Klassenerhalt auf den letzten Metern

Die Hightowers gewinnen entscheidendes Spiel gegen Rastatt

Von Silas Schüller Erstellt: 11. April 2019, 00:00 Uhr
Klassenerhalt auf den letzten Metern Der TVler Christian Flätgen (re.) wird gleich doppelt gedeckt. Foto: Fotomoment

Ende gut, alles gut: Die Basketballer des TV Mühlacker haben den Klassenerhalt auf den letzten Drücker geschafft. In Maulbronn bezwangen die Hightowers den Landesliga-Konkurrenten Rastatt mit 73:70 nach Verlängerung.

Für die Hightowers um Markus Mahler (Mitte) endet eine durchwachsene Saison.Für die Hightowers um Markus Mahler (Mitte) endet eine durchwachsene Saison.

Mühlacker/Maulbronn. Einmal mehr standen die Mühlacker Basketballer am Sonntagnachmittag vor einer Mammutaufgabe: Nur ein Sieg gegen den Tabellenzweiten Rastatt-Rheinau würde den Hightowers helfen, die Abstiegsrelegation zu vermeiden. Dabei hatte Spielertrainer Markus Mahler gerade einmal sechs Leute zur Verfügung, die ihn auf dem Parkett unterstützen konnten. Nominell besteht die Landesliga-Mannschaft aus neun Spielern, doch aus diversen Gründen kam der vollständige Kader in dieser Runde noch nie zum Einsatz. Stattdessen hofften die TVler auf Unterstützung von den Rängen, für die der Trainer höchstpersönlich sorgte: „Ich habe alle Schüler vom Evangelischen Seminar eingeladen, und mindestens die Hälfte ist gekommen“, freute sich der hauptberufliche Lehrer.

Schon seit längerem wusste Mahler, dass die Enztalsporthalle durch die Turn-Abteilung belegt sein würde, weshalb er in Maulbronn anklopfte. „Wir sind nicht zum ersten Mal dorthin ausgewichen, die Schefenacker-Halle ist uns durchaus bekannt“, erklärt der 31-Jährige. So hatten es die Klosterschüler nicht weit – und die Hightowers ordentlich Stimmung in der Bude. Gegen die ambitionierten Rastatter, die sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg machten, kam dieser Trumpf wie gewünscht, die Hausherren nahmen die Euphorie mit in die Partie. Angeführt von Center Clemens Beisel baute das Team die Drei-Punkte-Führung aus dem ersten Viertel bis zur Halbzeit auf acht Zähler (34:26) aus, konnte sich jedoch nie zurücklehnen. „Die haben mit ihren starken Einzelspielern den Ball gut laufenlassen und uns richtig gefordert“, lobt Mahler den Kontrahenten aus der Rheinebene. Dass die Gäste nicht wie gewünscht zum Zug kamen, sei vor allem der intakten Abwehrformation zu verdanken, die die Zone vor dem Korb clever verteidigt habe. In der restlichen Spielzeit machten sich dann allerdings die beschränkten Wechselmöglichkeiten bemerkbar, die Blauhemden mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Bis zur letzten Spielminute verkürzte Rastatt auf 58:61, die Partie stand plötzlich auf der Kippe. Die Gäste drehten noch einmal auf und setzten wenige Sekunden vor der Schlusssirene zu ihrem finalen Wurf an, der als Dreier in die Reuse segelte – Verlängerung. Eigentlich hatten nun die Favoriten das Momentum auf ihrer Seite, doch die Hightowers bewiesen auf der Zielgeraden Durchhaltevermögen. „Es hat mich riesig gefreut, wie sich jeder Einzelne reingehauen und so die Mannschaft unterstützt hat“, berichtet der TV-Trainer. Statt eines Rastatter Runs folgte in der fünfminütigen Overtime ein spannender Schlagabtausch, in dem Mühlacker entscheidend vorlegte. Beim Stand von 73:70 hatten die Gäste keinen Dreier mehr auf Lager, die Sekunden verstrichen ohne weiteren Treffer. Es folgten emotionale Szenen auf dem Feld, was indes nicht nur an den Mühlacker Spielern lag: „Bei dem einen oder anderen Gegner sind ein paar Tränen geflossen, die wollten ja unbedingt aufsteigen“, erzählt Mahler. Ganz anders das Bild bei seiner Truppe, hier herrschte freilich Erleichterung über den Klassenerhalt. Gleichwohl sind sich die Hightowers bewusst, dass sie eine eher schwache Runde abgeliefert haben. Entgegen der Gewohnheit, in der oberen Tabellenhälfte zu landen, musste man immer mit einem Abrutschen in die Abstiegsregion rechnen. Auf der anderen Seite hätten die TVler mit drei weiteren Siegen den Oberliga-Aufstieg ins Visier nehmen können, so eng ging es in der Klasse zu. „Das Niveau ist nicht mehr so hoch wie vor zwei oder drei Jahren“, stellt der Mühlacker Coach fest. Vermutlich sei es noch nie so leicht gewesen, oben mitzuspielen, wenn man denn genügend „Manpower“ zur Verfügung hatte. Genau daran haperte es bei den Senderstädtern, weshalb der Blick nach oben nie infrage kam. Oft wechselten sich Sieg und Niederlage ab, mögliche Erfolgsserien rissen in der zweiten oder dritten Partie. Um solch einen „sinusförmigen Saisonverlauf“ im Herbst zu vermeiden, möchte Mahler in der Pause personell nachlegen – und vor allem den jetzigen Kader zusammenhalten.

Sportredaktion E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

silas.schueller@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen

Hightowers holen in Karlsruhe einen umkämpften Sieg

Karlsruhe/Mühlacker (sil). Die Basketballer des TV Mühlacker sind mit zwei Punkten und viel Selbstvertrauen aus der Begegnung beim KIT SC Karlsruhe zurückgekehrt. Unter der Leitung von Markus Mahler SIE MÖCHTEN… »