Viva La Summer: Erlös für erkrankten früheren Kreisjugendpfleger

Erstellt: 30. Juni 2018, 00:01 Uhr
Viva La Summer: Erlös für erkrankten früheren Kreisjugendpfleger Ziehen mit ihren Jugendlichen an einem Strang: Gino Becht (v.re.), Gabi Esposito, Nathalie Pavan und Benjamin Denk stellen einen Benefizabend auf die Beine. Foto: Deeg

Beim ersten „Viva La Summer“-Fest war er noch dabei. Nun wird die Veranstaltung um ein Benefiz-Vorhaben bereichert und für ihn durchgeführt: Florian Hennig, ehemaliger Kreisjugendpfleger. Er leidet an der seltenen frontotemporalen Demenz, wird von seinen Eltern gepflegt und ist wohl bald auf einen Rollstuhl angewiesen.

,,Der Ausgangspunkt war eigentlich die 37-Grad-Reportage im ZDF“, sagt Jugendpfleger Gino Becht im Interview mit unserer Zeitung. ,,Davor wussten wir nicht wirklich, was er hat. Danach haben wir entschieden, dass wir ihn besuchen wollen, und wir haben über E-Mail den Kontakt hergestellt. Seine Mutter hat sich sehr gefreut, dass wir Florian nicht vergessen haben. Unser Besuch dauerte dann etwa vier Stunden – und wir waren, obwohl wir durch die Reportage ja schon einiges wussten, trotzdem schockiert.“

Lesen Sie das ganze Interview in unserer Samstagsausgabe, das unsere Zeitung mit ehemaligen Weggefährten Hennigs in der Jugendarbeit geführt hat.

Der komplette Erlös der Veranstaltung soll seiner Familie zugutekommen. Das „Viva La Summer“ findet am Freitag, 13. Juli, ab 18 Uhr im Jugendhaus „EnzZone“ Niefern (Bohnenbergerstraße 1) statt. Auf der Bühne sorgen Oliver Gimber (bekannt aus: „Der Witz vom Olli“), die Band Feintonfilter, MC Bruddaal und „Luke&Tobe“ für Unterhaltung. Veranstaltet wird der Abend von den Jugendpflegern Gino Becht und Benjamin Denk sowie ihren Kolleginnen Nathalie Pavan und Gabi Esposito und Jugendlichen aus Niefern, Maulbronn, Enzberg, Mühlacker und Ötisheim.

Unterstützt werden die Macher von ihren Kommunen sowie von der Veranstaltungsfirma Antevents aus Dürrmenz, dem F & G Sicherheitsdienst aus Maulbronn, der Sparkasse Pforzheim Calw sowie der Maulbronner Firma Flux. Im Gegensatz zu den vergangenen Veranstaltungen richtet man sich nicht ausschließlich an Jugendliche. Im Gegenteil: Mit dem Programm sollen unterschiedliche Altersklassen angesprochen werden. Den Veranstaltern ist wichtig, möglichst viel Geld für Familie Hennig zu sammeln. Es wird auch eine Spendenbox aufgestellt. Außerdem können sich Besucher für kleines Geld auf einem roten Teppich fotografieren lassen. Tickets gibt es ausschließlich an der Abendkasse, daher lohnt es sich, früh da zu sein.

 

Frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit)

Die frontotemporale Demenz ist eine Krankheit, bei der der Abbau von Nervenzellen zunächst im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns stattfindet. Von hier aus werden unter anderem Emotionen und Sozialverhalten kontrolliert. Die Altersspanne der Betroffenen ist sehr groß und beläuft sich auf Menschen zwischen 20 und 85 Jahren.

Bei fast allen Patienten fallen zu Beginn der Erkrankung Veränderungen der Persönlichkeit und des zwischenmenschlichen Verhaltens auf. Dazu zählen insbesondere Aggressivität, Taktlosigkeit, maßloses Essen, aber auch Teilnahmslosigkeit. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln sich Störungen der Sprache, die sich in Wortfindungsstörungen, Benennensstörungen, Sprachverständnisstörungen und fehlendem Mitteilungsbedürfnis bis zum völligen Verstummen äußern. Im weiteren Verlauf kommt es zur Beeinträchtigung des Gedächtnisses, die lange Zeit aber nicht so stark ausgeprägt ist wie bei der Alzheimer-Krankheit. Bisher gibt es keine gezielten Therapiemöglichkeiten. Die medikamentöse Behandlung zielt derzeit darauf ab, die Verhaltensauffälligkeiten der Patienten zu mildern.

Das Zusammenleben mit einem Patienten, der an einer frontotemporalen Demenz leidet, bedeutet für die Angehörigen eine enorme Belastung. Vor allem sind es die Verhaltensauffälligkeiten, besonders Aggressionen, enthemmtes Verhalten und Unberechenbarkeit der Patienten, die den Angehörigen zu schaffen machen. (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft)

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