Bisons und Hobby-Eisläufer können aufatmen

Mit dem Verkauf der Pforzheimer Eishalle an die Brauhaus Pforzheim GmbH ist die Zukunft des Eishockey-Klubs vorerst gesichert

Von Maik Disselhoff und Julia Klassen Erstellt: 22. März 2018, 00:00 Uhr
Bisons und Hobby-Eisläufer können aufatmen Die Pforzheim Bisons müssen ihre Schlittschuhe doch nicht an den Nagel hängen. Foto: Rubner

Pforzheim. Lange haben die Bisons zittern müssen, allerdings nicht vor Kälte, denn die sind die Eishockey-Spieler des 1.CfRPforzheim ja gewohnt. Vielmehr schlotterten den Vereinsverantwortlichen wegen der ungewissen Zukunft ihrer Eishalle die Knie. Doch der Lebensraum der Bisons ist nicht mehr bedroht. Das steht nach einem Gemeinderatsbeschluss vom Dienstag fest, der hinter verschlossenen Türen gefällt wurde.

Die Halle wird an die Brauhaus Pforzheim GmbH von Wolfgang Scheidtweiler verkauft, und zwar mit der Auflage, den Eissport im jetzigen Umfang für mindestens zehn Jahre weiter zu ermöglichen. Das bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung Philip Mukherjee, Pressereferent der Stadt Pforzheim. Zu weiteren inhaltlichen Details des Kaufvertrages dürfe und könne er nichts sagen, so der Pressereferent. Lange war unklar, wie es mit der St.-Maur-Halle und damit auch unweigerlich mit den Pforzheim Bisons mitsamt ihrem Nachwuchsbereich weitergeht. Zwei Bieter interessierten sich für die Halle.

Neben dem Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler wollte sich Investor Rainer Nuding in Pforzheim engagieren und die Eishalle in einen Trampolinpark verwandeln. Er bot dafür rund 1,7 Millionen Euro. Der Pforzheimer Unternehmer Scheidtweiler war hingegen mit deutlich weniger Geld ins Rennen gegangen. Die Entscheidung des Gemeinderats hatte sich nicht zuletzt deshalb verzögert. Die Stadtverwaltung musste abklären, ob ein Vertragsabschluss mit Scheidtweiler aus juristischer Perspektive wasserdicht ist. „Aus unserer Sicht ist der Kaufvertrag rechtssicher“, sagt Mukherjee auf Nachfrage des Mühlacker Tagblatt.

Ken Filbey, Coach der Pforzheim Bisons, ist „sehr erleichtert“ über den Verkauf der Halle an die Brauhaus GmbH. Im Vorfeld der Entscheidung hatte er gegenüber unserer Zeitung erklärt, was in Pforzheim auf dem Spiel steht: „Wir haben die Hoffnung, dass sich alles noch zum Guten wendet, ansonsten wäre das eine Katastrophe, vor allem für die Kinder und Jugendlichen, denen man ihr Hobby wegnimmt.“ Jetzt ist die Kuh vom Eis, auch wenn für die Vereinsverantwortlichen der Bisons noch Fragen offen sind. „Wir freuen uns, aber momentan weiß niemand so richtig, was genau läuft“, sagt Filbey. „Wir hoffen, dass alles so bleibt, wie es war“, so der Coach.

Das Landesliga-Team der Bisons kann jetzt mit viel Rückenwind in das nächste Spiel gegen den EHC Freiburg gehen, der in Pforzheim gewinnen und dadurch die Tabellenspitze erobern will. Das Spiel, das am Sonntag in der St.-Maur-Halle um 18.30 Uhr beginnt, dürfte angesichts der Umstände zu einer großen EishockeyParty mutieren.

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