Tote in der Enz: Polizei ermittelt

Identität des Opfers noch unklar – Feuerwehr hat für Notfälle ein spezielles Wasserrettungskonzept

Von Thomas Eier Erstellt: 19. März 2019, 00:00 Uhr
Tote in der Enz: Polizei ermittelt Einsatz an der Enz bei Mühlhausen: Am Felsenweg in Richtung Roßwag birgt die Feuerwehr die Leiche einer bislang unbekannten Frau, die zuvor Jogger entdeckt hatten. Foto: Feuerwehr Mühlacker

Mühlacker-Mühlhausen. Nach wie vor ist die Identität der Frau, die am Sonntagmorgen tot in der Enz bei Mühlhausen entdeckt wurde, nicht geklärt. Auf Nachfrage bat das Polizeipräsidium Karlsruhe am Montag um Geduld. „Wir werden nicht spekulieren“, sagte eine Polizeisprecherin, angesichts der Tatsache, dass seit dem 11. Januar eine 64-jährige Frau aus Ispringen vermisst wird. Klarheit zur Todesursache soll eine Obduktion bringen, die frühestens an diesem Dienstag stattfinden könnte.

Wie berichtet, hatten am Sonntagmorgen Jogger Alarm geschlagen, nachdem sie vom Felsenweg an der Enzschlinge aus einen Körper im Wasser entdeckt hatten. Sie setzten einen Notruf ab und sorgten dafür, dass der Leichnam nicht weiter abtreiben konnte, was am Ende den Einsatz der Feuerwehr erleichterte. Neben der Abteilung Mühlhausen war auch der Wasserrettungszug der Feuerwehr Mühlacker angerückt, außerdem hielt sich für den Fall der Fälle am Sportplatz die Abteilung Lomersheim bereit. „Die Meldung lautete ,Person im Wasser‘“, erklärte Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Philipp Baumann. Deshalb seien zusätzlich noch die Strömungsretter der DLRG verständigt worden.

Letztlich ging es nicht um einen Rettungseinsatz, sondern um die Bergung einer Toten, die ohne Boote bewältigt wurde. Dafür hoben Helfer in speziellen Wasserrettungsanzügen, die über Leinen gesichert waren, das Opfer auf ein Rettungsbrett, das über ein Leiterstück die Böschung hinaufgebracht wurde. Die Notärztin habe dann formell den Tod der bislang unbekannten Frau festgestellt, beschreibt Philipp Baumann die Szenerie am Enzufer kurz vor der Gemarkungsgrenze in Richtung Roßwag. Das Alter des Opfers schätzten Helfer vor Ort auf 50 bis 60 Jahre.

Einsätze mit Schwerverletzten und Toten seien immer belastend, sagt der Kommandant über die Bergungsaktion, der sich eine kurze Einsatznachbesprechung angeschlossen habe. Gelte es, verunglückte Menschen aus dem Gewässer zu retten, so Baumann, greife ein spezielles Wasserrettungskonzept, in dem auch die Punkte, um Boote zu Wasser zu lassen, vermerkt seien.

Während sich die Nachricht von der traurigen Entdeckung in Mühlhausen wie ein Lauffeuer verbreitete, bemühte sich die Polizei, die Identität der Toten zu klären. Wie Nachfragen bei der EnBW und bei den Stadtwerken Mühlacker ergaben, könnte der Leichnam auch über eine größere Entfernung in der Enz getrieben sein, stellen doch insbesondere bei höherem Wasserstand die Stauwehre der Kraftwerke nicht zwingend ein Hindernis dar. Während in Mühlacker das Wehr mit steigendem Pegel automatisch weiter öffnet, um den Wasserstand oberhalb konstant zu halten, handelt es sich in Enzberg und Lomersheim um sogenannte Streichwehre, die Treibgut nur bei herkömmlichem Pegelstand in ihren Rechen aufhalten. In Mühlhausen wiederum ist bei Starkwasser wie am Sonntag das Wehr geöffnet, wie die EnBW mitteilte.

Thomas Eier

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