Natur verbindet Jugendliche aus aller Welt

Teilnehmer lernen beim Internationalen Workcamp nicht nur viel über die Umwelt, sondern erleben einen interkulturellen Austausch

Von Theresa Mammel Erstellt: 27. August 2019, 00:00 Uhr
Natur verbindet Jugendliche aus aller Welt Gemeinsam bauen Jugendliche aus aller Welt eine Trockenmauer in den Enzgärten.Foto: Mammel

Mühlacker. „Hier ist ein natürlicher Lebensraum für Wildbienen.“ Thomas Köberle begrüßt etwa 15 Jugendliche – allesamt mit Arbeitshandschuhen und Gartenwerkzeugen ausgerüstet – auf dem ehemaligen Gartenschaugelände an der Enz. Auf dem Tagesplan steht der Bau einer Trockenmauer, mit der die Freiwilligen Nistplätze für die Wildbienen schaffen wollen.

Sie kommen aus Aserbaidschan, Frankreich, Italien, Marokko, Mexiko, der Slowakei, Spanien, der Türkei und Deutschland, und sie alle verbindet eines: Die Teilnehmer haben sich aus der ganzen Welt zusammengefunden, um im Internationalen Workcamp den Naturpark Stromberg- Heuchelberg kennenzulernen und sich mit ihrer Umwelt zu beschäftigen. Das Workcamp wird organisiert vom Naturpark Stromberg-Heuchelberg, dem Verein zur Internationalen Begegnung in Gemeinschaftsdiensten (IBG), und den Landschaftserhaltungsverbänden Enzkreis und Karlsruhe und wird untersützt von den Gemeinden und Bauhöfen. Unter dem Motto „In der Region, für die Region“ verbringen die Jugendlichen zwei Wochen im Naturpark und engagieren sich gegen Kost und Logis in ökologischen Projekten, während sie in der Naturschule in Ötisheim untergebracht sind. Eine Begleiterin der Jugendlichen ist Julia Menold vom Naturpark Stromberg-Heuchelberg. „Die Jugendlichen sind super engagiert, und es macht Spaß, Projekte umzusetzen.“

Der Kerngedanke hinter dem Workcamp sei, das Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutz an die folgende Generation weiterzugeben und den großen Wert der ökologischen Vielfalt schätzen zu lernen. In gezielt ausgewählten Projekten lernten die Jugendlichen dabei, wie der Umweltschutz in der Praxis funktioniert. „Wir haben bereits den Hirschkäferparcours in Zaberfeld instand gesetzt, und die Streuobstwiesen in Sulzfeld gemäht und abgetragen. Dabei haben die Jugendlichen auch in einem Sensenkurs gelernt, wie man von Hand mäht“, schildert Menold die bisher erfolgreich gemeisterten Aufgaben, denen nun die Trockenmauer in den Enzgärten folgt. „Diese Mauer bleibt für immer, und ihr könnt darüber diskutieren, wie ihr sie gestalten wollt.“ Thomas Köberle vom Landschaftserhaltungsverband Enzkreis erklärt den engagierten jungen Menschen Schritt für Schritt, wie eine Trockenmauer angelegt wird und legt dabei gleichzeitig großen Wert darauf, dass sie das Projekt selbstständig planen, organisieren und anpacken. „Die Freiwilligen engagieren sich eigenverantwortlich für den Erhalt der Kulturlandschaft und lernen dabei fürs Leben.“

Allein die Tatsache, dass keiner der Teilnehmer in seiner Muttersprache kommuniziert, stellt für die Jugendlichen zwischen 18 und 25 eine Herausforderung dar, an der sie in den zwei Wochen in Deutschland wachsen. „Das Workcamp ist extrem vielschichtig“, weiß Menold das Projekt zu schätzen. „Die Jugendlichen kochen selbst, und so gibt es immer Nationenabende. Durch das Erarbeiten von Projekten, aber auch in der Freizeit findet so natürlich ein super Austausch statt.“ Dass die Gruppendynamik funktioniert, stellt auch Campleiter Mohammed aus Marokko fest, der die Jugendlichen begleitet und als Ansprechpartner zur Seite steht. „Die Gruppe ist sehr motiviert und arbeitet wunderbar zusammen.“ Susana aus Mexiko schätzt dabei besonders die Unterschiede zu ihrem Heimatland: „Es ist so interessant: Das Wetter und die Früchte sind ganz anders hier. Das ist eine große Inspiration.“

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