Zehn Jahre Rauchen vor der Tür

Nichtraucherschutzgesetz feiert ersten runden Geburtstag – Lokale Gastronomen ziehen weitgehend positive Bilanz

Von Maximo Gonzalez Erstellt: 13. September 2017, 00:00 Uhr
Zehn Jahre Rauchen vor der Tür Raucher müssen draußen bleiben: Das Nichtraucherschutzgesetz gilt seit zehn Jahren und wird von Gastronomen in der Region begrüßt. Foto: Huber

Noch vor zehn Jahren waren Aschenbecher auf Restauranttischen üblich. Heute ist das für viele unvorstellbar. Mit der Verabschiedung des Nichtraucherschutzgesetzes im Jahr 2007 mussten viele Gaststätten ihre Raucherpolitik überdenken und umrüsten.

Mühlacker/Maulbronn. „Anfangs stießen wir auf Proteste, weil viele Kunden dachten, dass diese neue Regelung von uns käme“, erinnert sich Theofanis Morkotinis, der die Gaststätte „Zentrale“ in Maulbronn betreibt. Die Bar in der Klosterstadt teilte sich bei Inkrafttreten des Gesetzes in einen Nichtraucher- und einen Raucherbereich auf. Zunächst brachte die Neuregelung laut Morkotinis einen Umsatzverlust mit sich, mittlerweile hätten die Kunden der Zentrale die Aufteilung jedoch angenommen und würden diese auch schätzen.

Mit separaten Sanitäranlagen, großen Leinwänden in beiden Räumen und einem verbesserten Belüftungssystem im Raucherbereich hatte die Maulbronner Bar damals zusätzlich aufgerüstet. „Als Fazit kann ich sagen, dass das Nichtraucherschutzgesetz das Beste ist, was der Zentrale je passiert ist“, bestätigt der Besitzer.

Für andere Gaststätten, wie zum Beispiel das Restaurant „Krauth“ in Mühlacker, bedeutete das neue Gesetz keinen großen Einschnitt. Da man seit jeher über zwei separate Räume verfüge, habe sich nach dem Nichtrauchergesetz laut einer Mitarbeiterin des Restaurants nicht viel verändert. Schon davor sei im Speisesaal nicht sonderlich viel geraucht worden. Einige andere Gaststätten wurden mit dem neuen Gesetz hingegen komplett zur rauchfreien Zone. Restaurantbesitzer Guiseppe „Joe“ Scolaro begrüßte das Gesetz damals – und das, obwohl er selbst Raucher ist. In seiner Pizzeria „da Joe“ an der Hindenburgstraße in Mühlacker wurde das Rauchen sogar schon drei Monate vor Inkrafttreten des Gesetzes verboten. „Ich dachte dabei in erster Linie an die Kinder. Aber auch sonst hat das Rauchen in einem Restaurant einfach nichts zu suchen“, so der Pizzeria-Besitzer im Gespräch mit unserer Zeitung, der das seit mittlerweile zehn Jahren geltende Rauchverbot ausdrücklich begrüßt. Allerdings macht der Gastronom auch kein Geheimnis daraus, dass es anfänglich durchaus Beschwerden seitens der Kundschaft gegeben habe.

Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Hotels und Gaststätten (DEHOGA) gelten Kneipen zehn Jahre nach Gesetzesverabschiedung bundesweit als die größten Verlierer. Schuld daran sei vor allem das generelle Rauchverbot in den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. In Baden-Württemberg dürfen Gaststätten und Bars laut Landesnichtraucherschutzgesetz das Rauchen in dafür vorgesehenen Nebenräumen erlauben. Diese müssen allerdings klar gekennzeichnet werden und sind Volljährigen vorbehalten. Auch sind Bars, die kalte oder einfache Speisen anbieten, nicht vom Verbot betroffen.

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