Tim Koch spürt einen Ruck bei den Neckar-Riesen

Profi aus Dürrn hofft nach Trainerwechsel auf Erfolg und Einsätze

Von Steffen-Michael Eigner Erstellt: 16. Januar 2013, 00:00 Uhr
Tim Koch spürt einen Ruck bei den Neckar-Riesen Tim Koch am Ball – das vermissten seine Fans zuletzt. In den drei Punktspielen seit dem Jahreswechsel wurde der Small Forward aus Dürrn noch nicht eingesetzt. Foto: Baumann

Für die Neckar-Riesen Ludwigsburg läuft die Saison in der 1. Basketball-Bundesliga alles andere als plangemäß. Anfang Januar wurde Trainer Steven Key entlassen, John Patrick soll das Team nun aus der Abstiegszone führen. Für den Small Forward Tim Koch aus Dürrn eine Umstellung – und eine neue Chance.

Ludwigsburg. „Es ist ein Ruck durch die ganze Mannschaft gegangen“, beschreibt Tim Koch seine ersten Eindrücke mit dem neuen Trainer, die eher psychologischer Natur sind. „Wir haben unter John Patrick etwas mehr Freiheiten“, spürt der Basketball-Profi aus Dürrn. Noch freilich hat John Patrick bei den Neckar-Riesen nicht allzu viel ändern können.

Erst am 6. Januar nach der 73:78-Heimniederlage gegen die Walter Tigers Tübingen wurde sein Vorgänger Steven Key gefeuert, seit dem 7. Januar ist der neue Chefcoach in Amt und Würden und musste bereits zwei Punktspiele mit den Ludwigsburgern bestreiten. „Da bestand das Training zunächst daraus, sich auf die Gegner einzustellen“, erklärt Tim Koch, der auf der Position des Small Forward, des trickreichen Angreifers, spielt. Auch schickte John Patrick dann dieselbe Startformation auf das Feld wie sein Vorgänger.

In den drei Begegnungen seit Jahresbeginn allerdings war der 1,96 Meter große Tim Koch gänzlich zum Zuschauen verdammt. Weder von Steven Key in seinem letzten Spiel als Headcoach, das 73:78 gegen die Walter Tigers Tübingen verloren ging, noch von dessen Nachfolger John Patrick wurde Koch eingesetzt. „Ich kann noch nicht absehen, ob ich unter John Patrick mehr Einsatzzeiten bekomme, aber ich hoffe doch“, sagt Koch, der am 1. Februar 24 Jahre alt wird. In der laufenden Bundesliga-Hauptrunde erhielt der Dürrner in 13 der 19 Punktspielen seine Chance, kam auf zusammen 153:15 Minuten Einsatzzeit, erzielte 31 Punkte.

Auch die neue teaminterne Konkurrenz schreckt Tim Koch nicht. Ende vergangener Woche präsentierten die Neckar-Riesen Marqus Blakely als Neuzugang, der in dieser Saison für das NBA-Team Los Angeles Clippers drei Spiele in der Pre-Season bestritten hatte. Der 1,96 Meter große US-Amerikaner spielte in den vergangenen zwei Jahren bei den Bakersfield Jam, Iowa Energy und den Sioux Falls Skyforce, schaffte kurzzeitig den Sprung in den NBA-Kader der Houston Rockets. „Er ist ein relativ athletischer Spieler, ein wirklicher Springer, der unserer Mannschaft sehr weiterhelfen kann“, beschreibt Tim Koch seinen neuen Teamkameraden, der auch mal mit spektakulären Sprüngen zum Korb punktet. Mit diesen Fähigkeiten ist Marqus Blakely zwar eher ein Power Forward, aber auch auf Kochs Position könnte er eingesetzt werden. Dieser will um seinen Platz in der Mannschaft kämpfen. „Konkurrenzkampf muss herrschen, auch teamintern. Nur dann werden wir alle gemeinsam besser“, nimmt Tim Koch die Herausforderung an.

Auch die persönliche Zukunft hängt vom Klassenerhalt ab

Der Dürrner sieht einen Aufwärtstrend, obwohl die beiden unter John Patrick bei der TBB Trier mit 73:79 und gegen die s.Oliver Baskets aus Würzburg mit 74:81 verloren gingen. „Im letzten Spiel haben wir lange geführt, konnten es aber am Ende nicht durchbringen“, schildert Tim Koch das Problem. „Uns ging hinten raus die Kraft aus.“ So wird John Patrick wohl auch im athletischen und konditionellen Bereich arbeiten müssen. Noch steht die Hälfte der Saison bevor, aber: „Wenn wir jetzt nicht langsam anfangen zu punkten, stehen wir am Ende immer noch da unten.“ Wenigstens fehlen nur zwei Punkte zu den Nichtabstiegsplätzen.

Womöglich hängt auch die persönliche Zukunft Tim Kochs vom Klassenerhalt ab. Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2014, wäre aber mit einem Abstieg in die zweite Liga hinfällig. Das würde nicht unbedingt bedeuten, dass Tim Koch Ludwigsburg, wo er seit fast sieben Jahren spielt, verlassen würde, jedoch: „Dann müsste neu verhandelt werden.“ Am liebsten aber wäre dem Dürrner, wenn er mit den Neckar-Riesen eine weitere Saison in der 1. Bundesliga spielen könnte. Am 26. Januar steht das Rückspiel in Tübingen an, am 2. Februar ist der BBC Bayreut zu Gast in der Ludwigsburger MHP-Arena.

www.neckar-riesen-ludwigsburg.de

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