Geduld

Erstellt: 4. März 2019, 00:00 Uhr
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Hochwasser: Bewohner müssen

weiterhin auf gutes Wetter hoffen

Wer das Hochwasser am 1. Juni 2013 erlebt hat, der hat noch ganz klar vor Augen, welche zerstörerische Kraft die Natur haben kann. In Diefenbach zeigte sie sich damals in vollem Umfang, denn große Teile des Ortskerns waren überschwemmt und damit auch viele Keller vollgelaufen.

Angesichts dieser Erfahrung ist es verständlich, dass diejenigen, die im betroffenen Gebiet leben, bei langanhaltenden Regenphasen mit Sorgenfalten in den Himmel blicken und sich wünschen, dass ihnen geholfen wird, indem Maßnahmen ergriffen werden. Das ist aber noch nicht wirklich geschehen.

Aus dem Gemeinderat, der als Vertretung der Bürger fungiert, wurde in den vergangenen Monaten bereits mehrfach die Forderung laut, als Kommune rasch zu handeln. Insbesondere deshalb, weil ein Ereignis wie 2013 jederzeit wieder drohen kann. Außerdem hat das Ingenieurbüro Wald + Corbe bereits 2017 eine Flussgebietsuntersuchung und mögliche Verbesserungsmaßnahmen präsentiert, die nach Ansicht der Experten „absolut notwendig und zielführend“ seien.

Die Kosten dafür sind mit über einer Million Euro allerdings enorm. Und angesichts dessen, dass eine finanzielle Unterstützung vonseiten des Landes derzeit offenbar eher unwahrscheinlich ist, erscheint es auch plausibel, dass die Gemeinde, die gerade dabei ist, ihre hohen Schulden abzubauen, noch zögert, bevor sie einen derartigen Kraftakt unternimmt. Zumal die vollständige Gefahrenanalyse noch nicht abgeschlossen ist. Sinn macht es auf alle Fälle, zumindest zu warten, bis die Ingenieure der IRT GmbH mit den Berechnungen für die Starkregengefahrenkarte fertig sind. Denn nur so kann später baulich auch an den richtigen Stellen angesetzt werden, wenn es darum geht, Schäden durch Hochwasser zu verhindern.

ITR-Geschäftsführer Immo Gerber erklärt dies anhand einer Metapher in Bezug auf den menschlichen Körper: Wenn man nur das Herz einer Person untersuche, könne man nicht ausschließen, dass sie an anderer Stelle eine Krankheit habe. Eine zielgerichtete und effektive Behandlung sei demnach erst nach einer umfassenden Untersuchung möglich.

Klar ist, dass beim Thema Hochwasserschutz wie bei einer schlimmen Krankheit, die auszubrechen droht, die Zeit drängt. Aktionismus ist aber in Anbetracht der Geldsumme, die dafür erbracht werden muss, nicht angebracht. Denn teure Maßnahmen, die am Ende nichts bewirken, nützen auch nichts

Für Betroffene – und die gibt es nicht nur in Diefenbach, sondern auch in anderen Orten im Enzkreis – bedeutet das, dass sie weiter Geduld haben und bangen müssen, bis ihnen geholfen wird. Bleibt nur, ihnen zu wünschen, dass sie in der Zwischenzeit von Ereignissen wie dem in 2013 verschont bleiben.

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