Zulassungsstelle offen: Der große Ansturm bleibt aus

Seit Montag hat die Zulassungsstelle in Mühlacker wieder geöffnet. Trotz der Wartezeiten nehmen die Kunden die Corona-bedingten Umstände weitgehend gelassen. Der Außenbereich mit Zelt wird zum Wartesaal – und manche würden sich hier Stühle wünschen.

Von Maren Recken Erstellt: 14. Juli 2020, 00:00 Uhr
Zulassungsstelle offen: Der große Ansturm bleibt aus Neustart: die Situation am Montagmorgen vor der Kfz-Zulassungsstelle in Mühlacker, die wegen der Corona-Krise wochenlang geschlossen geblieben war. Foto: Recken

Mühlacker: Gut 20 Klienten sind es, die am Montagmorgen gegen 9 Uhr auf dem Vorplatz der Zulassungsstelle des Enzkreises in Mühlacker stehen. Sie warten größtenteils geduldig, bis der Security-Mitarbeiter ihre Nummer aufruft und sie eintreten dürfen.

Ein Mann mit Nummernschild unter dem Arm, der vorgeprescht ist, wird höflich gebeten, sich in den „Wartesaal“ nach draußen zu begeben. Die Erklärung des eigens engagierten Sicherheitsdienstes: „Es dürfen nur maximal fünf Personen gleichzeitig in die Zulassungsstelle.“ Dass der Mann aus gesundheitlichen Gründen lieber im Sitzen gewartet hätte und im Freien keine Stühle stehen, zählt nicht als Grund für eine Ausnahme von der Regel.

Zum Sicherheitskonzept der Wiedereröffnung nach längerer Corona-Pause gehört es, dass die Personenzahl in den Räumen der Zulassungsstelle begrenzt ist und draußen gewartet wird. Und weil am Montagmorgen die Sonne scheint, ziehen die meisten den Vorplatz dem eigens als Wartesaal installierten Zelt vor.

„Bisher sehen die Leute das recht locker und warten entspannt“, berichtet Simone Haag von MS Security rund eine Stunde nach der Neueröffnung der Zulassungsstelle. Sie und ihre Kollegen wurden vom Enzkreis engagiert, damit der Kundenstrom gesteuert werden kann. „Viele Kunden kommen ohne Voranmeldung, manche haben vorher online einen Termin ausgemacht und haben dann natürlich Vorrang“, berichtet Haag, warum manche der Kunden weniger lange warten müssen.

Unter den Klienten stoßen die Corona-Sonderbedingungen größtenteils auf Verständnis. Sie stünden noch nicht lange, erzählen sie, und eine Viertelstunde oder 20 Minuten Wartezeit sei unter diesen besonderen Bedingungen doch normal. Vereinzelt kommt jedoch auch Kritik auf. „Ich habe seit Donnerstag versucht, bei der Zulassungsstelle anzurufen und einen Termin auszumachen. Ich bin nie durchgekommen“, ärgert sich eine Frau, die erzählt, sie habe kein Internet und warte jetzt ohne Termin bereits eine halbe Stunde. Eine Andere beklagt sich, dass keine Stühle für die Wartenden im Zelt bereitstünden.

„Das Zelt ist letzten Endes als Wetterschutz gedacht und kein Wartebereich im eigentlichen Sinn. Dafür ist es nicht groß genug, wenn man die Hygieneregeln und den Sicherheitsabstand beachtet“, erklärt Oliver Müller, der Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamts, warum im Zelt keine Sitzmöglichkeiten vorgesehen sind. Müller ist am Montagvormittag persönlich zur Zulassungsstelle nach Mühlacker gekommen, um zu sehen, wie alles läuft und ob das vom Landratsamt erarbeitete Konzept funktioniert; inklusive der Entscheidung, nach dem Lockdown im März und April bis zum gestrigen Montag die Zulassungsstelle in Mühlacker zunächst geschlossen zu halten und alle während der Zwangspause angefallenen An-, Ab- und Ummeldungen erst einmal in Pforzheim aufzuarbeiten. „Wir sind auf jeden Fall zufrieden, dass unser Konzept aufgegangen ist, die Kräfte in Pforzheim zu bündeln und auf diesen Tag hier in Mühlacker hinzuarbeiten, so dass wir hier Verhältnisse haben, wie wir’s jetzt heute Morgen gesehen haben – mit einer relativ überschaubaren Anzahl an Personen, an Kunden, die gewartet haben“, zeigte sich Müller in einer ersten Bewertung zufrieden und hofft, „dass das auch in der Woche so bleibt“.

Um die Wartezeiten möglichst kurz zu halten, verweist der Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamts im Übrigen noch einmal auf die Möglichkeit, im Vorfeld online einen Termin zu vereinbaren.

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