Tiefenbronner Bluttat: Anklage lautet auf Mord

Erstellt: 15. Oktober 2019, 16:57 Uhr

Tiefenbronn (pol). Gegen den 61-jährigen Familienvater, der im dringenden Verdacht steht, am Samstag, 25. Mai, seine 38 Jahre alte Frau umgebracht und seinem elfjährigen Sohn lebensgefährliche Verletzungen zugefügt zu haben, ist inzwischen Anklage erhoben worden. Das teilten das Präsidium Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Pforzheim am Dienstagnachmittag mit.

Wie berichtet, wurde der Mann noch am Tattag von der Polizei festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, Zweigstelle Pforzheim, habe nunmehr beim Schwurgericht des Landgerichts Karlsruhe Anklage wegen Mordes in zwei tateinheitlichen Fällen in Tateinheit mit versuchtem Mord und mit gefährlicher Körperverletzung erhoben, heißt es in der Mitteilung. ,,Dem 61-Jährigen wird vorgeworfen, am frühen Nachmittag des 25. Mai seine Ehefrau und seinen 8-jährigen Sohn im gemeinsamen Wohnhaus in Tiefenbronn nach vorheriger Verabreichung benzodiazepinhaltiger Substanzen mit einem Küchenmesser getötet zu haben.“ Diese wirken laut dem Internetlexikon Wikipedia angstlösend, beruhigend, muskelentspannend und hypnotisch.

Seinen Sohn soll er nach der Betäubung mit demselben Messer lebensgefährlich am Hals verletzt haben. Ihm gelang es aber, aus dem Anwesen zu flüchten. Sein Leben konnte durch schnelle medizinische Maßnahmen gerettet werden.

Die Anklageschrift geht laut der Mitteilung vom Mordmerkmal der Heimtücke aus, so Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. ,,Der Tatverdächtige, welcher die Tathandlungen einräumt, soll von Anfang an geplant gehabt haben, nach der Tötung seiner Ehefrau und seiner beiden Söhne selbst aus dem Leben zu scheiden.“ Diesem Plan entsprechend soll er nach der Tat einen Cocktail aus Medikamenten und Alkohol zu sich genommen haben. Die Beweggründe des Tatverdächtigen sind bislang nicht geklärt. Die Anklage geht davon aus, dass die Schuldfähigkeit des Tatverdächtigen bei der Tatbegehung weder aufgehoben noch rechtserheblich eingeschränkt war.

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