Wind und Sonne freuen die Genossen

Bürger-Energie Region Mühlacker mit positiver Bilanz – 83500 Euro Überschuss – Klagen über mangelnde Unterstützung der Politik

Von Manfred Müller Erstellt: 10. Oktober 2018, 00:00 Uhr
Wind und Sonne freuen die Genossen Auf dem Gebäude der Freien Evangelischen Gemeinde liefert eine Photovoltaikanlage der Bürger-Energie: knapp 50 Kilowatt Spitzenleistung. Foto: Müller

Auf mehr sonnen- und windreiche Tage hoffen die Genossen der Bürger-Energie Region Mühlacker. Obwohl der Wettergott diesen Wunsch 2017 nicht erfüllte, konnte bei der achten Generalversammlung am Montag im Uhlandbau eine positive Bilanz gezogen werden.

Mühlacker. Im Berichtsjahr 2017 erzielte die Bürger-Energie Region Mühlacker einen Überschuss im fünfstelligen Bereich und kann damit eine Dividende von zwei Prozent ausbezahlen. Seit ihrer Gründung 2011 hat die Genossenschaft über viereinhalb Millionen Euro in erneuerbare Energien investiert, davon etwa drei Millionen in Windparks und über eineinhalb Millionen in Solaranlagen. Allein durch die regionalen Photovoltaikanlagen wurden 2017 über 1300 Megawattstunden Strom erzeugt. Damit können etwa 350 Mehrpersonenhaushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden.

Gerhard Ayasse, Vorsitzender des Aufsichtsrates, begrüßte die etwa 100 anwesenden Genossen und bemängelte, dass „der politische Wille zur raschen Umsetzung der Energiewende nicht immer gegeben sei“. Vorstand Jürgen Meeh erläuterte die Mitgliederstruktur und die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen: Aktuell hat die Genossenschaft knapp 500 Mitglieder. Diese halten etwa 9000 Geschäftsanteile von je 500 Euro. Das Portfolio der Genossenschaft umfasst mehrere Photovoltaikanlagen in Mühlacker. Dafür wurde etwa eine Million Euro investiert. Größere Anlagen befinden sich auf dem Gebäude der Friedrich Münch GmbH und auf dem Dach des städtischen Hallenbades. Mit eineinhalb Millionen Euro ist die Bürger-Energie an der Windpool GmbH & Co. KG beteiligt, die bundesweit Onshore-Windparks betreibt. Je eine halbe Million Euro wurden in den Solarpark Taubertal und den im Ostalbkreis liegenden Windpark Falkenberg investiert. Weitere Beteiligungen gibt es an den Windparks Suckow, Donstdorf, Berghülen und Länge.

Das Zahlenwerk für das Geschäftsjahr 2017 weist eine Bilanzsumme von über viereinhalb Millionen Euro aus. Größter Posten auf der Aktivseite ist mit gut drei Millionen Euro die Beteiligung an Personengesellschaften. Die Gewinn- und Verlustrechnung verzeichnet einen Jahresüberschuss von 83500 Euro. Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen den Genossen für 2017 eine Ausschüttung in Höhe von zwei Prozent ihrer Einlagen.

Vorstand Meeh sagte in seinem Ausblick auf weitere Projekte: „Die Projektauswahl erfolgt weiter streng nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Leider genügen derzeit nur wenige Projekte diesen Anforderungen. Von Anlagenbetreibern angebotene Renditen von bis zu acht Prozent erweisen sich meist als Mogelpackungen.“ Meeh weiter: „Bei der Windkraft schrauben die Projektentwickler derzeit die Preise so hoch, dass nur noch Profite von zwei bis drei Prozent realisierbar sind.“ Auch die mangelnde Unterstützung durch die Politik sprach er an: „Die Bundesregierung schafft keine angemessene Gerechtigkeit zwischen den einzelnen Energieträgern. Die Energiewende kommt ins Stocken. Sie muss wieder mit mehr Vehemenz betrieben und nicht auf Braunkohle gesetzt werden.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende dankte zum Schluss den vielen Ehrenamtlichen für die Mitarbeit bei der Bürger-Energie Region Mühlacker und für die Unterstützung bei der Generalversammlung. Er schloss mit den Worten: „Erneuerbare Energien sind ein spannendes Feld, wir hoffen, dass uns Sonne und Wind in den nächsten Jahren hold sind.“

Weiterlesen
Kleine Märkte setzen auf Gemütlichkeit

Kleine Märkte setzen auf Gemütlichkeit

Der Maulbronner Weihnachtsmarkt ist der mit Abstand größte der Region, aber bei weitem nicht der einzige. Unter dem Motto klein, aber fein setzen die Adventsmärkte in Mühlhausen, Lomersheim und SIE… »