„Wollen unseren Verein feiern“

Achim Dürr und Markus Hammer vom Ötisheimer Bouleverein freuen sich auf die Aktionen im Jubiläumsjahr 2019

Von Silas Schüller Erstellt: 17. Januar 2019, 00:00 Uhr
„Wollen unseren Verein feiern“ Entspannt ins Jubiläumsjahr: BfA-Vorstand Markus Hammer (li.) und Mitgründer Achim Dürr. Foto: sil

Der Ötisheimer „Boule für Alle“-Club begeht heuer seine Festivitäten zum 25-jährigen Bestehen. Vereinsgründer Achim Dürr und Vorstand Markus Hammer, der auch in der ersten Mannschaft spielt, blicken mit Vorfreude auf die Aktionen, die vor ihnen liegen.

Sie haben in diesem Jahr einiges vor, veranstalten neben diversen Turnieren auch wieder die „AIZE-Open“. Warum legen Sie sich so ins Zeug?

Hammer: Zum einen wollen wir unseren Verein feiern und zum anderen wollen wir einfach präsenter sein.

Dürr: Es hat in den letzten Jahren eine große Interessenverschiebung gegeben. Wenn wir ein Zocker-Verein in Ötisheim aufmachen würden, dann hätte ich wahrscheinlich mehr Zulauf als beim Boule. Das digitale Zeitalter erfordert inzwischen ein größeres Programm, um aufzufallen.

Müssen Sie als Bouleverein gegen ein „Rentner-Image“ ankämpfen?

Dürr: Von außen betrachtet sagen das einige zu uns. Aber wenn man in der Bouleszene drin ist und sieht, wer die Turniere gewinnt, merkt man, dass das durchweg jüngere Menschen sind. Die spielen das richtig athletisch.

Hammer: In unserem Ort wohnt ein 32-jähriger Bundesligaspieler, der für Horb antritt. Alle Aktiven in der ersten und zweiten Bundesliga sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Bouleszene hat keine Probleme mit der Altersstruktur, die Einzelvereine vermutlich schon. Das liegt daran, dass die Clubs nur dann Spieler bekommen, wenn sie Hochleistungsboule spielen können.

Wie sieht es bei Boule für Alle mit der Mitgliederentwicklung aus ?

Hammer: Die Mitgliederzahl stagniert eigentlich seit Jahren bei knapp unter 100. Ich warte immer darauf, dass wir die Marke endlich knacken, momentan sind wir bei etwa 95 Mitgliedern. Von der Altersstruktur kommen zum Glück ein paar nach, die in unserem Alter sind.

Dürr: Was außerdem besonders auffällt, ist der erfreulich hohe Frauenanteil in unserem Verein.

Haben Sie eine Jugendarbeit?

Hammer: Wir haben Spieler, die vom Alter her in den Jugendbereich gehören. Die haben zuletzt auch recht erfolgreich bei der Jugend-DM gespielt. Mit Felix Hager, dessen Vater auch bei uns aktiv ist, bauen wir momentan einen 17-Jährigen in die erste Mannschaft ein. Wenn man junge Leute auf den Platz bekommen möchte, gelingt das eigentlich nur über Kinder von Mitgliedern.

Dürr: Man kann die Situation ein bisschen mit Fußballclubs vergleichen. Es gibt Vereine wie Hoffenheim, die Spieler ausbilden, die irgendwann zu Real Madrid oder Bayern München wechseln. Wir haben beispielsweise Philipp Stapf ausgebildet, der später bei Edingen/Neckarhausen in der Bundesliga unterwegs war. Wann immer wir einen Jugendspieler herausgebracht haben, hat dieser dann auf Bundesliganiveau gespielt. In den vergangenen Jahren haben wir die Jugendarbeit ein bisschen schleifen lassen, was aber schlicht daran lag, dass es kein Spielermaterial gab.

Gab es diesen Nachwuchsmangel schon immer?

Hammer: Ja, im Grunde genommen war das noch nie anders, weil du nur Kinder von aktiven Boulespielern erreichst.

