Nina Reichenbach wird Weltmeisterin

Fahrradtrialerin des RMSC Ölbronn holt sich im Sonnental das Regenbogentrikot – Bronze im Team mit Vereinskollege Jonas Friedrich

Erstellt: 6. September 2016, 00:00 Uhr
Nina Reichenbach wird Weltmeisterin Nina Reichenbach (Mitte) jubelt als neue Weltmeisterin im Regenbogentrikot zwischen Perine Devahive (li.) und Janine Jungfels. Foto: privat

Nina Reichenbach hat in den italienischen Dolomiten ihren ersten WM-Titel bei den Frauen gewonnen und ist damit jetzt Deutschlands erfolgreichste Fahrradtrialerin. Bei der Siegerehrung bekam die Ötisheimerin das Regenbogentrikot übergestreift, das sie von nun an als Weltmeisterin ausweist.

Val di Sole (pm/eig). Es ist eines der begehrtesten Kleidungsstücke für Radsportler: ein weißes Trikot mit blau-rot-schwarz-gelb-grünem Brustring. Seit 1927 wird dieses sogenannte Regenbogentrikot vom Radsportweltverband UCI bei Weltmeisterschaften vergeben. Weltmeister und Weltmeisterinnen bekommen es bei der WM-Siegerehrung übergestreift und sind verpflichtet, es in jedem Wettkampf jener Disziplin zu tragen, in der sie amtierender Weltmeister sind. Ehemalige Weltmeister dürfen die Regenbogenstreifen am Ärmelsaum und am Kragen ihres üblichen Vereins- oder Nationaltrikots tragen. Nun also trägt auch Nina Reichenbach vom RMSC Ölbronn die Regenbogenstreifen, sie gewann die Weltmeisterschaften im Val di Sole, dem „Sonnental“ in den italienischen Dolomiten.

Zweimal schon war die Ötisheimerin Jugend-Weltmeisterin gewesen, zweimal stand sie bei Weltmeisterschaften der Frauen auf dem Treppchen: 2014 gewann sie Silber, 2015 Bronze. Auch bei den Europameisterschaften durfte die erst 17-Jährige schon dreimal jubeln: 2015 und 2016 gewann sie in der Frauenkonkurrenz jeweils Silber hinter der Slowakin Tatiana Janickova; 2014, mit gerade einmal 15 Jahren , bereits Bronze. Nun hat sie sich ihr erstes WM-Gold gesichert. Bei den Trial-Weltmeisterschaften in Val di Sole (Italien) die heute zu Ende gingen, jubelte Nina Reichenbach über den ersten WM-Titel einer Deutschen in der 20-Zoll-Klasse. Die 17-Jährige gewann das Finale überlegen vor der Titelverteidigerin Janine Jungfels aus Australien und der Belgierin Perrine Devahive.

Als viermalige Weltcupsiegerin in diesem Jahr war Reichenbach als Topfavoritin in die Titelkämpfe gegangen und enttäuschte nicht. Sie gewann bereits das Halbfinale mit einem großen Vorsprung von zwölf Punkten vor Titelverteidigerin Janine Jungfels (Australien). Auch im Finale zeigte Nina Reichenbach eine souveräne Leistung und siegte mit nur 21 Fehlerpunkten vor Jungfels mit 31 Punkten und Devahive mit 36 Punkten. Die weiteren deutschen Teilnehmerinnen waren nicht ins Finale gekommen.

Bei den Männern kam Jonas Friedrich, ebenfalls vom RMSC Ölbronn, zweimal unter die Top-Ten. Er belegte sowohl mit dem 20-Zoll-Rad als auch mit dem 26-Zoll-Rad den sechsten Platz. Im 20-Zoll-Wettbewerb holte sich der viermalige Europameister Abel Mustieles aus Spanien den Titel, Dominik Oswald vom MSC Münstertal wurde als Sechster, sein Teamkollege Raphael Pils als Achter notiert. Die 26-Zoll-Klasse beendete Oswald auf Rang sieben. Sieger wurde der Brite Jack Carthy. Raphael Zehentner von der MTG Kiefersfelden landete vor Jonas Friedrich auf Rang fünf.

Bereits zu Beginn der Weltmeisterschaften war der Mannschaftswettbewerb ausgetragen worden, in dem das deutsche Quintett mit Raphael Pils, Jonas Friedrich, Jannis Oing, Nina Reichenbach und Dominik Oswald die Bronzemedaille gewann. Lediglich die favorisierten Franzosen und die Spanier waren besser.

Am Ende kam das deutsche Team auf 570 Punkte und erreichte damit klar das Podest. Spannend wurde es zwischen Frankreich und Spanien, wo die Grande Nation schließlich mit 660 zu 630 Punkten die Nase vorn hatte und erfolgreich ihren Titel verteidigte. Die Entscheidung fiel in der letzten Runde, als der spanische 20-Zoll-Weltmeister Abel Mustieles einen Fehler machte, wohingegen der französische Rivale Nicolas Vallée, 26-Zoll-Junioren-Weltmeister von 2015, fehlerfrei blieb.

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