Narren stürmen nicht nur das Rathaus

Am Faschingsdienstag kommen fantasievoll kostümierte Kinder bei Polonaisen und lustigen Spielen auf ihre Kosten

Von Eva Filitz und Volker Henkel Erstellt: 26. Februar 2020, 00:00 Uhr
Narren stürmen nicht nur das Rathaus Beim Rathaussturm in Knittlingen bebt die Stadtverwaltung. Foto: Filitz

Junge Narren sind beim Faschingsendspurt voll auf ihre Kosten gekommen. Auf zahlreichen Partys feierten sie die fünfte Jahreszeit mit Gesang, Polonaisen und Kostümen. Natürlich wurde auch wieder das Rathaus in Knittlingen gestürmt, wo Bürgermeister Heinz-Peter Hopp kampflos kapitulierte.

Enzkreis. Was der Gemeinderat bislang noch nicht geschafft hat, nämlich den Knittlinger Ratssaal mal so richtig zum Beben bringen, das gelang am Faschingsdienstag nahezu mühelos rund 90 Kindern aus dem evangelischen, dem katholischen und dem Kleinvillarser Kindergarten. Mit lautem Trommelschlag zogen sie durch das mit Ballons und Konfettischlangen geschmückte Treppenhaus. Im Saal angekommen, skandierten sie: „Wo bleibt der Hopp? Wo bleibt der Hopp?“ Der Hausherr ließ nicht lange auf sich warten, ergab sich kampflos, nachdem lustige Lieder ihn überzeugt hatten, dass seine Verwaltung bei den kleinen Narren für kurze Zeit gut aufgehoben ist. Er schwang auch fröhlich im Takt mit, nur bei Zungerausstrecken hielt sich das Stadtoberhaupt vornehm zurück. „Jetzt habt ihr die Macht übernommen“, überreichte er jeder Gruppe dann einen großen gebackenen Ratsschlüssel.

Als Aschenputtel verkleidet war am Nachmittag Arya Dönges zum Kinderfasching des SV Diefenbach in die Gießbachhalle gekommen. Jedes Jahr fährt sie mit ihrer Mama Heike Dönges von Neuenbürg dorthin. „Alles ist toll“, findet die Achtjährige, deren Oma in Diefenbach wohnt und auch mit von der Partie war. „Die Oma geht als Oma“, erklärte Arya Dönges den närrischen Dresscode ihrer Großmutter. Für sie selbst stand der Spaß im Vordergrund: „Ich will tanzen, hüpfen und etwas essen.“ Dafür gab es bei Spielen wie die „Reise nach Jerusalem“, dem Aufwickeln von Spielzeugautos oder Mohrenkopfessen viel Gelegenheit.

Getanzt wurde auch beim TV Hohenklingen in der Weissachtalhalle – und zwar auf Zeitungspapier. Der Verein organisiert jedes Jahr am Faschingsdienstag einen Kinderfasching. „Damit die Kinder glücklich sind“, berichtete Julia vom Organisationsteam, die sich über mangelnde Resonanz und fantasievolle Kostüme nicht beschweren konnte. So war beispielsweise Pia Kühner aus Knittlingen als Mini-Maus verkleidet, während ihr Neffe Matteo in die Rolle des Spiderman geschlüpft war. „Ich verkleide mich sehr gerne und mag Kinder“, erzählte Pia Kühner. Das passte für den Kinderfasching genau.

Rund 80 Kinder sind in den Tanzgruppen der SFG Serres. Beim Kinderfasching im Vereinsheim hatten sie am Dienstag ihren großen Nachmittag. Die Tanzmäuse, die Dance-Kids und die Dancing Stars zeigten in tollen Kostümen, was sie mit Sandra Burkhardt und ihrem Team in den Tanzstunden gelernt haben. „Die Kinder sollen Spaß haben“, so Thorsten Zimehl. Der Wiernsheimer war mit seinen drei Kindern Harley (12), Mike (11) und Bella (9) dort. Während die Kinder spielten. genoss er in dem Faschingstrubel, ein wenig Ruhe als Papa zu haben.

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