Es tickt nicht mehr in Ötisheim

Für Reparaturarbeiten sind die Turmuhren der Michaelskirche demontiert worden

Von Theresa Mammel Erstellt: 12. Juni 2019, 00:00 Uhr
Es tickt nicht mehr in Ötisheim Keine leichte Aufgabe: Weil die Ötisheimer Michaelskirche mit dem großen Kranwagen schwierig zu erreichen ist, ist die Demontage für die Monteure eine Herausforderung. Fotos: Mammel

Wenn das Zifferblatt einer Kirchturmuhr hoch über den Dächern schwebt und schließlich auf dem Boden aufsetzt, ist das alles andere als ein gewöhnlicher Anblick. Einige Schaulustige haben deshalb die Arbeiten in Ötisheim verfolgt, die am Dienstagmittag an der Michaelskirche stattgefunden haben.

Ötisheim. Ein massiver Kranwagen hat am frühen Dienstagmittag vor der Michaelskirche die Blicke auf sich gezogen. Dort hat der Steiger auf einer Hebebühne einen Monteur in luftige Höhen gehievt – genau gesagt: auf Höhe der Kirchturmuhren.

Denn diese sind reparaturbedürftig, wie Pfarramtssekretärin Gisela Wolfsegger auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt. „Die Zifferblätter rosten teilweise und müssen deshalb erneuert werden.“ Und auch die Zeigerwerke der vier einzelnen Turmuhren werden im Zuge der Reparaturarbeiten ausgetauscht, informieren die Monteure kurz vor der Ankunft des schweren Geräts: „Bisher waren alle vier Uhren über eine lange Leitung direkt mit der Hauptuhr verbunden, die über der Sakristei liegt. Die oberen Turmuhren haben noch mechanisch funktioniert. Dadurch entstehen leichte Ungenauigkeiten. Jetzt bauen wir hinter jede Uhr einen Einzelantrieb, der über Funk gesteuert wird.“

Dazu muss der Kranwagen, der seinen Arm bis auf 54 Meter ausfahren kann, den Monteur auf Höhe der Uhren bringen – und das entpuppt sich in Ötisheim schnell als schwierige Aufgabe.

„Die Kirche ist von mehreren Seiten zugebaut. Wir haben versucht, von der unteren Seite an die Uhr zu gelangen, aber wegen der Mauer konnten wir nicht im richtigen Winkel ausfahren“, berichtet einer der Monteure. „Aber von einer anderen Seite ist es uns dann gelungen“. Die Monteure haben alle Zeiger abgeschraubt, alle Schrauben gelöst und schließlich die Zifferblätter demontiert.

Bis die alten Kirchturmuhren in neuer Optik und mit Funk-Uhrwerk zurück nach Ötisheim kommen, müssen sich die Ötisheimer mit einem uhrlosen Kirchturm abfinden. Doch uhrlos heißt nicht gleich zeitlos: Denn die Kirchturmglocken, versichern die Monteure, werden trotzdem weiterhin jede Viertelstunde schlagen – auch ohne Zeiger und Zifferblatt.

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