Radscheunen-Erlöse dienen als Hilfe im Notfall

Die GSI Enzkreis gibt bei einem Fest Einblick in das Zweirad-Projekt in Lomersheim – Freundschaftliches Verhältnis zum Heimatverein

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 26. März 2018, 00:00 Uhr
Radscheunen-Erlöse dienen als Hilfe im Notfall Radscheunen-Erlöse dienen als Hilfe im Notfall

Mühlacker-Lomersheim. Das Kinderfahrrad ist für den Sohn oder die Tochter längst zu klein geworden. Doch wohin damit? Für den Schrott ist das doch viel zu schade, denken da nicht wenige Menschen und bringen das Zweirad kurzerhand zur Radscheune nach Lomersheim.

Dort wird es wieder aufgemöbelt und an neue Besitzer vermittelt. „Das Interesse ist da“, erzählt Gerd Schulz, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Service- und Integrationsgesellschaft (GSI) des Enzkreises, am Samstag beim Frühjahrsfest direkt bei der Rad-Scheune im Großglattbacher Weg 23.

 

Lomersheim sei zwar nicht der „Hotspot“ aber es komme jeden Tag jemand vorbei. „Die Bürger bringen Fahrräder, die sie nicht mehr brauchen“, so Schulz weiter. Und tatsächlich stehen am Straßenrand jede Menge große und kleine Räder, die gegen eine Spende auf neue Besitzer warten. Um die Zweiräder unter die Leute zu bringen, will man demnächst auch auf Flohmärkte gehen. Die eingenommenen Spenden kommen in eine Sozialkasse. GSI-Chef Schulz erklärte dazu: „Damit können wir unbürokratisch schnelle Hilfe leisten.“

Das Projekt der Radscheune hat die GSI auf den Weg gebracht, um Menschen ohne Arbeit eine Beschäftigung zu bieten. Das Ziel ist natürlich, sie wieder fit für das Berufsleben zu machen. Die Radscheune ist an fünf Tagen pro Woche geöffnet – und so soll das Fest auch ein Dankeschön an die Mitarbeiter sein. Doch auch viele Lomersheimer schauen vorbei.

Die Mitarbeiter der GSI gehören zum Ort und sind auch beim Heimatverein Lomersheim gern gesehen. Der Verein hat sich am Samstag dem Fest angeschlossen und gewährt auf der anderen Straßenseite Einblicke in sein jüngstes Projekt. Das Gebäude, in dem sich einst womöglich die erste Turnhalle von Lomersheim und ein Eiskeller der Wulle-Brauerei befanden, soll saniert und wieder genutzt werden. In einem ersten Schritt war das Gebäude gesichert und das Dach neu gedeckt worden. In einem zweiten Schritt wurden Halle und Keller entkernt. Auch hier halfen Mitarbeiter der GSI. Die werden ebenfalls beim geplanten Bau eines Backäusles mit anpacken, wie Schulz und der Heimatvereins-Vorsitzende Achim Händle berichten, während von anderer Stelle Trommeln zu hören sind. Ronald Palesch alias Ron Ritmo (Illingen) lädt beim Frühjahrsfest die Besucher ein, zu trommeln.

Andere Gäste unternehmen eine Probefahrt mit einem der Fahrräder vorbei an einem überdimensionalen Nest mit Ostereiern. Das haben die sechs GSI-Mitarbeiter der Kreativ- und Theaterwerkstatt in der Lienzinger Straße in Mühlacker gefertigt. Dort befindet sich ebenfalls der Metall-Recycling-Bereich, so dass bei der GSI insgesamt 50 langzeitarbeitslose Menschen eine Beschäftigung finden.

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