Sternenfelser Firma FMB stellt Insolvenzantrag

Rund 80 Mitarbeiter betroffen – Auch weitere Unternehmen der Eucrea-Gruppe stecken in Schwierigkeiten

Von Thomas Sadler Erstellt: 9. März 2019, 00:00 Uhr
Sternenfelser Firma FMB stellt Insolvenzantrag Die Firma FMB Technik in Sternenfels ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Foto: Fotomoment

Sternenfels. Ende November 2016 richtete ein Feuer großen Schaden bei der Sternenfelser Firma FMB Technik an. Die Folgen wirken sich bis heute aus: Mitte dieser Woche hat die Eucrea-Gruppe, deren Hauptsitz in der Stromberggemeinde liegt, für mehrere ihrer Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt, unter anderem eben auch für die FMB Technik GmbH.

Ebenfalls betroffen ist laut Pressemitteilung der Anwaltssozietät Schultze&Braun (Achern) das Pforzheimer Oberflächenveredelungsunternehmen Weinbrecht&Kücherer, das für die Vergoldung des Fernsehpreises Bambi bekannt ist. Daneben haben die auf die Konstruktion von Galvanikanlagen spezialisierte Eucrea Industrieservice sowie die Eucrea Hexagon Holding GmbH beim Amtsgericht Pforzheim Insolvenzanträge eingereicht.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Holger Blümle von Schultze&Braun verschafft sich gerade einen Überblick über die wirtschaftliche Situation der Eucrea-Gruppe. Auch nach den Insolvenzanträgen läuft der Geschäftsbetrieb der Gesellschaften samt Produktion weiter. „Vorrangiges Ziel ist es, zunächst den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren sowie erste Sanierungsmaßnahmen umzusetzen. Kunden haben bereits signalisiert, weiter zu den betroffenen Unternehmen zu stehen“, sagt der Jurist Holger Blümle, der als vorläufiger Insolvenzverwalter gewissermaßen der jeweiligen Geschäftsleitung beigestellt ist. Die vier Gesellschaften, für die Insolvenzanträge gestellt wurden, beschäftigen insgesamt rund 130 Mitarbeiter. Die meisten von ihnen, nämlich circa 80, sind bei FMB Technik in Sternenfels beschäftigt und etwa 30 in Pforzheim bei Weinbrecht&Kücherer. Bis einschließlich April sind nach Mitteilung von Schultze&Braun Löhne und Gehälter der Belegschaften über das Insolvenzgeld gesichert.

Holger Blümle will jetzt rasch mit der Suche nach Investoren beginnen. „Nach meinem bisherigen Eindruck ist die Gruppe insgesamt gut aufgestellt. Sie ist ein führender, sehr innovativer Anbieter von Oberflächenveredelungen. Insbesondere im Bereich der selektiven Veredelung verfügt das Unternehmen über Produktionstechniken und Know-how, das am Markt einzigartig ist und die Gruppe zu einem Vorreiter in diesem Segment gemacht hat“, listet Blümle die Stärken der in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen auf.

Die Firma FMB Technik, die laut Schultze&Braun noch einen Lager-Standort in Langenberg (NRW) unterhält, versteht sich laut ihrer Homepage als Dienstleister für die Oberflächenbeschichtung von High-Tech-Produkten aus den Bereichen Automobilindustrie, Elektronik- und Elektroindustrie, Telekommunikation, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, Maschinen- und Kraftwerkbau. Gearbeitet wird überwiegend mit Gold und Silber.

Ursache der wirtschaftlichen Schieflage, so Schultze&Braun, sei nach Firmenangaben der Brand der Galvanik von FMB Technik im November 2016, bei dem, wie die Polizei damals mitteilte, ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstand. Dies habe zusätzliche Kosten verursacht und zu Umsatzeinbußen geführt, von denen sich das Unternehmen nicht mehr erholt habe. Darüber hinaus habe die Übernahme von Weinbrecht&Kücherer „die Liquidität der Gruppe belastet“.

Ziel sei es, möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten, doch ob dies gelinge, sei abzuwarten, sagte Ingo Schorlemmer, Pressesprecher von Schultze&Braun, am Freitag unserer Zeitung. Primär angestrebt werde „ein Verkauf des Komplettpakets“ an einen Käufer oder mehrere Investoren.

Nicht von den Insolvenzanträgen betroffen sind die beiden ausländischen Gesellschaften POSA (Schweiz) und Eucrea Kontakte (Polen).

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