Der Reiz an der eigenen Leistung

Hobbysportler streben beim Sportfest in Mühlhausen nach dem Deutschen Sportabzeichen, das bereits seit 1913 verliehen wird

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 31. Mai 2013, 00:00 Uhr
Der Reiz an der eigenen Leistung Nach Schnelligkeit und Koordination erfüllt Heinz Weiß beim Kugelstoßen auch im Bereich Kraft die Anforderung für das Sportabzeichen in Gold. Nur seine Ausdauer muss er noch beweisen Foto: Eigner

Mit Leichtathletik-Wettkämpfen hat gestern das Sportfest des TSV Mühlhausen begonnen. Morgens absolvierten 49 Kinder von zwei bis 15 Jahren ihren Dreikampf. Anschließend machte sich rund ein Dutzend Sportler auf die Jagd nach dem Deutschen Sportabzeichen, die in diesem Jahr neuen Regeln folgt.

Mühlacker-Mühlhausen. Mit einem kräftigen Schrei stößt Heinz Weiß die Kugel auf 7,78 Meter. Ganz zufrieden ist der 64-Jährige damit nicht. „Ich will Gold“, sagt der Mühlhäuser beinahe trotzig. Dabei würden in seinem Jahrgang 1948 dazu schon 6,25 Meter reichen. Aber das goldene Sportabzeichen ist nicht das einzige Ziel von Heinz Weiß: „Ich will über acht Meter stoßen“, hat er sich persönlich vorgenommen.

Seit exakt 100 Jahren gibt es das Deutsche Sportabzeichen, das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) pünktlich zum Jubiläum reformiert hat. Statt des bisher einheitlichen Abzeichens gibt es seit diesem Jahr das Deutsche Sportabzeichen erstmals dreifach: in Gold, Silber oder Bronze. „Es ist breiter gestreut. Auch Personen, die nicht ganz so top-trainiert sind, können das Sportabzeichen jetzt erreichen“, finden Heinz Weiß und Beate Straub die Reform im Grunde positiv.

„Bis letztes Jahr gab es einen Leistungskatalog: Hatte man alle Anforderungen erfüllt, dann bekam man das Abzeichen, ansonsten eben nicht“, erklärt Uwe Ott, der Gesamtjugendleiter des TSV Mühlhausen. „Wenn man jetzt die Leistung für Gold nicht erreicht, kann man das Sportabzeichen immerhin noch in Silber oder Bronze erhalten. Aber als Couchhocker schafft man das sicher auch nicht.“ Nach alter Regelung hatte ein 30-jähriger Mann beispielsweise den 3000-Meter-Lauf in 14:30 Minuten zu absolvieren, nun werden 14:10 Minuten für Gold verlangt, für das silberne Abzeichen genügen bereits 16:10 Minuten – vorausgesetzt, der Sportler schafft die entsprechenden Leistungskriterien auch in seinen anderen Disziplinen.

Nicht immer wurde es indes durch die Reform einfacher, wie Georg Brütsch bemerkt hat. „In meiner Altersklasse musste ich seither beim Weitsprung 4,40 Meter schaffen. Das reicht jetzt nur noch zu Bronze“, sagt der 17-Jährige und kramt zum Beweis die alte Leistungstabelle aus dem letzten Jahr aus der Sporttasche. Nach neuer Rechnung müsste er 4,90 Meter weit springen, um die Gold-Kriterien zu erfüllen.

Was den Reiz des Deutschen Sportabzeichens angeht, sind sich die Sportler in Mühlhausen einig: „Aus persönlichem Ehrgeiz“, stellt sich der zwölfjährige Phillip Ott den Aufgaben. Er will das Sportabzeichen in diesem Jahr zum dritten Mal erwerben. „Der Reiz ist, die Leistung noch zu bringen“, findet Heinz Weiß, der in diesem Jahr sein 16. Sportabzeichen anpeilt. In zwei von vier Disziplinen hatte der ehemalige Turner die Gold-Anforderungen schon vor dem gestrigen Kugelstoßen erfüllt: „Beim 25 Meter Schwimmen und beim Schleuderball-Werfen.“ Nun muss er sich heuer nur noch im Bereich Ausdauer einem Sportabzeichen-Test stellen. „Ich habe mir 400 Meter Schwimmen ausgesucht. Da habe ich mir 11:30 Minuten vorgenommen.“ Für das goldene Abzeichen indes würden schon 12:15 Minuten genügen. Aber auch im Kugelstoßen steht ja noch das persönliche Ziel aus: 8,00 Meter.

Also tritt Heinz Weiß zu seinem letzten Versuch in den Ring, drückt sich das drei Kilogramm schwere Wurfgerät an den Hals, beugt sich in die Knie, spannt den Körper, konzentriert sich und stößt. Die Kugel fliegt weit hinaus, doch das Maßband ist unbestechlich: 7,98 Meter.

Heute Abend ab 19 Uhr findet beim Sportfest in Mühlhausen das jährliche Elfmeterturnier mit diesmal mehr als 20 Mannschaften statt.

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