Unfall bei Kanutour löst Großeinsatz aus

Zwei Frauen und fünf Kinder stürzen bei starker Strömung ins Wasser – Opfer können sich dank Schwimmwesten ans Ufer retten

Von Maren Recken Erstellt: 31. Juli 2013, 08:17 Uhr
Unfall bei Kanutour löst Großeinsatz aus Am Ende überwiegt die Erleichterung. Zuvor hatte der Unfall bei einer Kanutour – im Bild rechts unten das geborgene Boot – eine größere Suchaktion an und auf der Enz ausgelöst. Foto: Recken

Ein Unfall bei einer Kanutour auf der Enz hat am Dienstagabend eine größere Rettungs- und Suchaktion der Feuerwehr und der Polizei ausgelöst. Zwei Boote, in denen zwei Frauen und fünf Kinder einen Ausflug unternahmen, waren bei starker Strömung gekentert.

Mühlacker-Lomersheim. Ein Spaziergänger verständigte die Feuerwehr, die Großalarm auslöste. Weil zunächst nicht klar war, wo genau sich wie viele Verunglückte befinden – in einer ersten Meldung um 17.40 Uhr war nur von zwei Vermissten die Rede – wurde die Enz auf einem größeren Abschnitt abgesucht. Gekentert waren die Kanus, die sich die Ausflügler aus Bruchsal bei einem Anbieter in Mühlacker ausgeliehen hatten, offenbar in der Nähe des Klärwerks in Lomersheim, doch weil die Möglichkeit bestand, dass die Insassen weit abgetrieben worden waren, suchte gleichzeitig die Feuerwehr Mühlhausen flussaufwärts. Von Booten wurde ebenso Ausschau nach den Vermissten gehalten wie vom Ufer aus.

Die Feuerwehren Lomersheim, Mühlacker und Mühlhausen waren mit insgesamt 37 Helfern im Einsatz, die mit acht Fahrzeugen ausgerückt waren. Der Notarzt und der Rettungsdienst mit zwei Fahrzeugen waren vor Ort, hinzu kamen mehrere Streifen der Polizei. Vier Schlauchboote wurden für die Suche auf dem Fluss eingesetzt.

Am Ende ging alles glimpflich ab. Während sich eine der Frauen noch in Lomersheim ans Ufer gerettet hatte, wurden zwei der Kinder am Enzsteg zwischen Lomersheim und Mühlhausen entdeckt. Die anderen Vermissten wurden von den Rettungskräften noch weiter flussabwärts aufgegriffen, wo sie – äußerlich unverletzt – am Ufer entlangliefen. Eines der Kanus konnte geborgen werden, das andere, das stromabwärts getrieben war, blieb vorerst verschollen. Möglicherweise hätten die Schwimmwesten der Gruppe das Leben gerettet, mutmaßten Helfer der Feuerwehr.

In die Erleichterung, dass nicht Schlimmeres passiert war, mischten sich kritische Töne, und am Treffpunkt am RKV-Heim in Lomersheim machte der Abteilungskommandant der Feuerwehr Mühlacker, Matthias Donath, aus seiner Einschätzung, wonach Leichtsinn zum Unfall geführt habe, keinen Hehl. Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage sei der Pegelstand der Enz stark angewachsen und bewege sich knapp unter einem Hochwasser. „Es ist unverantwortlich, bei solch einem Wasserstand mit Kindern zum Kanufahren auf die Enz zu gehen“, redete Donath den Beteiligten ins Gewissen. Bei normalem Wasserstand sei die Enz ungefährlich, doch bei diesen Bedingungen sei die Tour riskant – zumal mit Kindern. Wobei eine der Frauen erklärte, sie alle hätten eine gewisse Routine im Umgang mit dem Boot.

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