Nina Reichenbach gewinnt die Trial-EM

Mit dem Erfolg in der Schweiz komplettiert die 19-jährige Ötisheimerin ihre reiche Trophäensammlung

Von Silas Schüller Erstellt: 25. Juli 2018, 00:00 Uhr
Nina Reichenbach gewinnt die Trial-EM Nina Reichenbach gewinnt die Trial-EM

Die Ötisheimerin Nina Reichenbach hat im schweizerischen Moudon die Fahrrad-Trial-Europameisterschaft der Frauen gewonnen. Damit holte sie ihren letzten, bisher fehlenden großen Titel .

Moudon/Ötisheim Nach der Anreise am Donnerstag stieg die 19-Jährige zunächst am Freitagmittag beim Halbfinale in die Pedale. Dabei kämpften 15 Athletinnen um acht Finaltickets für den Samstag. Reichenbach zeigte bei allen Hindernissen kaum Schwächen und qualifizierte sich mit 15 Fehlerpunkten als Erste für die Endrunde. „So zu beginnen, ist natürlich super, schließlich weiß man am Anfang nie, ob und wie einem die Strecke liegt“, erklärte die Ötisheimerin im Gespräch mit dem Mühlacker Tagblatt. So hatte sie am Samstag das Vorrecht, nach ihren Konkurrentinnen als letzte Fahrerin starten zu dürfen. „Das ist schon ein Vorteil gewesen, weil ich sehen konnte, wo die Gegner Schwierigkeiten mit dem leicht veränderten Parcours hatten“, sagt Reichenbach, die mit dem gewonnenen Vorwissen selbstbewusst an den Start gehen konnte – und mit starken 13 Fehlerpunkten Manon Basseville aus Frankreich und Alba Hidalgo aus Spanien auf die Plätze zwei und drei verwies.

Entsprechend zufrieden ist die Athletin des RSC Bretten nach ihrem ersten Europameister-Titel in der Damen-Elite: „Nachdem ich schon mehrmals die Weltmeisterschaft, den Gesamtweltcup und die Deutsche Meisterschaft gewonnen habe, wollte ich jetzt unbedingt den EM-Titel holen.“ Bisher reichte es nämlich lediglich zu Rang zwei, obwohl Reichenbach von ihrem Leistungsvermögen her zu der absoluten Weltspitze gehört.

Das will sie auch in gut drei Wochen unter Beweis stellen, wenn in Val di Sole (Italien) der zweite von vier Wettbewerben des Gesamtweltcups ansteht. Dass die 19-Jährige wieder Chancen auf den Titel hat, versteht sich von selbst. Den ersten Wettkampf im österreichischen Vöcklabruck Anfang Juli gewann sie vor der Schwedin Nadine Kamark und der Spanierin Alba Hidalgo

Weil aber auch die besten Trial-Athleten keineswegs von ihrem Sport leben können, schlägt Reichenbach, die seit dem Abitur im vergangenen Jahr den Fokus auf die Wettkämpfe richtete, demnächst einen neuen Weg ein. „Ich fange im September mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau an“, verrät Reichenbach, die sich bewusst gegen ein Studium entschieden hat. Inwiefern sich das auf ihre Trial-Karriere auswirken wird, weiß die Sportlerin noch nicht. Sie geht aber davon aus, „dass es bis auf weiteres keine großen Veränderungen geben wird“. Die Weltmeisterschaft, die im November im chinesischen Chengdu steigt, ist jedenfalls fest im Terminkalender eingeplant. Des Weiteren gibt Reichenbach bekannt, dass sie im kommenden Jahr mit anderen Reifen ihr Fahrgefühl unter Beweis stellen möchte: „Ich habe mir überlegt, von den üblichen 20-Zöllern auf 26 Zoll zu wechseln. Das probiere ich mal, und wenn es nicht klappt, nehme ich halt wieder die alten Reifen.“

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