Naturfreund mit Erfindergeist

Herbert Glos aus Wiernsheim baut nicht nur Vogelhäuschen, sondern hat auch weitere gute Ideen

Von Volker Henkel Erstellt: 12. August 2019, 00:00 Uhr
Naturfreund mit Erfindergeist Naturfreund Herbert Glos. Fotos: Fotomoment

Wiernsheim. Mehlschwalben, Amseln, verschiedene Meisen, Hausrotschwanz und Spatzen: Herbert Glos hat an seinem Haus und im Garten am Cranachweg in Wiernsheim ein Refugium für die heimische Vogelwelt geschaffen.

Unter Mehlschwalbennestern leisten Auffangvorrichtungen für Vogelkot gute Arbeit.Unter Mehlschwalbennestern leisten Auffangvorrichtungen für Vogelkot gute Arbeit.

Sein Haus wird ständig von Mehlschwalben angeflogen. „Schwalben haben mir schon immer gefallen“, erzählt der 80-jährige gebürtige Wiernsheimer, der seit 1981 mit seiner Frau Rosemarie am Cranachweg wohnt. 18 Schwalbennester hat er an seinem Haus angebracht. „16 waren in diesem Jahr belegt“, freut sich Glos über die starke Nachfrage nach seinem „Wohnungsangebot“ für die Vögel.

Der ehemalige Goldschmiedemeister macht sich ständig Gedanken über seine geflügelten Hausbewohner. Die brütenden Schwalben und deren Nachwuchs in den Vogelhäuschen haben schließlich auch Bedürfnisse, die am Boden landen. Für diese Fälle hat sich Herbert Glos mehr Hygiene gewünscht – und eine praktische Lösung gefunden. Er nutzte mit Metalldraht gespanntes Armierungsgewebe, das eigentlich auf dem Bau verwendet wird, um den Risswiderstand beim Putz zu stärken, und befestigte seine selbst erfundene Auffangvorrichtung mit Blechen unter den Schwalbennestern. Der Boden unter den Nestern bleibt jetzt sauber. Einmal im Jahr reinigt Glos diese Auffangnetze.

„Er ist angeblich im Ruhestand“, schmunzelt seine Frau Rosemarie. Doch sie freue sich über seine Aktivitäten. Sie habe es auch nicht so mit dem nur Herumsitzen, kümmere sich lieber im Garten um Gemüse und Früchte, die Ernte und was daraus gemacht wird. Wein, Feigen, Tomaten, Zucchini, Brombeeren wachsen rund ums Haus am Cranachweg. Außerdem hängen überall Vogelhäuschen im Garten. „Die hier haben ein Blechdach“, zeigt Herbert Glos auf eines der Häuschen. Das Blechdach schütze die Vögel vor Katzen. „Sie rutschen dann auf dem Vogelhäuschen ab“, erklärt Glos, der sich wünscht, dass jeder Gartenbesitzer mehr für die heimische Natur macht. Deshalb verschenkt er auch viele Vogelhäuschen. „Die Nachbarn freuen sich auch über die Schwalben“, erzählt der Wiernsheimer. Wichtig sei ihm, dass die Menschen erkennen, dass eigene Aktivitäten und ein gewisses Verständnis für die Natur wichtig seien. „Steingärten würde ich verbieten“, sagt er bestimmt.

„Meiner Seele tut das gut“, erklärt Rosemarie Glos zum vielseitigen Leben im eigenen Garten, während ihr Mann schon wieder in der Werkstatt verschwindet und an Vogelhäuschen, Auffangvorrichtungen und kleinen Schäfchen aus Holz baut. Die macht er auch für den Wiernsheimer Verein Naretoi, um dessen Arbeit für Menschen in Kenia zu unterstützen.

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