich indes zuversichtlich: „Nach dem jetztigen Stand [Enzberg ist Neunter; Anm. d. Red.] steigen wir nicht ab, da müsste es am letzten Spieltag in zwei Wochen schon ganz unglücklich zugehen.“

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