Mal eine Nummer größer

Für Nina Reichenbach und Jonas Friedrich geht mit der 26-Zoll-DM die Trial-Saison jetzt so richtig los

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 1. Juni 2018, 00:00 Uhr
Mal eine Nummer größer Jonas Friedrich (li.) demonstriert das 20-Zoll-Bike, Nina Reichenbach balanciert auf Reifen mit 26 Zoll Durchmesser. Foto: Eigner

In der Regel sind Nina Reichenbach und Jonas Friedrich auf Reifen mit 20 Zoll Durchmesser unterwegs. Doch für eine kurze Zeit im Jahr darf es eine Nummer größer sein. Diese Zeit ist genau jetzt. Am Wochenende bestreiten die beiden Fahrradtrialer vom RSC Bretten die Deutschen 26-Zoll-Meisterschaften.

Bretten. „Man bewegt sich anders. Das 20-Zoll-Bike ist agiler und handlicher“, erklärt Jonas Friedrich den Unterschied. „Große Hindernisse sind dafür auf 26 Zoll einfacher zu überwinden, aber mit der Präzision ist es nicht so einfach. Natürlich ist auch der Rahmen größer, das Bike ist insgesamt schwerer“, fügt Nina Reichenbach hinzu, die zweimalige und derzeit amtierende Weltmeisterin auf dem 20-Zoll-Rad. „Beim Anfahren ist das Kleine schneller“, sagt Reichenbach. „Dafür rollt das Große besser“, ergänzt Friedrich. Beide lachen.

„Bei uns beschränkt sich 26 Zoll auf etwa eine Woche im Jahr“, erklärt Nina Reichenbach. Und diese Woche ist genau jetzt. An diesem Samstag bestreiten die Ötisheimerin und der Großvillarser, beide 19 Jahre alt, die Deutschen Meisterschaften auf dem großen Trialbike, die in Gräfenroda in Thüringen stattfinden. „Ich fahre dieses Jahr erstmals offiziell in der höchsten Klasse, der Elite. Mein Ziel ist, das Finale zu erreichen, also die Top-Vier“, wagt Jonas Friedrich einen Ausblick und rechnet mit etwa 15 Konkurrenten im Starterfeld. „Es gibt keine Damenklasse, außer mir hat sich keine angemeldet. Also muss ich bei den Jungs mitfahren und wäre mit einem Podestplatz zufrieden“, nennt Reichenbach ihre Ambitionen.

Nach den Titelkämpfen in Gräfenroda stellen beide ihre 26-Zoll-Bikes wieder in die Garage und konzentrieren sich wieder auf die kommenden Wettbewerbe auf den kleineren 20-Zoll-Reifen. Die ersten Erfolge haben sie in diesem Jahr schon eingefahren. Nämlich mit dem Sieg für Reichenbach und Rang drei für Friedrich beim Weltranglisten-Wettbewerb der Kategorie UCI C1 Mitte April in Aywaille (Belgien). Und bei einem weiteren internationalen Turnier Anfang Mai in Schatthausen, der zugleich den Auftakt zur Süddeutschen Meisterschaft bildete. Dort war Jonas nur am ersten von zwei Tagen dabei und fuhr in der Elite auf den zwölften Platz. Nina Reichenbach hingegen bestritt nur den zweiten Tag und fuhr bei den männlichen Junioren auf den fünften Platz.

Richtig los geht die Saison aber erst jetzt mit der 26-Zoll-DM in Gräfenroda und dann den Deutschen 20-Zoll-Meisterschaften, die bereits am 23. und 24. Juni in Heiligenrode bei Kassel in Hessen anstehen. Die Weltcup-Saison, die sonst immer im Mai ihren Auftakt hatte, beginnt in diesem Jahr sogar erst am 7. und 8. Juli mit der Veranstaltung in Vöcklabruck (Oberösterreich). „Die Weltmeisterschaften sind wieder in China und dieses Jahr erst im November. Deswegen ist alles später als sonst“, erklärt Nina Reichenbach, die Gesamtweltcup-Siegerin 2016 und 2017.

Nach dem Auftakt in Vöcklabruck macht der Weltcup-Tross noch im Val di Sole in den italienischen Dolomiten, dann in Antwerpen und in Berlin Station. Mit der WM endet die Saison. In Chengdu, wo die Weltmeisterschaften bereits im vergangenen Jahr stattgefunden haben, will Nina Reichenbach ihren dritten Titel in Folge feiern. Einschließlich Silber 2014 und Bronze 2015 wäre dies der fünfte WM-Podestplatz bei den Damen in Folge.

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