Silvester in den USA

Jenny Joy Schumann, Junior-Botschafterin aus Enzberg, berichtet aus Bella Vista/Arkansas in den USA

Erstellt: 31. Dezember 2016, 00:00 Uhr
Silvester in den USA Silvester am Times Square. Foto: Anthony Quintano from Hillsborough, NJ, United States

Die Amerikaner feiern  Silvester mit Party und Feuerwerk, aber auch mit einigen Bräuchen, die es nur in den  USA gibt. Dazu gehört unter anderem Linsensuppe oder der Brauch, dass nichts aus dem Haus entfernt werden darf. Als absolutes Highlight aber gilt das spektakuläre Feuerwerk auf dem Times Square. Und um das zu sehen, muss man nicht nach New York.

Bentonville/Arkansas. Am letzten Tag des Jahres herrscht allgemeine Partystimmung. Während Familien und Menschen mittleren Alters das Jahr eher gemütlich ausklingen lassen, sich Freunde einladen und die letzten Stunden des alten Jahres in froher Runde verbringen, zieht es die Jüngeren in die verschiedenen Clubs. Oftmals stehen die Partys unter einem bestimmten Motto, und fast immer trägt man Masken, um an Mitternacht eine Demaskierung vorzunehmen. Wer weniger fein feiert, trägt zumindest einen lustig blinkenden Hut und schaut am Fernsehen oder anderswo der rückwärts zählenden Uhr zu.

Die wohl größte Party findet auf dem Times Square in New York statt. Eine imposante Leuchtkugel aus unterschiedlich geformten Kristallen und einer Illumination von rund 1000 Glühbirnen senkt sich eine Minute vor Mitternacht vom Gebäude herab. Ist die Kugel unten angekommen, startet ein gigantisches Feuerwerk und die Feiernden fallen sich in die Arme und wünschen sich „Happy New Year“. Dieses Spektakel verfolgen inzwischen mehrere Millionen Amerikaner live am Fernseher und holen sich damit die Stimmung ins heimische Wohnzimmer.

Die Riesen-Party am Times Square geht zurück auf ein Feuerwerk, das bereits 1904 anlässlich der Einweihung des neuen Firmengebäudes der New York Times gezündet wurde. Ganz gleich, ob man auf einer Party ausgelassen feiert, oder im Kreise der Familie das neue Jahr begrüßt – überall wird zum Glockenschlag das traditionelle „Auld Lang Syne“ geträllert. Ein altes schottisches Lied, das relativ frei übersetzt „Gute alte Tage“ bedeutet und wohl mit den Einwanderern Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika kam.

Ausgelassenes Feiern, Party, Feuerwerk – das kennen wir auch in Deutschland. Aber es gibt noch mehr Traditionen. Beispielsweise soll man am letzten Tag des Jahres eher ärmlich essen. Dem Aberglauben nach bringt das Glück und Reichtum für den Rest des Jahres. Also gibt es an Silvester Linsen oder Linsensuppe. Und wer jetzt in Mühlacker und Umgebung denkt, es könnte schlimmer kommen, dem sei gesagt, dass selbst die Linsensuppe mit Unmengen von Zucker versetzt wird und so gar nichts mit dem schwäbischen Nationalgericht gemein hat.

Ein anderer Brauch verbirgt sich hinter „Nothing goes out“ (Nichts geht raus). Hier gilt die Regel, dass an Silvester nichts das Haus verlassen darf – nicht einmal der volle Müllsack. Wer sich nicht daran hält, wird im kommenden Jahr von Pech und Unglück verfolgt. Um wiederum dem Glück auf die Sprünge zu helfen, tragen die Frauen mit Babywunsch an Silvester rote Unterwäsche, die in den Shopping Days vor dem Jahreswechsel massenhaft in den Kaufhäusern angeboten wurden. Dieser Brauch wurde übrigens aus Italien übernommen.

Wie in Deutschland auch ist Neujahr ein Feiertag. Fällt dieser Neujahrstag allerdings auf einen Sonntag, so ist der Montag ebenfalls frei. Das ist zwar in diesem Jahr der Fall, fällt aber nicht sonderlich ins Gewicht, da die Einkaufszentren an Neujahr ohnehin geöffnet haben. Und auch das hat einen Hintergrund. An Neujahr ist traditionell „Football Day“ mit ganztätigen Sportübertragungen auf nahezu allen Kanälen. Und wer keine Lust auf Football hat, der geht einkaufen. Die Malls werben tatsächlich um die sogenannten „Football Widows“ (Fußball-Witwen), was aber nicht wörtlich zu nehmen ist. Wer also an Silvester fein seine Linsen gegessen hat, kann ja bedenkenlos an Neujahr Geld ausgeben.

Ich wünsche Ihnen „Good Luck and a Happy New Year“ aus Arkansas!

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