SoLaWi: Gemüseanbau mit Abstand

Vereinsleben bei der Solidarischen Landwirtschaft Diefenbach ruht in der Corona-Krise

Von Maren Recken Erstellt: 5. Mai 2020, 00:00 Uhr
SoLaWi: Gemüseanbau mit Abstand Natalie Hüeber.

Sternenfels-Diefenbach. „Normalerweise treffen wir uns immer samstags und arbeiten gemeinsam auf unserem Gemüseacker“, erzählt Birgit Rösch, Vereinsvorstand der SoLaWi, der Solidarischen Landwirtschaft in Diefenbach. Jetzt, in Corona-Zeiten, muss sich auch die SoLaWi umstellen. Das soziale Vereinsleben ruht vorübergehend. Auf dem Acker gearbeitet wird maximal noch zu zweit. Die übliche Abstandsregelung wird eingehalten.

Damit die knapp 20 Mitglieder der SoLaWi wann immer sie wollen auf dem Acker arbeiten können, setzt Jakob Sehmsdorf auf eine große weiße Tafel. Seit März ist Sehmsdorf, der in Eberswalde Ökolandbau und Vermarktung studiert hat, auf Minijobbasis als Gärtner vom Verein angestellt. Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das notwendige Werkzeug vorhanden ist, er besorgt die Jungpflanzen und das Saatgut und bringt sein Fachwissen ein, was den Pflanzzeitpunkt und die Aufteilung der beiden Äcker, die er Verein gepachtet hat, betrifft. Außerdem sagt er den Vereinsmitgliedern, welche Arbeiten erledigt werden müssen, damit wächst und gedeiht, was gesät und gesetzt wurde.

Kompost umschichten auf den Beeten C11 und C12, Gründüngung aussäen oder im Möhrenbeet jäten oder Kohlrabi setzen steht heute auf der Informationstafel. Birgit Rösch hat sich mit Meterstab und Bindfaden ausgerüstet und kennzeichnet auf dem hinteren Teil des Ackers die Reihen, in die sie wenig später die Kohlrabipflanzen setzen wird. Die Gemeinschaftsaktionen in der SoLaWi fehlten ihr schon, erzählt sie, während sie die Pflanzabstände für die Kohlrabi ausmisst. Denn eigentlich ist es genau das, was ihr an der SoLaWi so gut gefällt: „Es ist einfach toll, mit supernetten Leuten zusammen etwas Sinnvolles zu tun. Und man hat am Ende auch noch gutes frisches Gemüse“, erzählt sie, warum sie bereits seit der Gründung der SoLaWi 2016 mit von der Partie ist. Gut findet Birgit Rösch, dass die Vereinsmitglieder trotz der coronabedingten Einschränkungen jederzeit auf den Acker können. „Die Anweisungen, die Jakob uns auf die Tafel schreibt, sind so klar, da kann jeder auch gut alleine arbeiten.“

Das findet auch Natalie Hüeber. Die 27-Jährige hat bereits in Bayern zwei Jahre SoLaWi-Erfahrung gesammelt und ist nach dem Umzug zurück in die alte Heimat Mühlacker seit mittlerweile einem Jahr Mitglied in Diefenbach. Sie hat sich aus Sehmsdorfs heutigen Arbeitsvorschlägen fürs Jäten im Möhrenbeet entschieden und erntet, als sie damit fertig ist, noch ein paar Radieschen fürs Abendessen.

Wer wie viel ernten darf, dafür gibt es keine genaue Regel, erklärt Birgit Rösch. „Jeder nimmt, was er braucht. Das funktioniert sehr gut. Es bleibt wenig übrig, und wenn einmal keine Aubergine mehr da ist, obwohl man eine Aubergine wollte, muss man eben etwas anderes kochen.“

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