Ist das mitunter ein Grund für die vielen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr, wollen Sie nun auch Auswärtige erreichen?

Dürr: Wir wollen genauso Ötisheimer ansprechen; junge Leute, die als Gruppe ein paar Kugeln werfen und eine gesellige Zeit miteinander verbringen wollen.

Hammer: Unser Fun-Cup im Juli ist so ein Event, das wir speziell für diese Leute auf die Beine stellen. Das ist ein Jedermann-Turnier, in dem auch ungeübte oder neue Spieler mal reinschnuppern können. Da sind in der Vergangenheit immer die meisten Zugänge hängengeblieben.

Sie haben Veranstaltungen in der Boulearena, dem Vereinsheim und der Historischen Kelter geplant…

Hammer: Das Weihnachtskrimi-Dinner in der Kelter war mein persönlicher Wunsch, um mal wieder etwas zu machen, das mit Boule zunächst nichts zu tun hat. Wenn du nur außerhalb vom Ort deine Turniere machst, dann sieht dich nicht jeder. Aber wenn du im Ort aktiv bist, dann zieht das eben Aufmerksamkeit auf sich. Außerdem können wir mit dem Krimidinner noch eine gute Sache unterstützen, weil der Gewinn komplett an bedürftige Familien in Ötisheim geht.

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Wie sieht es bei Boule für Alle in sportlicher Hinsicht aus? Sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen?

Hammer: Unsere erste Mannschaft spielt seit Jahren in der Regionalliga Süd, also der zweithöchsten Klasse in Baden-Württemberg. Dieses Jahr wollen wir oben angreifen und fahren deshalb zur Vorbereitung mit einem externen Coach ins Trainingslager. Das zweite Team erreichte zuletzt den zweiten Platz in der Oberliga.

Dürr: Dann haben wir noch eine dritte Mannschaft in der Bezirksliga und ein Pokalteam, das fast immer die Endrunde im mittelbadischen Pokal erreicht. Zusätzlich gibt es noch vier Ötisheimer Hobbygruppen, die in der JUST-Liga spielen.

Welche Einzelspieler sind bei Ihnen besonders erfolgreich?

Hammer: Peter Schell etwa wurde 2018 Vereinsmeister. Sabine Mohr und Eckhard Buhl bilden seit Jahren ein erfolgreiches Doppel und haben erst kürzlich ein Doublette-Wettbewerb gewonnen.

Dürr: In der U55 haben Stefan Raible, Eleonora Böhme und Werner Bernauer den fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften geholt und Nina Schell, Felix Hager sowie Ruben Schön sind bei der Jugend-DM bis ins Viertelfinale gekommen und haben den fünften Platz belegt.

Worauf freuen Sie sich in den kommenden Monaten am meisten?

Dürr: Unsere Idee für die Jubiläumsfeier am 21. Juli finde ich toll, da werden wir vom ehemaligen Bouleplatz am Bahnhof über die Waldlichtung bis zur Boule-Arena wandern. Auf allen drei Plätzen kann man dann ein paar Kugeln werfen, dazu gibt es an allen drei Stationen eine kleine Überraschung für die Mitglieder und Gäste. Eine Woche später stehen dann die dreitägigen „AIZE-Open“ an, bei denen wir mit dem Fun-Cup und einem Frühschoppen viele Ötisheimer begrüßen möchten.

Hammer: Auch der Musikverein Ötisheim wird dann vorbeikommen und unser Fest umrahmen.

Was erhoffen Sie sich von den knapp 20 Veranstaltungen in diesem Jahr?

Dürr: Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn der Club in der medialen Öffentlichkeit steht und die Menschen über uns informiert werden. Beim Festwochenende wäre es toll, wenn viele Ötisheimer Bürger vorbeikommen und sich unsere Anlage anschauen.

Hammer: Ich erwarte, dass wir uns als Verein der Öffentlichkeit gut präsentieren und hoffentlich viel Spaß bei den Veranstaltungen haben. Es wäre natürlich auch schön, wenn diese große Herausforderung die BfA-Mitglieder zusammenschweißt.

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