„Freispruch“ für Fischer in Sicht

PETA mit Anzeige gegen 79 Teilnehmer des Angelwettbewerbs in Mühlhausen offenbar gescheitert

Von Maik Disselhoff Erstellt: 31. Dezember 2013, 10:00 Uhr
„Freispruch“ für Fischer in Sicht Harmloses Hobby? Für PETA fällt die Antwort eindeutig aus, die Tierrechtsorganisation würde Angeln gerne generell verbieten. Gegen die Teilnehmer eines Wettfischens in Mühlhausen wollte[[br]]PETA gerichtlich vorgehen – wie sich jetzt abzeichnet, ohne Erfolg. Foto: Sven Bähren/Fotolia

Mühlacker-Mühlhausen. Vermutlich können der Vorsitzende des Sportfischervereins Mühlhausen, Tobias Kärcher, und 79 Teilnehmer eines Wettangelns, das im Rahmen des Fischerfests stattfand, bald aufatmen: Die international agierende Tierrechtsorganisation PETA hat mit ihrer Anzeige gegen die Hobbyfischer offenbar keinen Erfolg. PETA hatte nach einem Wettangeln in Mühlhausen Anzeige gegen Kärcher und die teilnehmenden Fischer erstattet (wir berichteten). Die Tierschützer sahen in der Veranstaltung der Angler einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

„Die Tendenz geht dahin, dass wir in der Veranstaltung kein unzulässiges Wettfischen, sondern eher ein zulässiges, gemeinschaftliches Hegefischen sehen“, teilt die Pforzheimer Staatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Wir neigen zu der Auffassung, dass der Tatbestand der Tierquälerei eher nicht erfüllt ist, zumal für die Veranstaltung nicht eigens Fische ins Wasser eingesetzt worden sind.“

Die Staatsanwaltschaft betont, dass die Ermittlungen in der Sache noch nicht endgültig abgeschlossen seien, aller Voraussicht nach werde das Ergebnis der Untersuchungen Mitte Januar offiziell verkündet. Während die Angler vor dem Hintergrund des aktuellen Ermittlungsstands wahrscheinlich aufatmen können, wird PETA entsprechend enttäuscht sein. Die Tierschützer hatten argumentiert, dass in Mühlhausen die Tötung der Fische ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes erfolgt sei. Laut Gesetz dürfe nur zum Nahrungserwerb geangelt werden, so die Tierschützer. Genau dies sei in Mühlhausen auch der Fall gewesen, hatte sich der Vorsitzende der Mühlhäuser Sportfischer damals im Gespräch mit unserer Zeitung gegen die Vorwürfe von PETA verteidigt. „Die Teilnehmer, die bei uns mitgemacht haben, nehmen die Fische zum Verzehr mit nach Hause, da wird nichts weggeschmissen.“ Ginge es nach der Tierrechtsorganisation, würde das Angeln jedoch generell verboten. Tanja Breining, Kampagnenleiterin für Meerestiere des Vereins PETA Deutschland, sagt: „Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung zum Entspannen und Erholen.“ Das Töten von Fischen als Freizeitbeschäftigung und Sportveranstaltung zu klassifizieren, sei herzlos und gegen das Tierschutzgesetz.

Anzeige der Tierschützer löste große Empörung aus

Kärcher hatte im Sommer betont, dass jeder der Teilnehmer, der beim Wettangeln mitgemacht habe, in der Lage sei, „tiergerecht“ zu fischen. Im Klartext: Unnötig lange Qualen sollen den Flossenwesen erspart bleiben, wenn sie an der Angel hängen. Die Anzeige der Tierschützer hatte in Anglerkreisen Empörung ausgelöst. Selbst neutrale Beobachter, die Veranstaltungen wie die in Mühlhausen kritisch sehen, hatten PETA kritisiert, weil die Organisation ihre Anzeige auf den Weg gebracht hatte, ohne vorher das Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen zu suchen.

Maik Disselhoff

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