Sternenfelser Wehr probt den Ernstfall

36 Einsatzkräfte üben Taktik und Zusammenspiel der Beteiligten auf dem Gelände der Bodenseewasserversorgung

Von Norbert Kollros Erstellt: 31. Oktober 2016, 00:05 Uhr
Sternenfelser Wehr probt den Ernstfall In Kauerstellung auf der Suche nach vermissten Personen in verqualmten Örtlichkeiten.Fotos: Kollros

Bei der Großübung der Feuerwehr Sternenfels am Samstag war ein Engpass an Löschwasser so gut wie ausgeschlossen: Sie wurde auf dem Gelände der Bodenseewasserversorgung durchgeführt.

Großeinsatz auf dem Gelände des Hochbehälters Stromberg der Bodenseewasserversorgung bei Sternenfels: Feuerwehrübung mit realistischem Szenario.Großeinsatz auf dem Gelände des Hochbehälters Stromberg der Bodenseewasserversorgung bei Sternenfels: Feuerwehrübung mit realistischem Szenario.

Sternenfels. Das Szenario: 36 Einsatzkräfte aus Diefenbach und Sternenfels sahen sich mit einem Brand des Werkstattgebäudes konfrontiert. Die weitere Übungsannahme war, dass es zu einer Explosion gekommen war und Personen vermisst wurden. Zur Unterstützung war die Drehleiter aus Knittlingen angefordert worden, um das aus dem Dachstuhl schlagende Feuer zu bekämpfen. Vom DRK Maulbronn waren die „Helfer vor Ort“ mit Notarzt Stefan Bosch angerückt, die am Ende acht „Verletzte“ mit teils schweren Brandverletzungen zu versorgen hatten.

Einige dieser Brandopfer hätten im Ernstfall in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen gebracht werden müssen. Dafür war fiktiv ein Rettungshubschrauber angefordert, der beim Sportgelände seinen Landeplatz gehabt hätte. Auch ein Löschzug der Feuerwehr Mühlacker hätte sich dann einsatzbereit vor Ort befunden.

Mit schwerem Atemschutz waren die Retter in die verrauchten Räume vorgedrungen, wo sie nach und nach Verletzte bargen. Auch aus der Bürocontainer-Anlage wurden Leichtverletzte ins Freie geleitet. Gleichzeitig wurden aus mehreren Rohren die Flammen bekämpft, bis sich nach eineinhalb Stunden die Lage wieder normalisiert hatte.

Was das Löschwasser betrifft: Davon hat es in den beiden Reservoirs der Bodenseewasserversorgung (BWV) genug – zwei Behälter mit je 6000 Kubikmeter Inhalt. Doch die Zapfstellen hätten eine Besonderheit, erläuterte Rico Behrenz, stellvertretender Betriebsleiter in Sternenfels. Um eine mögliche Rückverkeimung des Trinkwassers, was landesweite Folgen für das Versorgungsnetz haben könnte, zu verhindern, dürfe es keine direkte Verbindung zwischen dem Wasser aus den Behältern und externen Anschlussarmaturen geben. Deshalb gebe es eine Schachtkammer, die geflutet werden und aus der sich die Wehr mit Löschwasser versorgen könne. Zwei solcher Pumpen waren am Samstag im Einsatz, zur Bedienung einer der beiden war ein neunköpfiger Trupp aus der Nachbargemeinde Häfnerhaslach angerückt.

Bei der abschließenden Lagebesprechung bilanzierten die Verantwortlichen einen reibungslos verlaufenen Trainingseinsatz. „Es ging um die Taktik und das Zusammenspiel der kooperierenden Kräfte“, so Ortskommandant Klaus Riekert. Durch die Randlage von Sternenfels an der Grenze zu gleich drei Nachbarkreisen ist Riekert auch die kreisübergreifende Zusammenarbeit wichtig, weshalb es naheliegend gewesen sei, bei der Übung an der Gemarkungsgrenze zu Häfnerhaslach auch diese Abteilung zu beteiligen.

Die Knittlinger Blauröcke hatten am Samstag auch eine Drohne mitgebracht, mit der Filmaufnahmen aus der Vogelperspektive erfolgen können, die der Einsatzleitung eine aktuelle Übersicht der Lage verschaffen. „Wir können damit Situationen erkennen, die wir vom Boden oder der Drehleiter aus nicht sehen können“, erklärte Kommandant Riekert.

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