Per Handschlag: Afghanischer Junge aus Illingen dankt Kanzlerin Merkel

Von Ramona Deeg Erstellt: 30. November 2016, 00:02 Uhr
Per Handschlag: Afghanischer Junge aus Illingen dankt Kanzlerin Merkel Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel steht in der Stadthalle Heidelberg bei einer Regionalkonferenz mit dem afghanischen Flüchtlingsjungen Edris und dessen Vater neben der Bühne – und erfüllt dem Jungen somit einen Herzenswunsch. Foto: dpa/Philipp Rothe

Der kleine Edris Akbari aus Illingen schüttelt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hand – und zahlreiche Medienvertreter schauen zu: Auf der CDU-Regionalkonferenz in Heidelberg geht der Wunsch des afghanischen Flüchtlingsjungen in Erfüllung – und das rührt ihn zu Tränen. Die Geschichte verbreitet sich über Nacht im Internet.

Heidelberg/Illingen. „Merkel rührt zu Tränen“ titel der Spiegel, „Rührend: Afghanischer Flüchtlingsjunge dankt Merkel“ überschreibt die Deutsche Presseagentur ihre Meldung, und Focus online stellt sogar ein Video ins Netz. Dieser eine Satz von Edris Akbari, afghanischer Flüchtling aus Illingen, verbreitet sich schnell im Internet. Auf der CDU-Regionalkonferenz in Heidelberg am Montag trat er ans Mikro und sagte: „Ich danke Ihnen, Frau Merkel.“ Diese lobte zurück: „Du hast aber schon gut deutsch gelernt.“ Außerdem hatte er diese eine Bitte: „Und ich wollte einmal ihre Hände berühren.“ Diesen Wunsch musste er nicht zweimal äußern. „Dann komm her“, sagte sie, stand auf, verließ das Podium und traf Edris am Bühnenaufgang. Ein Moment, der den Neunjährigen so sehr berührt hatte, dass er sich eine Träne aus dem Auge wischen musste.

Schon lange war es der sehnlichste Wunsch von Edris Akbari, Bundeskanzlerin Angela Merkel zu treffen. Auch das Mühlacker Tagblatt hat über sein Anliegen bereits berichtet. Sie sei für ihn zum Inbegriff eines besseren Lebens geworden, hatte Redakteur Frank Goertz Anfang Oktober geschrieben. „Bitte, bitte, wann darf ich endlich ?“, hat der Junge aus Afghanistan auch seinen ehrenamtlichen Betreuer Konrad Reuter immer und immer wieder gefragt. Dieser hatte zunächst die Idee, mit Edris nach Berlin zu fahren, damit der Junge Merkel zumindest im Reichstag sehen könne.

Dann kam die Einladung zur Regionalkonferenz der CDU in Heidelberg. Reuter witterte die Chance, meldete sich an, und fragte, ob er Edris mitbringen könne. Wider Erwarten gab es völlig ohne Wenn und Aber eine Zusage. Auch die Nachmeldung für Edris‘ Vater stellte kein Problem dar. Vor Ort meldete der Illinger einen Wortbeitrag an. Erneut war es kein Problem, dass auch der neunjährige Flüchtlingsjunge dabei sein – und das Wort ergreifen – wollte. „Ich habe dann gar nicht mehr viel gesteuert“, betont Reuter, dass die Äußerungen ganz allein von Edris kamen. Übrigens durfte dann auch dessen Vater nicht nur mit auf das Foto, sondern hatte auch die Gelegenheit, kurz mit der Kanzlerin zu sprechen und ihr die Hand zu schütteln.

„Er war ganz gerührt“, sagt der Ehrenamtliche im Gespräch mit unserer Zeitung. über den Jungen aus Afghanistan, dessen sehnlichster Wunsch am Montag in Erfüllung gegangen ist. Nach der Regionalkonferenz gingen Reuter, sein Freund Wolfgang Hager und die beiden Flüchtlinge aus Afghanistan noch Pizza essen. Edris sei ganz aufgewühlt gewesen. „Auf der Rückfahrt ist er dann im Auto eingeschlafen“, berichtet Reuter.

Der Aktive im Freundeskreis Asyl freut sich, dass er Edris so glücklich sehen konnte, schließlich gebe es bei ihm durch den Krieg Tote in der Familie zu beklagen. Ein Jahr lang sei Edris mit seiner Familie auf der Flucht gewesen. Ende vergangenen Jahres sind sie dann in Illingen gelandet. Zuvor hatte die Familie auch versucht, im Iran Fuß zu fassen. Über die Türkei und Griechenland sei die fünfköpfige Familie schließlich nach Deutschland und letztendlich in die Enzkreisgemeinde gekommen. Edris hat noch zwei jüngere Schwestern.

Die Reaktion von Bundeskanzlerin Merkel sei authentisch gewesen, findet Reuter, der im Frühjahr in die CDU eingetreten ist: „Um ein kleines Zeichen für Frau Merkel und ihre Flüchtlingspolitik zu setzen.“

Ramona Deeg

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