Nach Brand in Dürrn: Firma RKB zieht nach Göbrichen um

Nach Brand in Dürrn: Betrieb findet neues Domizil – „Krisenmanagement-Team“ im Dauerstress

Von Thomas Sadler Erstellt: 13. März 2018, 00:00 Uhr
Nach Brand in Dürrn: Firma RKB zieht nach Göbrichen um Komplett ausgebrannt ist ein Gebäude der Dürrner Firma RKB electronic AG. Eine Tafel am Zaun warnt vor Einsturzgefahr. Fotos: Sadler

Ölbronn-Dürrn. Nach dem Brand in einem Gebäude der Firma RKB electronic AG in Dürrn in der Nacht auf Freitag, bei dem ein Millionenschaden entstanden ist, arbeitet das Unternehmen fieberhaft daran, die Produktion bald wieder voll aufzunehmen – allerdings nicht in Dürrn, sondern in einem leerstehenden Fabrikgebäude in Göbrichen, wie Yolanda Gutiérrez von der RKB-Geschäftsleitung am Montag dem Mühlacker Tagblatt sagte.

Der Brand vernichtete laut Unternehmensmitteilung „das komplette Firmengebäude“. Darin hatten sich, wie die Geschäftsleitung sagt, eine Produktionshalle mit Büro, eine Entwicklungsabteilung, ein Lager und eine Garage befunden. Der Schaden, den das Feuer anrichtete, könne noch nicht genau beziffert werden, so Yolanda Gutiérrez, die mitteilt, dass sich am Montag die Versicherung vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung gemacht habe. Klar sei momentan lediglich, dass es sich um einen „Millionenschaden“ handle.

Dankbar ist sie anderen Betrieben, die der Elektronikfirma in ihrer akuten Notsituation unter die Arme greifen. So seien vorläufig zwei der 47 Beschäftigten bei einem Betrieb untergekommen, von wo aus sie für RKB arbeiten könnten, fünf weitere fänden demnächst einen provisorischen Platz bei Lieferanten des Dürrner Unternehmens. Sechs Büroarbeitsplätze habe die Firma NBB zur Verfügung gestellt.

Indes hofft Yolanda Gutiérrez, dass in den neuen Räumen in Göbrichen, Oberer Strietweg 8, noch in dieser Woche die Produktion anlaufen kann. Ein „Krisenmanagement-Team“ sei damit beschäftigt, Einrichtung und Maschinen für den künftigen Standort zu organisieren. In den nächsten Tagen sollen die benötigten Vorrichtungen eintreffen. Bereits seit Freitag gingen Bestellungen für das für die Produktion erforderliche Material wie Kabel und Akkus raus, um einen baldigen Start in den neuen Räumen zu ermöglichen.

Erst vor vier Jahren sei die RKB electronic AG, die zuvor an zwei Standorten in Dürrn ihren Sitz hatte, in die Otto-Hahn-Straße umgezogen, erzählt Gutiérrez rückblickend. Wie lange RKB – laut Homepage „ein mittelständisches expandierendes Unternehmen“, das sich in der Welt der Elektromechanik auf Akku- und Batteriesysteme spezialisiert hat – sein Domizil in Göbrichen haben wird, steht noch nicht fest. „Voraussichtlich“ werde zu einem späteren Zeitpunkt in Dürrn ein Neubau erstellt, so die Geschäftsleitung, die davon unabhängig mit einer positiven Zusicherung aufwartet: Die Arbeitsplätze blieben erhalten. Aktuell befinden sich die Verantwortlichen freilich im Dauerstress. „Es ist schon ein Kraftakt“, bringt es Yolanda Gutiérrez auf den Punkt. Eine der Folgen des Feuers: Aus der Absicht von RKB, an der Messe LogiMAT in Stuttgart teilzunehmen, wird nichts, weil auch der Messestand von den Flammen zerstört wurde.

Noch nicht restlos geklärt ist die Brandursache. Die Polizei gehe „von einem technischen Defekt“ aus, sagte Florian Herr, Sprecher des Karlsruher Präsidiums, am Montagnachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung. Dass die letzte Gewissheit fehle, liege daran, dass für die Experten noch nicht alle Bereiche des ausgebrannten Gebäudes zugänglich seien.

Eine gute Nachricht gibt es im Übrigen auch im Hinblick auf den Teil der von der Feuerwehr verwendeten Löschmittel, der über ein Regenüberlaufbecken in den Erlenbach gelangte. Wie viel Löschwasser in das Gewässer gelaufen sei, lasse sich nicht sagen, erklärte Jürgen Hörstmann, Pressesprecher des Landratsamts Enzkreis. Allerdings habe das Umweltamt des Enzkreises am Freitag keine Schäden oder gar ein Fischsterben festgestellt. Und da es am Wochenende regnete, habe sich die Lage weiter entspannt. Dessen ungeachtet werde das Amt „den Wasserlauf weiter im Auge behalten“, so Jürgen Hörstmann.

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