Wolfsspuren in Iptingen gemeldet

Wildtierbeauftragter geht derzeit von einem „unbestätigten Hinweis“ aus

Von Sofie Bloß Erstellt: 8. Februar 2019, 00:00 Uhr

Wiernsheim. Wiernsheims Bürgermeister Karlheinz Oehler hat in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend berichtet, dass Wolfsspuren bei Iptingen gesichtet worden seien. Der Wolf sei also wieder zurück, was er positiv bewerte, so der Rathauschef. „Die Natur erholt sich so weit, dass dieser große Jäger auch bei uns wieder auftaucht.“ Er halte es für „grottenfalsch“, diese Tiere jetzt einfach abzuschießen.

Bernhard Brenneis, Wildtierbeauftragter des Enzkreises und der für das regionale Wolfsmonitoring zuständige Förster, erklärt auf Nachfrage unsere Zeitung jedoch, dass es derzeit keinen sicheren erneuten Wolfs-Nachweis für Wiernsheim gebe. Tatsächlich sei am 26. Dezember 2018 ein Trittsiegel, also der mögliche Pfotenabdruck eines Wolfes, gemeldet worden. Da dies von Experten jedoch nicht bestätigt werden konnte, handle es sich um einen „unbestätigten Hinweis“, im Fachjargon C3. Beim Wolfsmonitoring, also der Überwachung der Population, für die in Baden-Württemberg die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) mit Sitz in Freiburg verantwortlich ist, werden Hinweise auf Wölfe nach den internationalen SCALP-Kriterien bewertet. Eingeteilt in drei Kategorien bilden die C1-Nachweise die wichtigste Stufe: Totfunde, eindeutige Fotobelege, eingefangene Tiere oder genetische Nachweise. Genetisch nachgewiesen wurde zuletzt im Januar 2018 ein Wolf mit dem amtlichen Namen GW 883m bei Iptingen. Dies konnte damals durch einen DNA-Abstrich eines gerissenen Tieres und einen Kotfund bewiesen werden.

Als „bestätigte Hinweise“ gelten die C2-Hinweise. Dabei handelt es sich um von Experten überprüftes und bestätigtes Material, meist sind dies Risse, Haare und Trittsiegel. Einen Riss könne der Fachmann anhand verschiedener Kriterien, wie zum Beispiel der Größe der Fangzähne, einem Wolf oder einem Hund zuordnen, so Brenneis. Unbestätigte Hinweise sind die C3-Hinweise, dazu zählt auch jener aus Wiernsheim. Diese seien oft von der Bevölkerung gemeldete Sichtbeobachtungen, aber auch Risse, Haare, Kot oder eben Trittsiegel, die jedoch von Fachleuten nicht eindeutig zugeordnet werden konnten. „Es ist selbst für Experten schwierig, Trittsiegel eindeutig einem Wolf zuzuordnen“, so Brenneis. Denn es gibt auch viele Hunderassen, die in Größe und Statur einem Wolf ähneln oder sogar auf Kreuzungen mit Wölfen beruhen, wie zum Beispiel der Tschechoslowakische Wolfhund.

Typisch für die Fährte eines Wolfes ist der geradlinige und gleichmäßige Schrittabstand. Im „geschnürten Trab“ legen Wölfe längere Distanzen energiesparend zurück. Dabei treten die Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten, während bei Haushunden die Pfotenabdrücke in der Regel leicht versetzt sind, weil sie oft die Gangart und die Richtung wechseln.

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