Zivilisationsmüll hält Mühlacker Bauhof auf Trab

Von Lukas Huber Erstellt: 12. März 2018, 10:10 Uhr
Zivilisationsmüll hält Mühlacker Bauhof auf Trab Bezeichnend: Nur wenige Meter von einem Mülleimer entfernt liegt in der Nähe der Drehscheibe eine Papiertüte auf dem Boden. Um solchen Abfall zu beseitigen, braucht der Bauhof viel Zeit. Foto: Huber

Ende nächster Woche sammeln bei der großangelegten Stadt- und Markungsputzende in Mühlacker wieder Hunderte freiwilliger Helfer jenen Müll ein, den andere achtlos weggeworfen haben. Eine Aufgabe, die den städtischen Bauhof das ganze Jahr über stark beschäftigt.

Mühlacker. „Die ganze Woche über sind zwei Mitarbeiter in der Kernstadt und Dürrmenz und vier Beschäftigte stundenweise in den Ortsteilen unterwegs“, schildert Holger Weyhersmüller, Leiter des Umwelt- und Tiefbauamts, den personellen Aufwand für die Müllentsorgung. Ohne weitere Sondereinsätze, wenn irgendwo größere Mengen Abfall in der Landschaft hinterlassen werden, fielen damit im Schnitt jede Woche etwa 110 Arbeitsstunden für die Bauhof-Mannschaft an, und das allein für die städtischen Straßen und Plätze. „Die Müllbeseitigung an Landes- und Bundesstraßen führt die Straßenmeisterei des Enzkreises durch.“

Am einfachsten ist dabei das Leeren der Mülleimer, dagegen entfallen laut des Behördenchefs Weyhersmüller 90 Prozent der Zeit, in der die Bauhof-Mitarbeiter für eine saubere Stadt im Einsatz seien, auf die Beseitigung jenes Mülls, der neben den Abfalleimern auf Straßen und Plätzen und in Grünanlagen landet. Dabei ist das kein Phänomen der warmen Jahreszeit, sondern auch im Winter, wenn sich weniger Menschen draußen aufhalten, ein Dauerproblem in ähnlicher Größenordnung.

Als neuralgische Punkte hat die Stadt den Bereich rund um die „Drehscheibe“, den Straßenzug und die Anlagen am Igelsbach, das Umfeld des Bahnhofs, die alte Eisenbahnbrücke und diverse Bushaltestellen vor Schulen und an Schulwegen ausgemacht. Aber auch in den Burganlagen, wo ein Baumlehrpfad entstehen soll, und an diversen anderen Treffpunkten in der Kernstadt und den Stadtteilen ist das Team besonders gefordert.

Gefunden wird laut Amtsleiter „alles“. Bevorzugt an Wanderparkplätzen werde über den obligatorischen Wohlstandsmüll hinaus immer wieder ausrangierter Hausrat abgestellt. Und im Herbst und Frühjahr seien häufig alte Autoreifen zu finden.
Insgesamt sammle der städtische Bauhof im Jahr durchschnittliche etwa 100 Tonnen Abfall ein, sagt Holger Weyhersmüller. Zur Verdeutlichung: Die Masse, die von einem Unternehmen entsorgt oder weiterverwertet werde, entspricht ungefähr dem Gewicht von knapp 80 Autos.

Nichtsdestotrotz sei Mühlacker nicht spürbar schmutziger als andere Städte in der Größenordnung. Was auch am ständigen Einsatz des Bauhofs liege, wie Weyhersmüller betont: „Wir sind auf einem guten Weg, es nicht ausufern zu lassen, vor allem, weil zeitnah saubergemacht wird und es dadurch weniger Nachahmer gibt.“

Für den Einsatz der freiwilligen Helfer, die am Freitag und Samstag wieder zur Stadtputzete ausschwärmen werden, gibt es ein ausdrückliches Lob des Amtsleiters. Die Aktion sei, wie Holger Weyhersmüller, sagt, eine willkommene Unterstützung im Bemühen um eine saubere Stadt: „So wird nahezu flächendeckend eine jährliche Grundreinigung gewährleistet.“ Dazu gebe es einen weiteren positiven Nebeneffekt: Bei den Helfern – insbesondere Schülern – werde das Bewusstsein dafür geschärft, dass Abfälle in den Mülleimer gehörten.

 

Info:

Am Freitag und Samstag, 16. und 17. März, putzen wieder Schulen, Vereine und verschiedene Gruppen Mühlacker und seine Stadtteile heraus. Bei der alljährlichen Stadt- und Markungsputzete werden, wie die Stadtverwaltung ankündigt, Straßenräume und Plätze, Spiel- und Sportplätze, Grünflächen, das Umfeld der Schulen und der Schulwege, die Ränder von Spazierwegen und andere Anlagen gesäubert. Die Aktion werde mit der Unterstützung des Bauhofes und der Stadtgärtnerei durchgeführt.
„Die Stadt- und Markungsputzete hat eine lange Tradition in Mühlacker“, teilt die Verantwortliche Dorothea Brandauer mit. Mit im Boot seien 14 Schulen und 18 Vereine. Wer noch kurzfristig mithelfen will, kann sich unter der Telefonnummer  07041/876 131 anmelden. (lh)

Lukas Huber

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