Störche fliegen auf Ötisheim

Zurzeit halten sich in der Gemeinde, die schon seit Jahren auf die Ansiedlung eines Brutpaars hofft, viele Weißstörche auf

Von Maik Disselhoff Erstellt: 25. Juli 2019, 00:00 Uhr
Störche fliegen auf Ötisheim Dieser elegante Dauergast muss im Ötisheimer Freibad nichts bezahlen. Foto: Sabine Schumann

Ötisheim/Enzkreis. „Ja, wir haben einen Dauergast in unserem Freibad“, bestätigt der Ötisheimer Bürgermeister Werner Henle. Der Besucher muss nichts zahlen und hat inzwischen eine Art Promistatus. Manche Besucher geben ihm sogar etwas zu essen. Die Beine des Besuchers sind übrigens lang und knallrot, was nicht an mangelndem Sonnenschutz, sondern in den Genen des Zweibeiners liegt. Längst dürfte klar sein, dass es an dieser Stelle um einen Storch geht, der voll auf das idyllisch gelegene Ötisheimer Bad fliegt.

Ein Storch kommt selten allein. Das gilt auch im Falle Ötisheims. Im Wiesental hinter dem Freibad halten sich nach Angaben des Bürgermeisters zurzeit 15 bis 20 solche langhalsigen Wesen auf. Dort lassen sie es sich gutgehen, bevor sie die Flatter in Richtung Afrika machen. Mit dem Abflug können sie sich angesichts des aktuellen Sahara-Gefühls noch Zeit lassen.

Noch brütet kein Storchenpaar in Ötisheim, obwohl die Gemeinde dafür bereits gerüstet ist. „Wir haben teilmöblierte Unterkunftsmöglichkeiten“, wirbt der Rathauschef mit einem Lachen um gefiederte Neubürger. „Auf der Kelter haben wir eine Nistmöglichkeit angebracht, und beim Weingut von Frank Jaggy und auf einem alten Strommast im Wiesental gibt es weitere Nistmöglichkeiten.“ Die Plätze sind ideal, weiß Klemens Köberle vom Verein für Umweltbildung und Naturerfahrung „Araneus“. „Störche sind sehr wählerisch, sie nisten nur dort, wo eine Sichtbeziehung zu den Jagdgründen gegeben ist. Das ist in Ötisheim der Fall.“ Dass sich die Vögel im Wiesental mit seinen Feuchtbiotopen aufhalten, erstaunt niemanden, der die Gegend kennt. „Wir haben hier ein Landschaftsschutz-, ein Naturschutz- und ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, geschützter geht’s nicht“, so der Bürgermeister, der wie viele seiner Mitbürger seit Jahren darauf hofft, dass sich zumindest ein Paar ansiedelt, „so wie es hier vor 50 Jahren schon einmal war“. Am Naturparkzentrum in Zaberfeld ist das geglückt, worauf man in der aktuellen Storch-Hochburg Ötisheim etwa 20 Kilometer entfernt hofft. „Wir haben hier traditionell ein Paar, das in diesem Jahr zwei Nachkommen großgezogen hat“, heißt es auf Nachfrage aus der Geschäftsstelle des Naturparkzentrums. Das Duo mache bereits erste Flugübungen.

Im Einflussbereich Werner Henles muss man sich noch damit begnügen, dass zumindest die Achse Rhein-Ötisheim-Afrika steht. Dass die Störche vom Rhein hierher kommen, wertet Köberle als Indiz für eine „artenreiche, kleinstrukturierte Landschaft“. Wie Henle ist auch der Chef der Ötisheimer Naturschule Araneus guter Dinge, dass es eines Tages mit der Ansiedlung eines Brutpaars klappt. „Die Chancen steigen“, so der Naturexperte, der sagt, dass 2019 ein gutes Storchenjahr sei. Unter anderem wegen der vielen Insekten, die mit Mäusen zur Hauptnahrung des Storchs zählten. Die Tiere ernähren sich nur im Bilderbuch ausschließlich von Fröschen.

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