„Viel Erfolg bei der Suche“

Evangelischer Kindergarten ist überbelegt: Zwei kleine Mühlhäuser sollen nach auswärts pendeln

Von Thomas Eier und Ramona Deeg Erstellt: 31. Juli 2014, 09:28 Uhr
„Viel Erfolg bei der Suche“ Voll ausgelastet: der evangelische Kindergarten in Mühlhausen. Foto: Huber

Mühlacker-Mühlhausen. Der Fall von zwei Mühlhäuser Kindern, die aus Kapazitätsgründen auf einen Kindergarten außerhalb des Ortes ausweichen sollen, ist zu einem Politikum geworden. Im Gemeinderat gingen Sprecher aller Fraktionen mit dem Träger des Mühlhäuser Kindergartens, der evangelischen Kirchengemeinde, hart ins Gericht. Dies sei „entsetzlich“, befand der Lomersheimer Stadtrat Ulrich Hagenbuch (Freie Wähler).

In einem Schreiben an die betroffene Familie hatte die Kirchengemeinde, die auf einen proppenvollen Kindergarten verwies, viel Erfolg bei der Suche nach einem anderen Kindergarten gewünscht, was als Vorgang bei den Stadträten, die eine familienfreundliche Stadt wollen, auf wenig Verständnis stieß. Schon im vergangenen Jahr, berichtete der Mühlhäuser Stadtrat und Vorsitzende des dortigen Grundschul-Fördervereins, Oliver Höhner, habe es einen ähnlichen Fall gegeben. Ein Kindergartenkind, das nach Lomersheim habe ausweichen müssen, habe sich dort seinen Freundeskreis aufgebaut und sich anschließend auch für die Grundschule in Lomersheim entschieden. Auf diese Weise, ließ Höhner durchblicken, gingen der Mühlhäuser Grundschule, die ums Überleben kämpft, wegen der Engpässe im Kindergarten Schüler verloren.

„Unser Ziel muss sein, dass diese beiden Kinder in Mühlhausen bleiben können“, bezieht er sich auf den aktuellen Fall. Dafür gelte es nun, Lösungen zu suchen, die auch für die Zukunft tragfähig sind. „Wir haben auch noch Bauplätze im Ort, die wir gerne an junge Familien verkaufen würden“, so der Mühlhäuser Stadtrat, der weiß, dass dafür eine gesicherte Kinderbetreuung im Ort das A und O ist.

CDU fordert Einrichtung einer Kleingruppe

Wie Höhner berichtete, besuchen derzeit 22 Kinder den Kindergarten Mühlhausen, wobei ein zweijähriges Kind für zwei zählt, so dass tatsächlich sogar 23 Plätze vergeben sind. Damit wäre die Vorgabe, wonach eine Regelgruppe im Kindergarten maximal 22 Kinder umfassen darf, ohnehin schon überschritten.

Die CDU hatte deshalb – wie von unserer Zeitung berichtet – bereits im Vorfeld der Diskussion im Ratssaal die rasche Einrichtung einer Kleingruppe im Kindergarten Mühlhausen gefordert, und ein ähnlicher Antrag, wonach die Aufnahme der beiden Kinder in Mühlhausen unbedingt gesichert sein müsse, liegt auch von den Freien Wählern vor. Fraktionsvorsitzender Rolf Leo sprach sich für ein „klares Signal“ gegenüber der evangelischen Kirchengemeinde aus. Schließlich, so der Tenor im Gemeinderat, trage die Stadt über ihre Ausgleichszahlungen an die Kirche ohnehin den Löwenanteil der Ausgaben.

In der Vergangenheit hatte die Mühlhäuser Kirchengemeinde bereits Überlegungen angestellt, die Trägerschaft für den Kindergarten aus Kostengründen an die Stadt abzugeben. Auch eine Verkürzung der Öffnungszeiten im Kindergarten Mühlhausen war bei der Stadt, die in ihren Einrichtungen auf familienfreundliche Angebote abzielt, auf wenig Gegenliebe gestoßen. Dass in Mühlhausen Kinder abgewiesen würden, befand Dr. Jens-Christian Hanf (FDP) als einen „unmöglichen Zustand“. Kritik kam auch vom Mühlhäuser CDU-Stadtrat Wolfgang Schreiber.

Dessen Fraktionschef Günter Bächle forderte die Stadtverwaltung auf, nochmals „mit Nachdruck“ den Kontakt zur Kirchengemeinde im Enztal zu suchen und Gespräche für eine Lösung zu führen. In eine ähnliche Richtung zielte die Wortmeldung von Dr. Ulrike Fuchs, Mühlhäuser Stadträtin und Fraktionsvorsitzende der LMU, die nach eigener Darstellung den Fall der beiden Kinder bereits mit Kirchengemeinderäten in ihrem Heimatort besprochen hat.

Weiterlesen
Von der Straße abgekommen

Von der Straße abgekommen

Mühlacker-Mühlhausen/Vaihingen-Rosswag (cb). Bei einem Unfall, der sich am Donnerstagabend gegen 18.40 Uhr auf der Straße zwischen Mühlhausen und dem Vaihinger Stadtteil Roßwag ereignet hat, hat sich die Fahrerin eines SIE… »