„Schuld liegt beim Enzkreis“

Gemeinderat beschäftigt sich mit dem Lomersheimer Birnbaum und der Gestaltung des Kreisels

Von Thomas Eier Erstellt: 6. November 2014, 00:00 Uhr
„Schuld liegt beim Enzkreis“ Skulptur oder Vesperbrettle? Auf dem Gelände der Lomersheimer Kläranlage wartet der Stamm des Birnbaums auf seine weitere Verwendung. Foto: Nill

„Sauerei“: Der Ärger im Mühlacker Gemeinderat über die nächtliche Baumfällaktion in Lomersheim ist nach wie vor groß. Die Stadträte beschäftigten sich jetzt mit der Frage, was mit dem Stamm des Birnbaums passieren soll.

Mühlacker. Der Vorschlag der Stadtverwaltung, für eine neue Gestaltung des Kreisverkehrs an der Fuchsensteige die Petenten, die örtlichen Stadträte, Vertreter der Mahnwache und der Arbeitsgemeinschaft der Vereine mit ins Boot zu nehmen, stieß im Ratssaal auf allgemeine Zustimmung. Die Lomersheimer Stadträtin Gisela Schmid-Beck bezeichnete den Anschlag auf den nach ihren Recherchen 1912 oder 1913 gepflanzten Birnbaum, der in der Nacht auf den 19. Oktober von Unbekannten gefällt worden war, als „Sauerei“ und dankte allen Bürgern, die sich eingesetzt hatten. „Natürlich muss ein neuer Birnbaum gepflanzt werden“, lautete ihre Forderung, während sich die LMU Gedanken über die Verwertung des alten Stammes machte, der auf dem Gelände der Kläranlage zwischengelagert ist. Finde sich ein Künstler, sei eine Skulptur vorstellbar, sagte Sprecherin Dr. Ulrike Fuchs.

Der Umstand, dass das Landratsamt umgehend den Baumstumpf samt Wurzelstock entfernt und entsorgt hatte, stieß bei der LMU auf Kritik. Andererseits sei mit dem Baum auch der Gegenstand der Petition an den Landtag verschwunden, gab Oberbürgermeister Frank Schneider zu bedenken. Einer Petition wegen eines Baumstumpfs räumte er geringe Chancen ein.

Diese Einschätzung teilte Thomas Knapp (SPD), der mit seiner Fraktion, um ein Zeichen zu setzen, eine Neupflanzung von drei Birnbäumen ins Spiel gebracht hatte. „Bedauerlich“ sei das abrupte Ende des Baums und des damit verbundenen Verfahrens. „Es wäre interessant gewesen, wie die Entscheidung ausgefallen wäre“, sah Knapp im Lomersheimer Kreisel-Streit eine Art Präzedenzfall. Günter Bächle (CDU) erinnerte an den Ausgangspunkt der Diskussion: Der Baum sei zum Symbol des Widerstands geworden, weil das Landratsamt beziehungsweise das Verkehrsamt des Enzkreises, das aus Sicherheitsgründen das Hindernis im Kreisverkehr beseitigen wollte, eine „unbewegliche Haltung“ an den Tag gelegt habe.

Thomas Eier

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