Straßenfest Mühlacker: Mehr Besucher als in den Vorjahren

Tausende Menschen flanieren am Wochenende durch die Stadt – Gäste aus beiden Bassano und Schmölln feiern mit

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 12. September 2016, 00:30 Uhr
Straßenfest Mühlacker: Mehr Besucher als in den Vorjahren Besuchermagnet Straßenfest: Tausende Menschen flanieren am Samstag durch die Waldenserstraße. (Stahlfeld)

Sonne pur und sommerliche Temperaturen haben am Wochenende die Besucher des 43. Mühlacker Straßenfests erfreut. Tausende Besucher flanierten am Samstag und Sonntag über die Enzgärten und durch die Dürrmenzer Gassen.

Mühlacker. Wer vom Kelterplatz zu der Veranstaltung kam, der konnte gleich ein Novum feststellen: Erstmals war das Gartenschaugelände richtig eingebunden. 2015 befand sich der TV Mühlacker noch etwas einsam auf der Mühlacker Seite beim Pavillion der Musikschule Gutmann. Dieses Jahr war das anders. Der Jugendraum Großglattbach ließ am Abend mit Party-Rock das Areal um die Mühlacker Tagblatt Leseinsel erzittern. Und gleich daneben drehten am Nachmittag die Pegasus-Pferde Däumling, Captain Cook, Ikarus und Captain Kirk mit ihren kleinen Reitern geduldig ihre Runden.

Im Jugendhaus „ProZwo“ wurde zu Konzerten geladen, und mittendrin war der TV Mühlacker, der nicht nur mit Kaffee und Kuchen lockte, sondern am Samstagabend auch mit der Band „Nutty as a friutcake“. Toller Standort, lauschiges Plätzchen. Nicht nur die rund 80 Helfer, sondern auch die Gäste waren fast restlos glücklich – da blieb nur noch der Wunsch nach der Belebung des Maulbeerplatzes offen. TV-Vorsitzende Karin Lutz schätzte es, „dass das Fest wieder stärker auch nach Mühlacker verlegt wurde“. Für den TV Mühlacker sei es Ehrensache, beim Straßenfest dabei zu sein. „Natürlich können wir das Geld auch gebrauchen“, betonte Lutz.

Deshalb krempelten auch andernorts die Mitglieder die Ärmel hoch, um mit den Festeinnahmen die Vereinsarbeit zu finanzieren. Über 100 Leute waren etwa bei den Sportfreunden im Einsatz. „Man glaubt nicht, was da alles dahintersteckt“, sagt Mike Feldmeier, Sprecher der Sportfreunde. Die Einnahmen deckten zwischen 40 und 50 Prozent der Vereinsausgaben ab. „Ohne die ehrenamtlichen Helfer kann man es nicht schaffen.“

Impressionen vom Straßenfest: Klicken Sie sich durch eine Bildergalerie.

Vermutlich genau deshalb galt am Nachmittag bei der Festeröffnung im Zelt des Musikvereins der Dank von Oberbürgermeister Frank Schneider neben vielen anderen auch den Mitgliedern der über 30 Vereine. Vermutlich genau deshalb stand das diesjährige Straßenfest unter dem Motto „Starke Vereine – starke Stadt“.
„Nur im Verbund kann man das Fest gemeinsam stemmen“, betonte Organsiationsleiter Jochen Schray vor den rund 200 Gästen. Unter anderem waren die Bundestagsabgeordnete Katja Mast (SPD) und aus dem Landtag Stefanie Seemann (Grüne), der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans-Ulrich Rülke und Professor Dr. Erik Schweickert (FDP) nach Mühlacker gekommen. Auch Alt-OB Gerhard Knapp ließ sich neben vielen Stadträten einen Besuch nicht nehmen. Schneider hieß ebenfalls Birgit Förster, die neue Bürgermeisterin von Niefern-Öschelbronn willkommen.

Das Straßenfest war – zumindest bis Sonntagabend – friedlich. Lesen Sie einen Artikel darüber.

So ein Fest mitten in den Straßen sehe man noch selten, betonte Schray, der nach eigenem Bekunden noch nie so viel bei einem Straßenfest geschwitzt hatte.
Da hatten die „Dark Passengers“ aus Bassano doch tatsächlich mit „Ring of Fire“ den richtigen Musik-Titel zur Eröffnung ausgewählt. Rund 30 Gäste waren einmal mehr aus der Partnerstadt angereist. Bürgermeister Riccardo Poletto bekannte sich in seiner Rede zu Europa und verwies auf neue geplante Jugendprojekte zwischen Mühlacker und Bassano. Maren Recken, Vorsitzende des Mühlacker Partnerschaftskomitees, übersetzte für die italienischen Gäste auch das Grußwort von Bürgermeister Sven Schrade aus der neuen Partnerstadt Schmölln.

Erinnern Sie sich noch an das Straßenfest 2015? Wir haben den Artikel von damals aus dem Archiv gekramt.

Schrade wies auf die über 50-jährigen Beziehungen zwischen den Städten hin. Er regte für die kommenden Jahre eine Radtour von Schmölln nach Mühlacker an, bevor der traditionelle Fassanstisch das Fest eröffnete. Ein Fest, „das weder musikalisch noch kulinarisch Wünsche offen lässt“, betonte ein Besucher lobend. Überall herrschte bei Traumwetter Hochbetrieb. Publikumsmagnet auf Dürrmenzer Seite war einmal mehr das Konzert von „Human“ beim Turnkraftwerk.

Das Fazit fällt für Chef-Organisator Schray, der 20 Jahre Straßenfesterfahrung hat, positiv aus: „So viele Leute waren schon seit Jahren nicht mehr hier.“ Allein am Samstag seien zwischen 10 000 und 12 000 Besucher gekommen. Sicherlich habe auch das tolle Wetter dazu beigetragen. „Es kühlte überhaupt nicht ab, man konnte nachts um 2 Uhr noch in kurzen Hosen herumlaufen, es war ein gigantischer Tag“, so Jochen Schray.

Weiterlesen

„Verlierer in der Fläche darf es nicht geben“

Enzkreis (pm). Mit einem neuen Förderprogramm für Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete will das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Breitbandausbau im ländlichen Raum weiter vorantreiben. Das teilt der CDU-Bundestagsabgeordnete… »