Telefonzelle sorgt in Diefenbach für Diskussionen

Von Maik Disselhoff Erstellt: 9. März 2019, 00:00 Uhr
Telefonzelle sorgt in Diefenbach für Diskussionen Nicht nur Inge Häußermann hat Probleme mit diesem Bücherzellen-Standort. „Ich könnte mir so etwas beim Spielplatz an der Gießbachhalle vorstellen“, sagt sie. Foto: privat

In Diefenbach sorgt eine Telefonzelle, die bald als Bücherbörse dienen soll, für Wirbel. Um das Relikt aus der handylosen Zeit ist eine Diskussion entbrannt, die sich um grundlegende Fragen wie Schönheit und Kommunikation dreht.

Sternenfels/Diefenbach. Wie aus dem Nichts ist sie in Diefenbach Anfang der Woche aufgetaucht und hat die Blicke auf sich gezogen: eine Telefonzelle der Telekom. Verwundert dürften sich die Dorfbewohner in diesen Tagen die Augen reiben und fragen, was sie im Mobilfunkzeitalter mit dem Ding anfangen sollen. Auch die Diefenbacherin Inge Häußermann hat Notiz von der Telefonzelle genommen, die bei der Kelter am Ortseingang abgestellt wurde.

Die ehemalige Gemeinderätin forschte umgehend nach, was es mit der Zelle auf sich hat. „Da sollen Bücher rein“, weiß sie heute. Dagegen hat Häußermann freilich nichts, wohl aber gegen die Wahl des Standorts für die Telefonzelle, die künftig als Umschlagplatz für Literatur dienen soll. Außerdem stört sich Häußermann am Aussehen des von der Telekom ausrangierten Objekts. Die Telefonzelle sei noch nicht so alt, dass sie als „dekorativer Schmuck“ an den Ortseingang des malerischen, historischen Dörfchens Diefenbach passe, kritisiert die Bürgerin, die sich übrigens nicht nur an der wenig geglückten Standortwahl stört, sondern auch an der Art und Weise, wie die Diefenbacher zu ihrer künftigen Bücherzelle gekommen sind.

Die Gemeinderäte hätten auf Nachfrage erklärt, dass sie im Vorfeld von den Verantwortlichen im Rathaus nicht über die Aufstellaktion des Bauhofs informiert worden seien, berichtet Häußermann. Die Folge: „Nun steht ein magentafarbenes Telefonhäuschen total deplatziert am Ortseingang“, beklagt Häußermann. Für Fremde, die nach der Infotafel am Ortseingang suchten, sei die Sicht durch die Telefonzelle auf die Tafel zudem versperrt. Und wie solle man sich an der stark befahrenen Ortsdurchfahrt in Ruhe ein Buch ansehen oder aussuchen?

Tatsache ist, dass Häußermann nicht die einzige im Dorf ist, die sich an dem Standort stört. Auf Nachfrage bestätigt Kämmerer und Bauamtsleiter Markus Klein, dass es in der Sache bereits mehrere Anrufe bei der Verwaltung gegeben habe. „Der Standort hat Wellen geschlagen“, sagt er. Vielleicht sei das Ganze nicht so perfekt gelaufen, sagt der Amtsleiter, der im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, dass auch Sternenfels eine Bücherzelle bekommen solle. Zwei Standorte hat die Verwaltung im Visier: „Beim Komm-In oder bei der Bushaltestelle beim Rathaus“, sagt Klein.

Mit Blick auf die Optik der weiß-magentafarbenen Zelle in Diefenbach merkt der Amtsleiter an, dass man diese ja eventuell noch umgestalten könne. Klein sagt, dass der öffentliche Bücherschrank aus dem Gemeinderat heraus im Zuge der Haushaltsplanberatungen 2018 angeregt worden sei. „Dass man so etwas macht, war breiter Konsens.“ Auch in der Sternenfelser Nachbargemeinde Maulbronn soll es bald einen Bücherschrank geben – höchstwahrscheinlich ebenfalls eine Telefonzelle. Allerdings hatte Bürgermeister Andreas Felchle im Gemeinderat Mitte Februar betont, dass diese optisch ansprechend aussehen solle. Bei der Standortwahl soll der Rat übrigens mitreden dürfen.

Maik Disselhoff

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