Sommerevenz endet mit Paukenschlag

Von Freitag bis Sonntag strömten zahlreiche Besucher zu verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen in die Mühlacker Enzgärten

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 28. August 2017, 00:00 Uhr
Sommerevenz endet mit Paukenschlag Publikumsmagnet am Samstag: Die Band „Roadsong“ mit Harry Klenk (Mitte) beschert den Besuchern bei ihrem ersten Auftritt in Mühlacker einen gelungenen Konzertabend. Fotos: Stahlfeld

Poetry Slam, Karaoke, Konzerte, Tanz und fast immer gutes Wetter: Abend für Abend strömten die Menschen 13 Tage lang an die Stille Enz. Am Wochenende ist das Sommerevenz in den Enzgärten mit einem Paukenschlag zu Ende gegangen. Hunderte Gäste wurden am Samstag beim Auftritt von „Roadsong“ gezählt. Auch am Freitag und am Sonntag strömten noch einmal die Besucher.

Mühlacker. Es war der erste Auftritt in Mühlacker für die knapp ein Jahr alte Band, in der Harry Klenk (ehemals Holztrio) fünf Musikgrößen um sich versammelt hat. Entsprechend hoch war vor dem Konzert der Adrenalinspiegel im Blut bei Klenk (Gitarre/Gesang), Jens Schmidt (Gitarre), Werner Gerhard (Gitarre), Claus Bubik (Bass), Claus Müller (Schlagzeug) und Karl-Heinz Wessely an der Hammond B3, einem Instrument mit Kultstatus.

Aber auch vor der Bühne war die Spannung groß, als die laut Klenk wohl älteste Rockband der Region mit einem Durchschnittsalter von 57,8 Jahren die Bühne hochstieg. Doch es dauerte nicht lange: Schon mit dem Opener „Sensitive Kind“ von J. J. Cale in einer Version von „Santana“ hatte das Sextett sein Publikum „eingefangen“. Klenk und seine Musiker rockten die Enzwiesen mit legendären aber oft fast vergessenen Hits, angefangen von den 1960ern bis zur Jahrtausendwende.

„Mir fanget einfach mal an, mal sehen, wer es erkennt“, meinte Klenkm, und im Nu hatte „Roadsong“ einen großen Chor. „Na nanana nanana nanana, hush, hush…“ sang es über die Enzwiese den „Deep Purple“-Klassiker, und die ersten Tänzerinnen wagten sich an diesem für viele unvergesslichen Konzert-Abend vor die Bühne.

Gut 24 Stunden früher hatten bereits an gleicher Stelle Dutzende Menschen getanzt. Dafür sorgten auf der Bühne Sabine Lindauer, Maren Schmidt und Carmen Müller. Sie luden bei der Dance-Night zum Mittanzen ein. Line-Dance, dann Jazz-Showdance und zum Abschluss schweißtreibender Zumba brachten Schwung und gute Laune auf die Tanzwiese. Zur Dance-Power-Party an der Enz hatte Gym and Dance geladen. Der Verein feiert 2017 sein 20-jähriges Bestehen.

Derselbe Ort, und wieder präsentierte er sich gestern ganz anders: Rund 200 Gläubige kamen am Vormittag zum Gottesdienst an die Stille Enz. Pfarrerin Gabriele Goy von der evangelischen Kirche Mühlacker forderte beim Gottesdienst unter freiem Himmel die Gläubigen auf, die Augen für die Schöpfung zu öffnen: „Lassen Sie sich beschenken!“

Der Musikverein Mühlacker unter der Leitung von Musikdirektor Horst Bartmann begleitete nicht nur den Gottesdienst. Die Garnituren unter den Sonnenschirmen füllten sich auch beim anschließenden Frühschoppenkonzert. Während das große Orchester musikalisch an den bekanntesten Strand Brasilien, an die Copacabana, entführte, belebte sich auch Mühlackers Uferpromenade. Mitglieder vom Kanuclub Mühlacker luden nämlich zur kostenlosen Paddel-Tour ein. Unter der Aufsicht von Safety-Kajaker Stephan Hüeber konnten selbst Anfänger die idyllische Seite Mühlackers per Kanu erkunden.

Auf der Sommerevenz-Bühne folgte derweil auf den Musikverein der Konzertchor Nordbaden, und zum Abschluss hieß es noch einmal Mitmachen beim Seniorentanz von Gym and Dance.

Mehr als einmal hatten sich in den vergangenen Tagen Besucher bei den Mitgliedern des Enzgärten-Fördervereins für die Organisation des Sommerevenz bedankt. Am Sonntag gab Frank Veit diesen Dank zurück. „Wir hatten ein so gutes Publikum, keine Randale, überhaupt nichts – selbst die Toiletten waren in Ordnung“, freute sich der Veranstaltungsleiter und fing schon an – auch wenn über eine Wiederholung erst noch entschieden werden muss –, an 2018 zu denken. Wie wäre es mit einem Feuerwerk zum Abschluss oder einer stärkeren Einbeziehung der Enz durch Floßfahrten oder einer „Enz in Flammen“?

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