Vandalen fällen Lomersheimer Birnbaum

Bevölkerung ist geschockt – Polizei ermittelt und hofft auf Zeugenhinweise – Unbekannte rücken mit Handsäge an

Von Thomas Eier Erstellt: 18. Oktober 2014, 09:42 Uhr
Vandalen fällen Lomersheimer Birnbaum Spurensuche: Die Polizei ermittelt nach dem Anschlag auf den Birnbaum wegen Sachbeschädigung, mutmaßlich wegen „gemeinschädlicher“ Sachbeschädigung. Foto: Eier

Der Schock im Stadtteil sitzt tief: Irgendwann in der Nacht auf Samstag haben Unbekannte den Birnbaum im Kreisverkehr bei Lomersheim gefällt.

Mühlacker-Lomersheim. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Anschlags am Samstagmorgen trafen die ersten Bürger am Ort des Geschehens ein, und ihre Reaktionen waren immer dieselben: Fassungslosigkeit, Trauer, Wut. Über Monate hinweg hatten sie für den Erhalt des hundert Jahre alten Baumes gekämpft, der nun keiner behördlichen Anordnung, sondern einer willkürlichen Sachbeschädigung zum Opfer fiel.

 

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Die Täter, vermutet Ralf Schiller, Abteilungskommandant der Feuerwehr und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Vereine, sind nicht mit der Motorsäge, sondern mit einer leisen Zweimann-Handsäge angerückt. Was wiederum darauf hindeutet, dass es mindestens zwei Täter gewesen sein müssen. Bemerkt wurde der Schaden am Samstagmorgen, und gegen 8 Uhr war die Polizei vor Ort. Ob es sich um eine simple Sachbeschädigung handle oder, angesichts der besonderen Bedeutung des Baumes, um eine höher bewertete „gemeinschädliche“ Sachbeschädigung, werde geprüft, sagte ein Beamter.

Der Kampf der Lomersheimer Bürger um ihren Baum ist damit abrupt beendet, wenngleich spontan angekündigt wurde, den Baum – als Trotzreaktion und symbolischer Akt – noch am Wochenende durch einen jungen Nachfolger zu ersetzen. Erst Mitte der Woche hatte die Fernsehsendung „Mario Barth deckt auf“ über die Diskussion um den Birnbaum im Kreisel berichtet, weil das Enzkreis-Verkehrsamt in dem Hindernis eine Bedrohung für die Verkehrssicherheit sah. Sogar der Petitionsausschuss des Landtags beschäftigte sich mit dem Fall.

In Lomersheim ist es die zweite spektakuläre Sachbeschädigung des Jahres, nachdem Unbekannte im Frühjahr schon aus dem Maibaum in der Ortsmitte Kleinholz gemacht hatten. Ein Maibaum allerdings ist einfacher zu ersetzen als ein hundertjähriger Birnbaum, der noch weitere Jahrzehnte überdauert hätte. „So ist inzwischen unsere Gesellschaft geworden“, ärgerte sich Stadtrat Ulrich Hagenbuch, Vize des Heimatvereins, über den nächtlichen Anfall von Zerstörungswut.

Thomas Eier

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