Serdar Dogans zweiter Streich

Der aus Mühlacker stammende Tausendsassa erfüllt sich nach seinem Filmdebüt „Kopfkino“ einen weiteren großen Traum

Von Maik Disselhoff Erstellt: 14. Februar 2015, 00:00 Uhr
Serdar Dogans zweiter Streich Maike Johanna Reuter spielt die Hauptrolle in Serdar Dogans neuem Film „Der 8. Kontinent“, der Ende April in die Kinos kommt. Das weltumspannende Roadmovie erzählt die Geschichte einer starken jungen Frau, die sich im Zuge einer abenteuerlichen Reise mit ihren Eltern versöhnt, denen sie mit 16 Jahren nach einem großen Streit den Rücken kehrte. Foto: privat

Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor in einer Person: Multitalent Serdar Dogan beweist mit seinem neuen Film „Der 8. Kontinent“, dass mit kleinem Budget großes Kino entstehen kann.

Karlsruhe/Mühlacker. „Das Leben ist zu kurz, um sich zu streiten“, bringt Serdar Dogan den Inhalt seines zweiten Spielfilms auf eine Kurzformel. Vom 30. April an läuft das weltumspannende Roadmovie mit dem Titel „Der 8. Kontinent“ bundesweit in den Kinos. Der 36-Jährige verspricht, dass sein Film auch in der Stadt zu sehen sein wird, in der er aufgewachsen ist. „Ich werde dafür sorgen, dass er auch in Mühlacker läuft“, verspricht Serdar Dogan, der für sein jüngstes Werk auf allen fünf Kontinenten der Erde gedreht hat.

Von der Filmidee, die im März 2013 geboren wird, bis zum fertig geschnittenen Film dauert es gerade mal ein Jahr. Ein unglaubliches Tempo, wenn man in Rechnung stellt, dass der Familienvater, dessen dritter Sohn vor gerade mal neun Wochen auf die Welt kam, seine Brötchen mit seiner auf Werbung spezialisierten Produktionsfirma Sidekick Pictures verdient. Unternehmer, Filmemacher, Familienmensch: Serdar Dogan beherrscht seine Rollen und scheint zudem ein Talent dafür zu besitzen, andere mit seinem Idealismus anzustecken: „Über 200 Menschen haben am Film mitgewirkt, und viele haben auf Rückstellung gearbeitet.“ Das bedeutet, dass etliche Schauspieler ihre Gage erst dann bekommen, wenn der Film an den Kinokassen tatsächlich etwas einspielt.

Hätte Serdar Dogan nicht fest an seine Story geglaubt, wäre nichts aus seiner Vision vom globalen Roadmovie geworden. Auf der Suche nach Geld für die Dreharbeiten klopfte er bei Fernsehsendern und Filmförderanstalten an. Doch die winkten ab und stuften das Vorhaben des Energiebündels schlicht als „nicht machbar und zu teuer“ ein. Der Enthusiast, der in Karlsruhe lebt und arbeitetet, betont, dass es viele Zweifler gegeben habe. Doch er ließ sich nicht beirren, kratzte über private Sponsoren („zum großen Teil Fans meines ersten Films ,Kopfkino‘“) und Schwarmfinanzierung im Internet 80000 Euro zusammen und kann jetzt stolz auf seinen zweiten Spielfilm sein, in dem namhafte Schauspieler wie Cosma Shiva Hagen, die Tochter der Sängerin Nina Hagen, Viktoria Brams, die unter anderem in der Serie „Marienhof“ mitspielte, und Joris Gratwohl aus der Kultsendung „Lindenstraße“ mitwirken. „Das Ganze war getrieben von absoluter Euphorie“, betont Serdar Dogan, der während des sechswöchigen Drehs mit Hauptdarstellerin Maike Johanna Reuter und Assistentin Katharina Fast auch einige kritische Situationen erlebt hat. In Rio entkommt das Team nur knapp einer Schießerei, in Norwegen muss die Crew ihre Arbeit auf einem Schiff einstellen, weil die Seekrankheit gnadenlos zuschlägt.

Doch weil Serdar Dogan bei seinen Planungen für die Reisen nach Rio, Kapstadt, und Co. nichts dem Zufall überlässt und auf Hilfe von Freunden und Verwandten zählen kann, hat er am Ende das nötige Material im Kasten. Geholfen habe ihm auch die „Mühlacker Connection“, sagt der 36-Jährige. Der Bruder eines Freundes, der aus Lomersheim stammt, stellt in New York sein Restaurant für Dreharbeiten zur Verfügung. Und weil in seinem Betrieb einige Schauspieler als Kellner jobben, braucht Dogan für seine Szenen keine Darsteller mehr suchen. In Rom stellt ein alter Musikerkumpel seine Wohnung als Filmlocation zur Verfügung und schlüpft dann auch gleich selbst noch in eine Rolle. Ein Kung-Fu-Meister, der sonst nur für entsprechendes Honorar mit Hollywoodstars wie Jackie Chan arbeitet, öffnet dem geschickten Netzwerker Serdar Dogan in Hongkong für ein Trinkgeld die Türen.

Jetzt fiebert der Wahlkarlsruher dem Kinostart entgegen. Wo er sich die Premiere anschauen wird, steht noch nicht fest. „Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt – wird gerade organisiert.“

Weitere Infos: www.der-achte-kontinent.de

Maik Disselhoff

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